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Tino Eberl @tinoeberl mastodon.online

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AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Alarm in der Wurzel

Wurzeln sind im Boden gut verborgen, aber keineswegs vor Angriffen geschützt. Insektenlarven oder Nematoden können sie verletzen und sich anschließend weiter durch das Wurzelsystem bewegen.

Für die Pflanze ist es deshalb sinnvoll, nicht nur am Ort der Verletzung zu reagieren, sondern auch benachbarte, noch unbeschädigte Wurzeln auf die mögliche Gefahr vorzubereiten. Wie die Information über eine Verletzung innerhalb des Wurzelsystems weitergegeben wird, war bislang allerdings nicht so gut verstanden.

Ein Forschungsteam der Uni Würzburg hat diesen Signalweg nun an der Ackerschmalwand Arabidopsis thaliana untersucht. Dafür verletzten die Forschenden einzelne Zellen oder größere Bereiche einer Seitenwurzel und zeichneten unter anderem elektrische Veränderungen und Kalziumsignale auf.

Dabei zeigte sich ein erstaunlich schneller Übertragungsweg. Durch die Verletzung fällt der Druck in den Zellen ab. Dieser Druckverlust breitet sich durch das verbundene Wurzelsystem aus und erreicht benachbarte Seitenwurzeln mit rund 75 Millimetern pro Sekunde.

Dort reagieren sogenannte mechanosensitive Ionenkanäle (z.B. MCA1) auf die Druckänderung. Die mechanische Reizung führt also zu einer Öffnung dieser Kanäle und einem entsprechenden Einstrom von Kalzium (Ca2+). Diese positive Ladung führt zu einer Aktivierung von Prozessen in der Zelle, die letzlich unter anderem zu einer Aktivierung von Genen für Abwehrreaktionen führen.

Auf diese Weise kann eine Verletzung auch in noch unbeschädigten Nachbarwurzeln Reaktionen auslösen und sie damit quasi vorsorglich auf eine drohende Gefahr vorbereiten.

Quelle:
Baudon et al. (2026), Science Advances, „MCA1 mechanosensitive channels enable fast communication of wound signals between lateral roots“

science.org/doi/…

arabidopsis biologie uniwürzburg science wissenschaft
+2 Less wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine schematische Darstellung einer Pflanze mit einem verzweigten Wurzelsystem. Eine Seitenwurzel wird mechanisch verletzt. Eine vergrößerte Darstellung zeigt, dass dadurch der Druck in den verletzten Zellen abfällt. Dieser Druckverlust breitet sich als mechanisches Signal durch das Wurzelsystem bis zu einer benachbarten Seitenwurzel aus. Dort reagieren mechanosensitive MCA1-Ionenkanäle auf die Druckänderung und lösen unter anderem Kalziumsignale aus. Glutamat-Rezeptoren, kurz GLR, sind an der Verstärkung der Reaktion beteiligt. Die Signalkette trägt schließlich dazu bei, Abwehrreaktionen in der noch unverletzten Wurzel zu aktivieren. Die Abbildung wurde von Angel Baudon von der Universität Würzburg erstellt und für die Berichterstattung über diese Forschung zur Verfügung gestellt.
Flipboard Science Desk @ScienceDesk flipboard.social

Popular accounts of the discovery of the structure of DNA suggest that Rosalind Franklin missed the significance of the photo she famously produced, and that the flash of insight was James Watson’s alone. A new paper by science historian Alistair Sponsel and crystallographer Brian Sutton argues that’s not true — and the evidence is right there in Franklin’s notes. Here’s more from Science magazine.

flip.it/N59d6R

Science RosalindFranklin ScienceHistory
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Leben unter dem Eis von Enceladus?

Unter der dicken Eiskruste des Saturnmondes Enceladus liegt ein globaler Ozean, an dessen Grund vermutlich heißes Wasser mit dem felsigen Kern reagiert.

Im letzten Jahr zeigte eine Studie, dass dort eine erstaunlich vielfältige organische Chemie stattfindet. Letztes Jahr war ich noch nicht hier, daher gibt es den alten Beitrag nur auf Facebook, aber ich verlinke die alte Studie auch nochmal unten.

Falls an dieser Stelle zu der älteren Studie mehr Infos gesünscht sind, teile ich den älteren Beitrag hier gerne auch nochmal. Einfach fragen.

Eine neue Arbeit setzt jedenfalls nun mit der Frage an, ob die bekante Chemie dieses Ozeans auf Enceladus tatsächlich einen Stoffwechsel ermöglichen könnte?

Dafür hat ein Forschungsteam der LMU München einige der vermuteten Bedingungen am Meeresboden von Enceladus im Labor nachgebildet.

In sauerstofffreiem, stark alkalischem Wasser kombinierten die Forschenden Mineralien, die dem felsigen Kern des Mondes entsprechen sollen.

Bei den Wasser-Gesteins-Reaktionen entstand Wasserstoff. Genau solche Prozesse könnten auch am Meeresboden von Enceladus stattfinden.

Anschließend gaben die Forschenden Methanothermococcus okinawensis hinzu, ein Archaeon, das ursprünglich an einer hydrothermalen Quelle in unserem Meer entdeckt wurde und Wasserstoff als Energiequelle nutzen kann.

