Post by Dr. Nikolaus Schüler

Warum die lange Entwicklungsunterbrechung?

vutuv gibt es nun schon fast ein Jahrzehnt, doch es gibt eine jahrelange Lücke in seiner Entwicklung – was bei einem aktiven System ungewöhnlich ist. Insgeheim hoffte ich, dass es niemandem aufgefallen wäre. 😉 Natürlich ist das aber nicht der Fall, und ich würde die gleiche Frage stellen. Daher hier die Erklärung:

Krebs und Scheidung haben mich glücklicherweise beide nicht umgebracht, aber doch für einige Jahre aus der Bahn geworfen. Ein Projekt wie vutuv erfordert beträchtliche Zeit und Enthusiasmus, die ich einfach nicht aufbringen konnte.

Warum die Pause ein Glück war …

Anfangs investierte ich einen niedrigen sechsstelligen Betrag in die Entwicklung der ersten vutuv-Versionen. 😱 Wir arbeiteten zeitweise mit fünf Entwicklern parallel. Rückblickend muss ich feststellen, dass mir das Geld irgendwann ausgegangen wäre. Meine Zwangspause kam dieser Erkenntnis lediglich zuvor.

Im Jahr 2025 überlegte ich, ob ich mit Agentic Coding die fehlenden vutuv-Funktionen für „kleines Geld“ entwickeln könnte. Kurz gesagt: Ja, das war möglich und hat alles wieder in Gang gesetzt. Alles besser und alles auf dem aktuellen Stand der Technik. Und endlich der Anschluss an das Fediverse!

Wie es weitergeht …

Die berühmte Roadmap … tja … das Grundsystem steht. Ich werde noch zig Sachen verbessern, aber die ganze großen Steine sind alle aus dem Weg geräumt. Die Zukunft hängt jetzt vom Wachstum ab. Heute haben wir fast 6.000 aktive Accounts. Das ist nicht wirklich schlecht, aber natürlich noch viel zu wenig. Da fehlen noch Nullen. Mit diesen Nullen kann man irgendwann Werbung verkaufen und damit dann auch alles finanziell am Leben halten. Aktuell ist es quasi ein teures Hobby. Warum Werbung? Ich bin kein Freund von bezahlten “Premium”-Accounts. Auf vutuv soll jeder die gleichen Möglichkeiten haben.

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Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen.

Ich hoffe, dass es Dir wieder gut oder zumindest besser geht.

Bezüglich Finanzierung würde mir ein zweispuriges Modell gefallen, da ich mich sehr gerne von der Werbung freikaufen würde.

Geld lässt sich vermutlich am besten mit gezielter Werbung verdienen, und dazu musst Du (hoffentlich anonyme) Profile Deiner Nutzer erstellen. Davon gibt es aber wirklich genug, und wenn ich das verhindern kann, möchte ich das auch gerne tun.

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Bezüglich Finanzierung würde mir ein zweispuriges Modell gefallen, da ich mich sehr gerne von der Werbung freikaufen würde.

Das sind Detailfragen. Alles lösbar. Aber darum mache ich mir Gedanken, wenn es so weit ist. Das dauert noch.

Geld lässt sich vermutlich am besten mit gezielter Werbung verdienen

Da bin ich mir nicht so sicher. Wie auch immer: Es wird eine Lösung, bei der ich den den Spiegel schauen kann. Nicht störend und fair.

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Replying to @wintermeyer

Wäre interessant, was dann mit Leuten passiert, die Adblocker benutzen 🤔

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Replying to @sebastian_haedr

Wäre interessant, was dann mit Leuten passiert, die Adblocker benutzen 🤔

Sollen sie. Stört mich Null.

