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Statistisches Bundesamt @destatis social.bund.de

Im Jahr 2024 hat eine Professorin beziehungsweise ein Professor an einer deutschen Universität durchschnittlich 325 400 Euro Drittmittel eingeworben. Das waren 2,1 % oder 6 800 Euro weniger als im Vorjahr. Mehr dazu: destatis.de/DE/… #Universität #Drittmittel #Wissenschaft

2,1 % weniger Drittmitteleinnahmen je Universitätsprofessur im Jahr 2024
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Mehr Hirnaneurysmen

Ein Hirnaneurysma ist eine Aussackung in der Wand einer Hirnarterie. Die meisten verursachen keine Beschwerden und werden eher zufällig bei einer Untersuchung entdeckt. Gefährlich wird ein Aneurysma vor allem dann, wenn es reißt und eine Blutung zwischen den Hirnhäuten verursacht.

Wie häufig solche Aneurysmen tatsächlich vorkommen, hat ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Universitätsmedizin Mannheim nun neu untersucht.

Dafür werteten die Forschenden 162 Studien mit insgesamt mehr als 316.000 untersuchten Personen aus.

In Studien an gesunden Erwachsenen mit moderner Gefäßbildgebung stieg der Anteil der Menschen mit einem nicht geplatzten Hirnaneurysma von 2,9 Prozent in den Jahren 2002 bis 2015 auf 6,6 Prozent zwischen 2016 und 2022. Das entspricht etwa einem von 15 Erwachsenen.

Frauen waren mit 5,5 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 3,0 Prozent.

(Edit: Diese Zahlen sind so korrekt und beruhen innerhalb der Metastudie auf einem etwas anderen Datensatz, z.B. jüngere Studien, die nicht in das Zeitfenster 2016-2022 passen. Weitere Erklärung hierzu in den Kommentaren. Danke für den Hinweis, Johannes).

Deutlich erhöht war die Häufigkeit außerdem bei bestimmten erblichen Erkrankungen und bei Menschen, in deren Familie bereits Aneurysmen oder entsprechende Hirnblutungen aufgetreten waren. Auch Bluthochdruck und Rauchen gingen mit einem erhöhten Risiko einher.

Warum heute deutlich mehr Aneurysmen gefunden werden, ist noch nicht vollständig geklärt. Häufigere und bessere Bildgebung sowie eine alternde Bevölkerung erklären den Anstieg laut Analyse nicht vollständig. Welche weiteren Einflüsse dahinterstecken, bleibt deshalb eine offene Forschungsfrage.

Für Betroffene bringt diese Studie dennoch eine wichtige Einordnung. Ein Aneurysma im Gehirn ist zwar ernst zu nehmen, bedeutet aber keineswegs automatisch, dass es irgendwann reißen wird.

Im Gegenteil erläutert die Forschungsgruppe, dass heute zwar mehr ungerissene Aneurysmen gefunden werden, gleichzeitig aber weniger Menschen eine dadurch verursachte Hirnblutung erleiden.

Umso wichtiger wird es, das persönliche Risiko möglichst genau einzuschätzen und beispielsweise Größe und Entwicklung des Aneurysmas ebenso zu berücksichtigen wie individuelle Gesundheitsfaktoren und Gewohnheiten.

Die Ergebnisse sind damit auch ein gutes Beispiel dafür, warum individualisierte Medizin wichtig ist. Nicht allein die Diagnose entscheidet über die weitere Behandlung, sondern das persönliche Verlaufsrisiko des einzelnen Menschen.

