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AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Feinfühlige Dickhäuter

Ein Elefantenrüssel ist kraftvoll, doch er ist zugleich ein hochpräzises Tastorgan. Rund 1.000 Tasthaare bedecken seine Oberfläche.

Eine in Science veröffentlichte Studie eines interdisziplinären Forschungsteams unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme zeigt nun, dass das Geheimnis dieser Feinfühligkeit in den besonderen Materialeigenschaften ebendieser Haare liegt.

Die Forschenden analysierten bis zu fünf Zentimeter lange Rüsselhaare mithilfe von Mikrocomputertomographie, Nanohärteprüfung und computergestützten Simulationen.

Anders als die gleichmäßig steifen Tasthaare von Ratten oder Mäusen zeigten die Elefantenhaare einen sogenannten funktionellen Gradienten.

Eine eher steife Basis geht fließend in eine weiche und elastische Spitze über. Zusätzlich weisen die Haare eine gebogene Struktur mit hohler Basis und kleinen inneren Kanälen auf.

Diese Architektur erhöht die Stoßfestigkeit und sorgt dafür, dass das Haar nicht bricht. Diese Stabilität ist besonders wichtig, da Tasthaare der Elefanten, die ja hoch spezialisierte Bestandteile des Tastsinns und keine gewöhnlichen Körperhaare sind, nicht nachwachsen können. Wenn ein Haar bricht oder verloren geht, entsteht quai ein taktiler “blinder Fleck”.

Simulationen und ein vergrößerter 3D-gedruckter Nachbau eines solchen Tasthaares zeigten, dass dieser Steifigkeitsverlauf es erleichtert, genau zu spüren, wo entlang eines Haares ein Kontakt entsteht.

So kann ein Elefant selbst empfindliche Gegenstände wie einen Tortilla-Chip aufnehmen, ohne ihn zu zerbrechen, oder eine kleine Erdnuss gezielt greifen. Die Materialstruktur selbst liefert dabei bereits eine Art eingebaute Information über Ort und Intensität der Berührung – ein Prinzip, das die Forschenden als „verkörperte Intelligenz“ bezeichnen. (Hatten wir hier auch schon mal im Zusammenhang mit “Mikroschwimmern”)

Die Ergebnisse erweitern nicht nur das Verständnis der taktilen Wahrnehmung dieser beeindruckenden Tiere, sondern könnten auch neue, bioinspirierte Sensortechnologien in der Robotik anregen, bei denen intelligente Materialeigenschaften bereits einen Teil der Informationsverarbeitung übernehmen.

Quelle:
Schulz et al. (2026), Science
doi.org/10.1126/…

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Das Bild zeigt eine Nahaufnahme eines Elefantenrüssels. Ein Mensch reicht dem Tier ein kleines Obststück und es ist erkennbar, wie behutsam Mensch und Tier hier agieren. Die Aufnahme entstand im Zoo Heidelberg und wurde vom MPI-IS/A als Begleitmetarial für die Veröffentlichung ihrer Studienergebnisse zur Verfügung gestellt.
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Ameisen nutzen Antibiotika

Ameisensäure kennt vermutlich jeder. Sie ist der Stoff, den Waldameisen zur Verteidigung versprühen und der dem Ameisengift seinen Namen gegeben hat.

Seit dem 17. Jahrhundert galt diese Säure als der zentrale und nahezu einzige Wirkstoff im Gift der sogenannten Schuppenameisen. Doch offenbar war das nur ein Teil der Geschichte.

Ein Forschungsteam der Freien Universität Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat nun gezeigt, dass das Gift dieser Ameisen deutlich komplexer aufgebaut ist als bisher angenommen.

Mithilfe moderner molekularbiologischer und chemischer Methoden entdeckten die Forschenden zwei bislang unbekannte Familien kleiner Peptide, die im Ameisengift enthalten sind.

Die Faszination offenbart sich bei der Nutzung, denn Ameisen nutzen ihr Gift nicht nur zur Verteidigung gegen Feinde. Sie tragen es auch auf ihre Brut auf.

Während die Ameisensäure verdunstet, bleiben die kleinen Peptide auf den Puppen zurück und schützen sie offenbar vor Krankheitserregern. So wirken einige dieser neu entdeckten Moleküle z.B. gegen Pilze, die für soziale Insektengemeinschaften eine erhebliche Gefahr darstellen können.

Damit zeigt sich einmal mehr, wie ausgeklügelt die Hygienestrategien sozialer Insekten sind. Ameisen leben in großen Gemeinschaften mit tausenden Individuen auf engstem Raum, wo sich Krankheitserreger eigentlich besonders leicht ausbreiten müssten. Wirksame Abwehrmechanismen sind überlebenswichtig.

Spannend ist die Entdeckung aber auch für die Medizin. Antimikrobielle Peptide gelten seit Jahren als mögliche Kandidaten für neue Wirkstoffe gegen resistente Krankheitserreger. Allein die Unterfamilie der Schuppenameisen umfasst mehr als 3.700 Arten. Möglicherweise verbirgt sich in ihren Giften noch ein ganzes Arsenal bislang unbekannter bioaktiver Substanzen.

Quelle:
Koch et al. (2026), Science Advances
science.org/doi/…

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Das Bild zeigt eine Aufnahme aus dem Nest der Zimmermannsameise, die auch bei uns heimisch ist und vor allen Dingen in Totholz zu finden ist. Erwachsene Tiere kümmern sich um die Puppen und benetzen diese mit Peptiden, die die den NAchwuchs vor Krankheitserregern schützen. Das Foto wurde von Lukas Koch angefertigt und von der Freien Universität Berlin zur Verfügung gestellt.
Isabel Richards @1sabelR mastodon.social

Today I spoke to WIN News about the importance of #ThirdPlaces.

More & more third places like #libraries are either reducing hours, changing hours to inaccessible times, or closing.

Research shows this disproportionately impacts children & teens, people with low socioeconomic status, & people who are chronically ill: pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/…

As part of our #solarpunk season of @sci_burst@mastodon.social, @theEllamo@mastodon.social & I did an ep on the #science of third places. Head to your fav pod platform to tune in!

Isabel Richards, Science Communicator. Woman with blonde hair and glasses speaking. There are trees and people walking on a path in the background.
Sci_Burst S3 E3: Science, Community, And Third Places