Replying to @wintermeyer

Wollte mich mal damit aktiv beschäftigen, habe es aber noch nicht, habe mir allerdings dazu Gedanken gemacht: Die meisten Werbeanbieter benutzen Tracking und oft auch dark patterns. Das wilst du ja wahrscheinlich nicht und auch zu vutuvs Datenschutzerklärung passt das nicht. Was man also braucht, ist

  • einen Werbeanzeigenpartner mit denselben Werten wie vutuv, der sich seine Werbepartner*innen bewusst aussucht und die den Werten entsprechen

  • Generische Werbung ohne interessenbezogene Inhalte

  • Generische Anzeigemethoden, also nichts, wo man möglicherweise Tracking verstecken kann (bspw. Bilder, die übers Backend geproxied werden)

  • “Konventionelle” Werbung, bei der man keine Gegenleistung (PII) erbringen muss, sondern bei der es allein darum geht, dass Leute mit der Werbung erreicht werden

  • etc.

Alles nicht so einfach, aber ich vertraue auf dich, dass du das hinbekommst 👍🏻

Als Ergänzung zu meinem letzten Posting:

Es wäre auch irgendwie schön, wenn vutuv ein Community-Projekt werden könnte. Das braucht leider langen Atem.

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Es wäre auch irgendwie schön, wenn vutuv ein Community-Projekt werden könnte. Das braucht leider langen Atem.

Es kann heute schon jeder mitarbeiten. Das GitHub ist offen. MIT als Lizenz ideal.

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Replying to @wintermeyer

Klar, aber vutuv hat die kritische Masse bis jetzt nicht..

Ich beteilige mich gerne als non-coding-contributor, weil mir die Idee gefällt und ich den Ansatz für vielversprechend halte.

Die Standardidee wären wohl kostenpflichtige Präsentationsseiten für Unternehmer und Gebühren, die Recruiter für die “Lizenz zum Jagen” bezahlen müssten. Aber dann wären wir wieder da, wo Xing und LinkedIn schon lange sind.

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Im Prinzip ist es ein Systemproblem:

Herkömmliche Businessplatformen kassieren von “professionellen” Kunden, was wir nicht wollen, weil im Fediverse alle gleich sind.

Die anderen (vor allem die Job-Sucher) bezahlen mit ihren Daten, was wir nicht wollen, weil es unseren moralischen Kompass beschädigen würde.

Was tun?

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Replying to @nikolaus_schuel

Was tun?

Das Problem sind nicht die Einnahmen. Das Problem sind die Ausgaben.

Wie WhatsApp von Facebook gekauft wurde, hatten die 55 Mitarbeiter. 55! Die haben einen Verkaufspreis von 19 Milliarden US-Dollar erzielt. Mit 55 Mitarbeitern! Damals hatten die 450 Millionen aktive User jeden Monat. LinkedIn hat heute über 15.000 Mitarbeiter. Die haben eine ganz andere Kostenstruktur. Die müssen das alles bezahlen und entsprechend hohe Einnahmen erziehen.

Ich will das vutuv wie WhatsApp ist. Den gleichen technischen Kern (BEAM) haben wir bereits. Eine Plattform, die wenig Kosten erzeugt, die muss auch nicht so viel einnehmen. Dann reicht es auch, wenn man einmal am Tag bei jedem aktiven User eine Anzeige für eine Tüte Gummibärchen schaltet. Ganz ohne Tracking und Profiling.

Die technische Umsetzung von vutuv ist ein entscheidender Unterschied.

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Replying to @wintermeyer

Na ja, hoffentlich willst du nicht, dass Meta vutuv aufkauft ^^

Die Standardidee wären wohl kostenpflichtige Präsentationsseiten für Unternehmer und Gebühren, die Recruiter für die “Lizenz zum Jagen” bezahlen müssten.

Das will ich nicht. Das widerstrebt mir. Menschen mit weniger finanziellen Möglichkeiten dürfen nicht bestraft werden.

Eine Möglichkeit, die noch gar nicht erwähnt wurde, sind Spenden. Wenn du auf GitHub (oder ein anderer Weg, solange es nicht ausschließlich PayPal und Stripe sind) ermöglichst, für vutuv zu spenden, wäre ich ganz vorne mit dabei, wenn das Werbung für mich und andere verhindern kann.

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Eine Möglichkeit, die noch gar nicht erwähnt wurde, sind Spenden.

Ich kenne nur eine Plattform, die das mit Spenden in der Größenordnung hinbekommt: wikipedia.org

Und davor ziehe ich echt meinen Hut. Ich glaube das ist ein Einzelfall.