Quelle:
Dremel et al., 2026, The Lancet Neurology

sciencedirect.com/science/…

neuro aneurysma medizin lancet biologie
+4 Less wissenschaft wisskomm unimannheim anysci
Das Bild zeigt die Illustration eines menschlichen Gehirns von vorn. Das Gehirngewebe ist halbtransparent dargestellt, sodass das verzweigte Netz der Hirnarterien in rot sichtbar wird. Im Zentrum fällt an einer größeren Arterie eine kugelförmige Aussackung der Gefäßwand auf. Sie stellt ein Hirnaneurysma dar. In dieser Darstellung ist es ziemlich riesig dargestellt, vermutlich, um es richtig deutlich zu machen. In echt, sind solche Aussackungen eher wenige Millimeter groß und können auch in ihrer Form stark variieren. Aneurysmen entstehen meist an Verzweigungsstellen von Arterien und können lange unbemerkt bleiben. Da sie meist keine Beschwerden verursachen, werden sie oft zufällig bei bildgebenden Untersuchungen des Kopfes entdeckt. Reißt jedoch die Gefäßwand an dieser aufgeblähten Stelle, kann Blut in den Raum zwischen den Hirnhäuten gelangen und eine sogenannte Subarachnoidalblutung verursachen. EIn solches Ereignis kann zu schweren neurologischen Schäden oder sogar zum Tod führen. Das Bild stammt ursprünglich von Adobe Stock und wurde von der Universitätsmedizin Mannheim ausgewählt und dem Bericht über ihre Forschung zur weiteren Verwendung beigefügt.
AG Gesundheit + Pflege @gesundheitspiraten piraten-partei.social

Kritik zur aktuellen #STIKO -Entscheidung: Die Aufhebung der breiten #CoronaImpfempfehlung basiert nicht auf aktueller #evidenz sondern ignoriert die dynamische Entwicklung der Viren.

🔬 Die Fakten:

• Immunität veraltet: Antikörper aus früheren Infektionen/Impfungen haben gegen aktuelle Omikron-Varianten oft nur geringe Neutralisierungsaktivität.

• Viruslast: Ohne variantenangepasste Booster bleibt die Viruslast nach Neuinfektion hoch.

• Konsequenzen: Hohe Viruslast ist der Haupttreiber für #LongCOVID, kardiovaskuläre Schäden und neurokognitive Defizite.

• Schwangerschaft: Infektionen gefährden Mutter und Fötus (Frühgeburt, neurologische Auffälligkeiten).
Die STIKO setzt auf eine Illusion. Wir brauchen eine evidenzbasierte Rückkehr zur breiten Empfehlung, um vulnerable Gruppen zu schützen.

Detaillierter Beitrag (Analyse) mit Quellen (Lancet, NEJM, Nature Medicine): gesundheitspiraten.de/2026/…

STIKO Gesundheitspolitik Wissenschaft LongCOVID PublicHealth
Sharepic (4:5 Format) mit blauem Hintergrund. Rechts sieht man verschiedene medizinische Utensilien.

Aufschrift:

"Natürliche Immunität ist veraltet!"
"Was die STIKO bei der Aufhebung der Impfempfehlung übersieht"
"Long Covid und das Schwangerschaftsrisiko im Fokus"

Hierunter das Logo der Gesundheitspiraten mit dem Schriftzug rechts daneben "AG Gesundheit + Pflege"
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Von singenden Primaten

Indris sind große Lemuren, die ausschließlich auf Madagaskar leben und für ihre weithin hörbaren Gesänge bekannt sind. Dabei produzieren sie komplexe Abfolgen unterschiedlich hoher Töne, die unter anderem der Kommunikation zwischen Familiengruppen und der Abgrenzung ihrer Reviere dienen.

Gesang kommt tatsächlich nur bei einem Teil der Primaten vor und hat sich im Laufe der Evolution offenbar mehrfach unabhängig entwickelt. Neben Indris gehören beispielsweise auch Gibbons zu den singenden Primaten.

Ein Forschungsteam der Universität Turin wollte nun genauer wissen, wie Indris ihre Töne eigentlich erzeugen und verstärken.Dafür analysierten die Forschenden Video- und Tonaufnahmen wild lebender Indris.

Mithilfe einer KI-basierten Bewegungsanalyse verfolgten sie in jedem einzelnen Videobild bestimmte Punkte im Gesicht und konnten so messen, wie weit die Tiere beim Singen ihr Maul öffneten. Diese Bewegungen wurden anschließend mit der jeweiligen Grundfrequenz des gleichzeitig erzeugten Tons abgeglichen.

Dabei zeigte sich, dass die Indris ihr Maul umso weiter öffneten, je höher der erzeugte Ton war.

Der Ton entsteht zunächst am Kehlkopf. Mund und Rachen bilden anschließend einen Resonanzraum, dessen Form beeinflusst, welche Frequenzen besonders verstärkt werden. Durch ein weiteres Öffnen des Mauls verändern die Indris diesen Resonanzraum.

Computermodelle ihres Vokaltrakts zeigen, dass sich dadurch dessen Resonanzfrequenzen verschieben und besser mit der Grundfrequenz des Gesangs oder ihren Obertönen zusammenfallen können.

