Nachhaltige Medizinelektronik
Elektronik spielt auch in der Medizin eine immer größere Rolle, etwa in tragbaren Sensoren, EEG-Systemen oder intelligenten Pflastern. Ihre Herstellung benötigt jedoch Energie und wertvolle Rohstoffe.
Im europäischen Forschungsprojekt SUSTRONICS wurde deshalb untersucht, wie sich solche Produkte bereits während ihrer Entwicklung ressourcenschonender gestalten lassen.
Das Fraunhofer IZM untersuchte dafür verschiedene Prototypen medizinischer Elektronik, darunter intelligente Wundpflaster und Diabetessensoren.
Mithilfe sogenannter Lebenszyklusanalysen ermittelten die Forschenden, welche Umweltwirkungen von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung und Nutzung bis zur Entsorgung entstehen. So lässt sich erkennen, welche einzelnen Bauteile oder Materialien besonders stark ins Gewicht fallen.
Bei einem Pflaster zur Glukosemessung waren beispielsweise vor allem die Elektroden für die Umweltwirkungen verantwortlich. Durch die Integration eines optischen Sensors konnte der gesamte CO₂-Fußabdruck des Pflasters um rund 65 Prozent reduziert werden.
Noch deutlicher zeigte sich der Einfluss der Materialwahl bei intelligenten Wundpflastern. Werden für die flexiblen elektronischen Module alternative Substrate, Kohlenstoff statt Silber und Recyclingmaterialien eingesetzt, lassen sich deren Umweltwirkungen laut Projekt um bis zu 95 Prozent reduzieren.
Der interessante Ansatz liegt dabei vor allem im Zeitpunkt. Die Ökobilanz bewertet nicht erst das fertige Produkt, sondern wird selbst Teil seiner Entwicklung. Besonders problematische Materialien oder Bauteile können dadurch früh erkannt und ersetzt werden, bevor ein neues Medizinprodukt in größerem Maßstab hergestellt wird.
Quelle: Fraunhofer IZM, SUSTRONICS, 2026
izm.fraunhofer.de/de/…