Wenn du auf GitHub (oder ein anderer Weg, solange es nicht ausschließlich PayPal und Stripe sind) ermöglichst, für vutuv zu spenden, wäre ich ganz vorne mit dabei, wenn das Werbung für mich und andere verhindern kann.

Das sind alles keine Probleme von heute. Ich wette mir Dir 20 Euro, das ich es zu dem Zeitpunkt schaffen werde, Werbung einzubauen, die Dich nicht nervt und wo Du sagen wirst “der Wintermeyer hatte Recht”.

Aber so weit sind wir noch nicht. Ein Schritt nach dem anderen.

vutuv Werbung
vutuv Werbung
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Replying to @wintermeyer

Ich bin kein Fan von Wetten, aber 20 Euro wäre mir das durchaus wert 😂🤝

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Replying to @sebastian_haedr

Erinnere mich zum gegebenen Zeitpunkt daran. Die 20 Euro nehme ich gerne mit. 😉

Replying to @wintermeyer

Und alle sind von der Wikipediaspendenkampagne genervt, weil die so penetrant ist 😂

Wäre mal interessant, aber ich weiß natürlich nicht, ob du das möchtest, da transparente Zahlen zu haben, damit man sieht, was man quasi durch Werbunganschauen “erwirtschaften” muss, damit es vutuv weiterhin gibt 🤔

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Wäre mal interessant, aber ich weiß natürlich nicht, ob du das möchtest, da transparente Zahlen zu haben, damit man sieht, was man quasi durch Werbunganschauen “erwirtschaften” muss, damit es vutuv weiterhin gibt 🤔

hmmm … gute Fragen. Fangen wir mal rein mit der aktuell benutzen Hardware an:

Server 1 Server 2 Server 3
Mainboard Supermicro X11SSH-F Supermicro X12SPL-F ASUS K14PP-D24
CPU 1× Xeon E3-1270 v6 1× Xeon Gold 6346 2× EPYC 9254
Kerne / Threads 4 / 8 16 / 32 48 / 96
RAM 64 GB DDR4-2400 256 GB DDR4-3200 1.024 GB DDR5-4800
SSD im Betrieb 1,92 TB SATA-SSD + 118 GB NVMe 3,84 TB SAS-SSD 2× 3,84 TB NVMe
Ungenutzte Platten 10 TB HDD 8 TB HDD 3,84 TB NVMe
NVIDIA keine keine 2× RTX A6000, je 48 GB

Ich traue es mich gar nicht den aktuellen Preis auszurechnen. RAM ist ja richtig teuer geworden. Aber insgesamt sprechen wir hier von weit über 30.000 Euro nur an Hardware. Und ja, das ist bei 6.000 Usern völlig übertrieben. Da würde auch ein RaspberyPi reichen. Allerdings wäre der nicht so schnell. Die NVIDIA Karten sind essentiell für die internen KI Funktionen (z.B. um zu schauen, ob ein upgeloadetes Bild jugendfrei ist). Das wird ja alles auf eigenen Servern und nicht in der Cloud gemacht.

Ich bin relativ schmerzfrei über Geld zu sprechen, aber ich habe mir noch keine Gedanken darüber gemacht, was ich für ein Gehalt ziehen würde. Und es ist klar, das ich das nicht beliebig lange alleine machen kann.

Tokens fürs Programmieren schlagen auch ins Geld. Ist aber auch schwer einzuschätzen wie sich da der Preis entwickelt.

Das RZ und Backup will auch bezahlt sein.

Lange Rede kurzer Sinn: Wir reden hier bei einer monatlichen Kostenstruktur im 5-stelligen Bereich. Das nur über Spenden reinzubekommen halte ich für faktisch unmöglich.

Und noch mal: Die Hardware ist für die aktuelle Größe zu groß. Bitte jetzt nicht diese Diskussion anzetteln. Es ist nur die Antwort auf die Frage.

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Replying to @wintermeyer

Danke für deine Transparenz – das ist wirklich mal interessant zu sehen.

Und ja, RAM-Preise sind nicht mit vor einigen Jahren zu vergleichen – das merken wir sicherlich alle 👍🏻

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