Gerade im dichten Regenwald könnte eine bessere Schallübertragung entscheidend sein, damit ein Ruf auch über größere Entfernungen gehört wird.

Interessant finde ich außerdem die Parallele zu unserem eigenen Singen, denn ein ähnliches Prinzip nutzen offenbar auch menschliche Sängerinnen und Sänger, um aus einem hohen Ton möglichst viel herauszuholen.

Vielleicht kann hier ein musikaffinerer Mensch noch was zu sagen.

Quelle
Carugati et al., 2026, PLOS Computational Biology

doi.org/10.1371/…

lemur madagaskar biologie wissenschaft wisskomm
+2 Less anysci PLOS
Das Bild zeigt einen singenden Indri mit weit geöffnetem Maul hoch oben in einem Baum auf Madagaskar. Über seinem Gesicht liegen mehrere farbige Punkte. Sie markieren 13 Stellen an Augen, Nase und Mund, die eine KI in den Videoaufnahmen automatisch erkennen und Bild für Bild verfolgen konnte. Für die Studie war besonders der Abstand zwischen dem Mittelpunkt der Ober- und Unterlippe wichtig. Er ist im Bild zusätzlich durch eine weiße gepunktete Linie dargestellt und diente als Maß dafür, wie weit das Maul gerade geöffnet war. Da die Tiere aus unterschiedlichen Entfernungen gefilmt wurden, bezogen die Forschenden diese Messung auf den Abstand zwischen den Augen. Anschließend ordneten sie jedem Videobild die gleichzeitig aufgezeichnete Grundfrequenz des Gesangs zu. So ließ sich die Bewegung des Mauls unmittelbar mit der Tonhöhe vergleichen. Dabei zeigte sich, dass Indris ihr Maul bei höheren Tönen weiter öffnen. Das Bild stammt direkt aus der Publikation von Carugati et al, 2026.
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Nur eine einzige Aminosäure

Mitochondrien sind weit mehr als die oft zitierten „Kraftwerke der Zelle“. Neben der Energiegewinnung sind sie an zahlreichen Stoffwechselwegen und Signalprozessen beteiligt. Dafür benötigen sie Hunderte verschiedene Proteine, von denen die meisten außerhalb der Mitochondrien hergestellt und anschließend importiert werden.

Sie tragen dafür am Anfang eine spezielle Aminosäuresequenz, die nach dem Import wieder abgespalten wird. Sie ist quasi das Erkennungszeichen, dass der Transport hierhin erfolgen soll. Erst durch weitere Verarbeitung innerhalb des Mitochondriums entsteht schließlich die reife und funktionstüchtige Form des Proteins.

Ein Forschungsteam der Universitäten Heidelberg und Freiburg hat nun untersucht, welche Rolle dabei das Enzym ICP55 spielt. Es entfernt bei einigen mitochondrialen Proteinen nach dem ersten Verarbeitungsschritt noch genau eine einzelne weitere Aminosäure.

Die Forschenden identifizierten 107 Proteine eindeutig als Ziel von ICP55 und erzeugten anschließend menschliche Zellen, denen das Enzym fehlte. Auf diese Weise konnten sie untersuchen, warum diese eine Aminosäure entfernt wird.

In den Zellkulturen konnten die Proteine weiterhin in die Mitochondrien gelangen. Ohne die abschließende Verarbeitung durch ICP55 waren jedoch zahlreiche größere Proteinkomplexe weniger stabil.

Betroffen waren unter anderem die Atmungskette, mitochondriale Ribosomen und der Proteinkomplex HSP60, der neu importierte oder geschädigte Proteine bei der korrekten Faltung unterstützt.

Bei HSP60 ließ sich besonders deutlich zeigen, wie entscheidend dieser winzige Unterschied sein kann. Blieb die eine Aminosäure erhalten, war der bereits zusammengesetzte Komplex deutlich anfälliger dafür, wieder auseinanderzufallen.

Ich bin immer wieder beeindruckt davon, wie unglaublich fein die biochemischen Abläufe in einer Zelle aufeinander abgestimmt sind. Noch kleiner als auf Ebene einzelner Aminosäuren kann man bei Proteinen ja kaum gehen.

Je mehr wir über solche Zusammenhänge lernen, desto erstaunlicher finde ich eigentlich, dass dieses ungeheuer komplexe Zusammenspiel in unseren Zellen die meiste Zeit eben doch so zuverlässig funktioniert.

