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Forschung mitten im Ebola-Ausbruch

In der Demokratischen Republik Kongo läuft derzeit der größte Ebola-Ausbruch, den das Land je erlebt hat. Mehrere Tausend Menschen haben sich seit Mai infiziert, Tausende sind gestorben.

Ausgelöst wird der aktuelle Ausbruch allerdings nicht vom bekannten Ebola-Virus im engeren Sinne, sondern von einem nahen Verwandten: dem Bundibugyo-Virus (BDBV). Auch Erkrankungen durch dieses Virus werden unter dem Begriff Ebola zusammengefasst.

Dieser Unterschied ist jedoch von großer Bedeutung. Gegen das klassische Ebola-Virus gibt es inzwischen Impfstoffe, Medikamente und etablierte diagnostische Tests. Für BDBV fehlen solche speziell zugelassenen Mittel bislang.

Zwei aktuelle Studien zeigen nun sehr anschaulich, wie Forschung während eines laufenden Ausbruchs versucht, diese Lücken möglichst schnell zu schließen.

Der erste Ansatz betrifft die Diagnostik. Nachdem ein infizierter Patient aus dem Kongo an der Berliner Charité behandelt worden war, gewannen Forschende aus einem Rachenabstrich virales Erbgut. Daraus stellten sie einen Referenzstandard her, mit dem neue PCR-Tests zuverlässig überprüft werden konnten. Ein internationales Netzwerk aus neun Laboren testete anschließend vier Testkandidaten. Innerhalb von nur zwei Wochen konnten so umfangreiche Daten zu deren Leistungsfähigkeit gesammelt werden.

Die zweite Studie fragte, ob etwas, das wir bereits gegen Ebola besitzen, vielleicht zumindest teilweise auch gegen BDBV helfen könnte. Forschende untersuchten dafür den zugelassenen Ebola-Impfstoff VSV-ZEBOV. Antikörper aus dem Blut Geimpfter konnten im Labor tatsächlich auch Pseudoviren mit dem Oberflächenprotein von BDBV neutralisieren. Bei sechs von zehn Personen war dieser Effekt sowohl 28 als auch 180 Tage nach der Impfung nachweisbar. Er war allerdings deutlich schwächer als gegen das eigentliche Zielvirus des Impfstoffs. Ob daraus tatsächlich ein Schutz vor einer BDBV-Erkrankung entsteht, wissen wir noch nicht.

Gerade bei seltenen Erregern zeigt sich damit, wie wichtig gut vorbereitete Forschungsstrukturen sind. BDBV ist bereits seit 2007 bekannt, trotzdem stehen bei einem neuen Ausbruch nicht automatisch alle benötigten diagnostischen und medizinischen Werkzeuge passend und vollständig geprüft zur Verfügung.

Umso wichtiger sind internationale Labornetzwerke, etablierte Verfahren und Möglichkeiten, Material und Daten im Ernstfall schnell auszutauschen.

Quellen:

  1. Best et al., 2026, The Lancet Infectious Diseases
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42685735

  2. Hoffmann et al., 2026, The Lancet Infectious Diseases
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42492560

Ebola bdbv Lancet DZIF wissenschaft
+4 Less charité virus wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine sogenannte kolorierte Transmissionselektronenmikroskopaufnahme eines wurmartigen Ebola-Viruspartikels. Das bedeutet, dass das Virus mit einem hochenergetischen Elektronenstrahl durchleuchtet und in extremer Vergrößerung abgelichtet wurde. Weil diese Technologie nur Graustufen erfassen kann, wurden die Farben nachträglich am Computer hinzugefügt. Diese künstliche Einfärbung dient dazu, die Strukturen besser sichtbar zu machen. Sie entsprechen nicht den echten Farben. Das Bild wurde von Frederick A. Murphy aufgenommen und vom CDC (Centers for Disease Control and Prevention) zur Verfügung gestellt.
tagesschau @tagesschau ard.social

Mehr als 3.000 Tote - WHO-Chef fordert mehr Einsatz gegen Ebola

WHO-Chef Tedros hat die internationale Gemeinschaft zu mehr Anstrengung bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie aufgefordert. Das Maßnahmenpaket der kongolesischen Regierung müsse schneller finanziert werden.

➡️ tagesschau.de/ausland/…

Ebola DemokratischeRepublikKongo WHO
tagesschau @tagesschau ard.social

Ebola-Impfungen in der DR Kongo: “Hoffnung auf weniger schwere Krankheitsverläufe”

In der DR Kongo haben die Ebola-Impfungen begonnen - mit einem Stoff, der nicht für den derzeit grassierenden Erreger entwickelt wurde. Der Infektiologe Leif Erik Sander erklärt, warum das Mittel im Kampf gegen die Epidemie trotzdem so wichtig ist.

➡️ tagesschau.de/wissen/…

Interview Ebola Kongo Impfungen BerlinerCharite
tagesschau @tagesschau ard.social

DR Kongo beginnt mit Impfungen gegen Ebola

Ein erster Erfolg, könnte man meinen: In der DR Kongo beginnen Ebola-Impfungen. Doch ob der eingesetzte Impfstoff auch gegen die derzeit kursierende Bundibugyo-Variante wirkt, ist offen. Von Karin Bensch.

➡️ tagesschau.de/ausland/…

Ebola DRKongo

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