Gleichzeitig hilft uns gerade dieses genaue Verständnis dabei, nachzuvollziehen, was passiert, wenn einzelne Schritte gestört sind. Das ist auch für die Erforschung von Erkrankungen interessant, bei denen mitochondriale Funktion und Proteinhomöostase beeinträchtigt sind. Das ist bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen (z.B. Alzheimer) der Fall.

Quelle:
Kücükköse et al, 2026, Nature Structural & Molecular Biology

doi.org/10.1038/…

biochemie uniheidelberg biologie nature molecular
+4 Less mitochondria wissenschaft wisskom anysci
Das Bild zeigt ein Strukturmodell des mitochondrialen Proteinkomplexes HSP60, der anderen Proteinen bei ihrer korrekten Faltung hilft. Links ist der große, ringförmige Komplex zu sehen, der aus sieben Molekülen aufgebaut ist. Zwei dieser Proteinbausteine sind orange und blau hervorgehoben, während die übrigen grau dargestellt sind. Rechts zeigt eine starke Vergrößerung den Kontaktbereich zwischen diesen beiden farbig hervorgehobenen Molekülen. Einzelne Aminosäuren sind dort als kleine Molekülstrukturen mit ihren Positionen eingezeichnet. Besonders hervorgehoben ist die mit Y-1 bezeichnete Aminosäure Tyrosin. Normalerweise entfernt das Enzym ICP55 genau dieses Tyrosin während der Reifung von HSP60. Fehlt ICP55, bleibt die zusätzliche Aminosäure an jedem HSP60-Molekül erhalten. Die Studie zeigt, dass dieser minimale Unterschied ausreicht, um den fertig zusammengesetzten HSP60-Komplex deutlich instabiler und anfälliger für ein Auseinanderfallen zu machen. Das Bild wurde von Mandy Jeske vom Heidelberg University Biochemistry Center zusammengestellt und von der Uni Heidelberg für die Berichterstattung zu dieser Studie  zur Verfügung gestellt.
MIT Technology Review DE @techreview_de social.heise.de

„Wir brauchen Langzeitdaten, damit wir wissen können: Sind Wetterkapriolen oder Klimaveränderungen die Ursache für eine aktuelle Hitzewelle? Und die NOAA hat viele solcher Daten“, sagt Frank Oliver Glöckner, Professor für Earth System Data Science an der Uni Bremen. Er sprang als einer der Ersten in die Bresche, um die bedrohten NOAA-Daten zu sichern. (+)

#Forschung #Wissenschaft #Braindrain #USA #Klima

t3n.de/news/…

heise online @heiseonline social.heise.de

KI-Update Deep-Dive: Griefbots als Trauerbegleiter

KI-gestützte Simulationen von Verstorbenen sollen Trauernden helfen, mit ihrem Verlust umzugehen. Doch der Nutzen solcher Griefbots ist umstritten.

heise.de/news/…

GenerativeAI Journal KünstlicheIntelligenz KIUpdate Sprachverarbeitung
+2 Less Wissenschaft news
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Eine Amöbe, die 63 Grad aushält

Hitze ist für Zellen eine enorme Herausforderung. Proteine verlieren ihre Struktur, Membranen verändern sich und auch die DNA kann Schaden nehmen.

Während einige Bakterien und Archaeen extreme Temperaturen aushalten, lag die bekannte Obergrenze für Wachstum und Vermehrung bei Eukaryoten, also Lebewesen mit Zellkern, bislang bei etwa 60 °C.

Ein Forschungsteam hat nun eine bislang unbekannte Amöbe aus einem heißen geothermischen Bach im Lassen Volcanic National Park in Kalifornien isoliert.

Incendiamoeba cascadensis wächst am besten bei 55 bis 57 °C und vermehrt sich selbst bei 63 °C noch. Die Forschenden konnten die Zellteilung bei dieser Temperatur direkt beobachten. Erst bei 64 °C war kein Wachstum mehr nachweisbar. Damit liegt die nachgewiesene Obergrenze für die Vermehrung eines Eukaryoten nun bei 63 °C.

Bei hohen Temperaturen aktiviert die Amöbe verstärkt Systeme, die Proteine stabil halten, DNA-Schäden reparieren und den Transport innerhalb der Zelle organisieren. Auch ihre Proteine selbst scheinen besonders hitzestabil zu sein.

Einige ihrer Eigenschaften ähneln denen hitzeangepasster Bakterien und Archaeen. Unterschiedliche Organismengruppen könnten also ähnliche Lösungen entwickelt haben, um ihre Zellen bei extremer Hitze funktionsfähig zu halten.

Besonders interessant ist diese Amöbe aber auch für die Biotechnologie. Enzyme, die auch bei hohen Temperaturen zuverlässig funktionieren, können beispielsweise für industrielle Produktionsprozesse interessant sein. Da können ein paar Grad schon was ausmachen.

Solche hitzestabilen Enzyme werden etwa bei der Herstellung von Lebensmitteln oder Biokraftstoffen eingesetzt, wenn Ausgangsstoffe bei hohen Temperaturen aufgeschlossen und umgewandelt werden.

Quelle
Rappaport et al., 2026, Cell
doi.org/10.1016/…

biologie eukaryot hitze cell wissenschaft
+2 Less wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine mikroskopische Aufnahme der neu beschriebenen Amöbe Incendiamoeba cascadensis bei 55 °C. Zu sehen ist eine einzelne, unregelmäßig geformte und durchscheinende Zelle mit mehreren Ausstülpungen. Die Amöbe verändert ihre Form fortlaufend und kann die so entstehenden Zellfortsätze zur Bewegung und zur Bahrungsaufnahme nutzen. Die gesamte Amöbe ist kaum größer als 20 Mikrometern. Trotzdem handelt es sich um einen Eukaryoten und damit um eine grundsätzlich anders aufgebaute Zelle als bei Bakterien oder Archaeen. Ihr Erbgut liegt in einem abgegrenzten Zellkern, außerdem besitzt sie verschiedene membranumhüllte Zellbestandteile wie Mitochondrien. Bakterien und Archaeen besitzen dagegen keinen Zellkern und keine vergleichbare Unterteilung der Zelle. Gerade dieser komplexere innere Aufbau macht den Fund bemerkenswert, denn solche eukaryotischen Zellstrukturen und die zugehörigen komplexeren Prozesse müssen auch bei sehr hohen Temperaturen funktionsfähig bleiben. Incendiamoeba cascadensis kann sich noch bei 63 °C teilen und markiert damit die derzeit höchste nachgewiesene Temperatur, bei der sich ein Eukaryot vermehrt. Das Bild wurde von Beryl Rappaport von der University, Syracuse, NY, USA, aufgenommen und für die Berichterstattung seiner Forschungsergebnisse zur Verfügung gestellt.
Christian Stöcker @chrisstoecker mastodon.social

“Auch ein Fusionskraftwerk wäre im Prinzip nichts anderes als ein Tauchsieder“, sagt Harald Lesch bei der KlimaManagementTagung in Hamburg. „Wir müssen den Leuten, die ständig irgendwelche Wunderwaffen versprechen, entschlossen die Stirn bieten“. #Klimakrise #Wissenschaft

Harald Lesch auf einer Bühne, Klimamanagementtagung 2026
Dr. Michael Blume @BlumeEvolution digitalcourage.social

Die Behauptung, dass die IHRA - Definition des Antisemitismus auch sachliche Kritik an der israelischen Politik verbiete, ist schlichtweg falsch.

Auch ich selbst übe diese Kritik - etwa am Siedlungsbau & Übergriffen gegen die Gewaltenteilung - und weise darauf hin, dass ohne Frieden die ganze Region unbewohnbar wird!

Dabei beachte ich das schlichte 3D - Kriterium, übrigens gegenüber jedem Staat:

  • Keine Dämonisierung,
  • keine Delegitimierung,
  • keine doppelten Standards.

Es gibt nur eine Menschenwürde - und entsprechend lehne ich alle Versuche ab, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Ableismus gegeneinander auszuspielen. Jeder feindselige Dualismus geht fehl, immer.

Hier eine Gedenkrede in der Synagoge Stuttgart dazu:

(2/2)

#Antisemitismus #IHRA #Israel #Kritik #Dialog #Wissenschaft

scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/…

AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Emergenz: Der Ursprung biologischer Komplexität

Von einfachen Molekülen bis zur ersten lebenden Zelle war es kein plötzlicher Sprung, sondern eine Entwicklung über viele Stufen zunehmender Komplexität. Das klingt vielleicht zunächst banal, ist aber, so finde ich jedenfalls, wirklich spannend.

Eine Übersichtsarbeit der Goethe-Universität Frankfurt beleuchtet genau diesen Übergang und beschreibt, wie aus chemischen Wechselwirkungen schrittweise Systeme entstehen konnten, die wir letztlich als Leben bezeichnen.

Im Mittelpunkt steht dabei das Konzept der „Emergenz“. Gemeint ist, dass neue Eigenschaften entstehen, wenn unterschiedliche Bestandteile miteinander wechselwirken. Diese Eigenschaften lassen sich gleichzeitig aber nicht einfach aus den einzelnen Komponenten ableiten. Das Ergebnis ist quasi mehr, als die Summe der einzelnen Teile.

Ein klassisches Beispiel ist Wasser: Einzelne Wasserstoff- oder Sauerstoffatome besitzen noch keine der besonderen Eigenschaften, die Wasser auszeichnen. Erst ihre Verbindung erzeugt ein Molekül mit völlig neuen physikalischen Eigenschaften.

Die Arbeit beschreibt, dass genau solche emergenten Eigenschaften vermutlich entscheidend für die Entstehung des Lebens waren. Wasser spielt dabei eine zentrale Rolle. Durch seine Polarität zwingt es Molekülen bestimmte räumliche Ordnungen auf. So lagern sich beispielsweise fettartige, wasserabweisende Molekülteile bevorzugt nach innen zusammen, während wasserliebende Bereiche nach außen zeigen. Dadurch können sich komplexe Strukturen stabil bilden, wie etwa Membranen, die wir gestern schon näher betrachtet haben (reminder: Lipiddoppelschicht). Das gilt aber natürlich auch für Proteine oder eben Nukleinsäuren wie RNA und DNA.

In einem immer komplexeren System werden so manchmal kritische Zustände erreicht, bei denen sich durch Emergenz fundamentale Eigenschaften ändern oder einfach neu entstehen. Dadurch werden plötzlich neue Funktionen möglich, z. B. Moleküle, die ihre eigene Struktur reproduzierbar „beschreiben“ können. Erst dadurch werden Prozesse wie Replikation, Vererbung und letztlich Evolution überhaupt möglich.

Wichtig ist, dass diese Übergänge nicht als geradliniger Plan verstanden werden sollte, sondern das Ergebnis unzähliger Wechselwirkungen, Zufälle und eben emergenter Prozesse. Da ist nichts ülanbar.

Würde man die Erde vier Milliarden Jahre zurücksetzen und alles noch einmal beginnen lassen, würde vermutlich etwas völlig anderes entstehen als das Leben, das wir heute kennen, weil einfach die zugrundeliegenden Zufälle andere wären.

Quelle:
Schwalbe et al. (2026), Angewandte Chemie International Edition
doi.org/10.1002/…

Emergenz leben evolution chemie goetheuni
+3 Less wissenschaft wissenschaftskommunikation anysci
Das Bild zeigt eine Darstellung einer schraubenförmig gewundenen DNA-Doppelhelix, die von Wassermolekülen umgeben ist. Die DNA besteht aus zwei Strängen mit einem negativ geladenen Zucker-Phosphat-Rückgrat und vergleichsweise wasserabweisenden Basen. Im Wasser richten sich die gut mit Wasser wechselwirkenden Phosphatgruppen nach außen, während sich die Basen im Inneren der Doppelhelix anordnen und so möglichst wenig Kontakt mit dem Wasser haben. Dort verbinden sie sich zu komplementären Basenpaaren und lagern sich dicht übereinander. Das Zusammenspiel aus der Polarität des Wassers, den Wasserstoffbrücken zwischen den Basen, ihrer Stapelung und den Wechselwirkungen des Rückgrats mit der Umgebung stabilisiert die charakteristische räumliche Form der DNA. Nach demselben Grundprinzip falten sich auch viele andere biologische Moleküle. Die Eigenschaften des Wassers bilden damit eine grundlegende physikalisch-chemische Voraussetzung für die Entstehung des Lebens, wie wir es heute kennen. Das Bild wurde von Markus Bernards mit Hilge von KI erstellt und von der Goethe-Universität Frankfurt zur der veröffentlichen Übersichtsarbeit zur Verfügung gestellt.

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