Und tatsächlich wuchsen die Archaeen selbst bei einem pH-Wert von 11 und produzierten Methan. Das ist bemerkenswert, weil bei einem so hohen pH kaum frei verfügbares CO₂ vorhanden ist.

Der größte Teil des anorganischen Kohlenstoffs liegt stattdessen als Hydrogencarbonat und Carbonat vor. Genanalysen zeigten jedoch, dass die Zellen unter diesen Bedingungen verstärkt Teile ihres Stoffwechsels zur CO₂-Fixierung aktivierten. Offenbar konnten sie so selbst die sehr geringen CO₂-Mengen noch für ihren Aufbau nutzen.

Energie und Kohlenstoff für das Wachstum stammten damit letztlich aus Bedingungen, die gezielt nach dem Vorbild von Enceladus erzeugt worden waren.

Das bedeutet natürlich nicht, dass in dem Ozean dort tatsächlich Archaeen leben. ABer es könnte durchaus sein.

Einige der chemischen Voraussetzungen, die Cassini in der älteren Studie auf Enceladus nachgewiesen hat, könnten grundsätzlich ausreichen, um einen irdischen Mikroorganismus mit Energie und Kohlenstoff zu versorgen.

Quellen:

Helmbrecht et al., 2026, Science Advances
science.org/doi/…

Khawaja et al., 2025, nature astronomy
doi.org/10.1038/…

Bildquelle:

science.nasa.gov/solar-system/…

biologie astrobiologie science LMU enceladus
+8 Less saturn archaeen leben weltall astronomy wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt den Saturnmond Enceladus vor dem schwarzen Hintergrund des Weltraums. Seine helle, eisbedeckte Oberfläche ist von zahlreichen Rissen, Furchen und unterschiedlich stark zerklüfteten Bereichen durchzogen. Einige Bruchlinien ziehen sich über große Teile der Oberfläche. Unter dieser Eiskruste befindet sich ein globaler Ozean aus flüssigem Wasser. Hinweise darauf lieferte unter anderem die Raumsonde Cassini. Sie beobachtete am Südpol gewaltige Fontänen, in denen Wasserdampf und Eispartikel aus Spalten der Oberfläche ins All geschleudert werden. Cassini flog mehrfach durch diese Fontänen und konnte ihre Bestandteile direkt untersuchen. Zusammen mit Messungen des Schwerefeldes und der Bewegung der Eiskruste sprechen diese Daten dafür, dass sich unter dem Eis ein globaler Ozean befindet. Die aktuelle Studie geht nun der Frage nach, ob die dort vermuteten chemischen Bedingungen grundsätzlich auch einen mikrobiellen Stoffwechsel ermöglichen könnten. Das Bild stammt von NASA, Jet Propulsion Laboratory (JPL) und Space Science Institute (SSI). Die Seite ist im Haupttext ebenfalls verlinkt.
Aljoscha Rittner (beandev) @beandev social.tchncs.de

Mehr als 7.000 Jahre alt: Archäologen entdecken Leipzigs ältestes Grab | mdr.de

mdr.de/nachrichten/…

Es ist ein Glücksfund für die Archäologen. In Leipzig Möckern haben sie die bisher älteste Grabstätte der Stadt gefunden. Mit einem Alter von vermutlich mehr als 7.000 Jahren ist es zudem eines der ältesten Gräber in ganz Sachsen. MDR SACHSEN beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Funde.

Wer von euch wurde da ausgegraben? 😬

Daniel Pomarède @pomarede mastodon.social

Smile’s first ultraviolet footage shows auroral substorm

This is the first footage to be released from the ultraviolet camera (UVI) on the European-Chinese Smile mission. With UVI, Smile is now the first spacecraft since 2008 to capture the full ring of northern lights around the north pole in ultraviolet light, and is doing so for a record-breaking 45 hours at a time.

Credit: ESA & CAS/Smile/UVI

esa.int/Science_Exploration/…

Smile spacecraft Earth ultraviolet space
+3 Less science news astrodon
A square blue image, with a little over half of Earth taking up most of the image. Earth looks like how we see the Moon when it is waxing or waning at just over a half-Moon. Because this is an ultraviolet image, Earth does not appear in its usual colours, but is light blue with a white ring. This ring is about a third of the size of the face of Earth that we see, and is quite swirly, like clouds or dye being mixed with water. The background of the image is dark blue, with some tiny white dots: these are stars. The stars are moving downwards, giving the impression that the satellite taking the footage is moving. Text at the top left says 'Smile UVI / 2026-07-24T00:00:00 UT' with the timestamp increasing from 00:00:00 to 00:59:08 throughout the GIF.
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Ein Tor zur Zelle

Zellen sind von einer Membran umgeben, die das Zellinnere von der Umgebung trennt. Proteine können diese Barriere nicht einfach beliebig passieren. Für ihren Transport gibt es deshalb winzige molekulare Schleusen. Eine der wichtigsten ist das sogenannte Sec-Translokon.

Es hilft dabei, Proteine durch die Membran zu transportieren oder direkt in sie einzubauen und ist für Zellen lebensnotwendig.

Genau das macht die Erforschung aber schwierig. Verändern Forschende entscheidende Bestandteile dieser Schleuse zu stark, funktioniert sie möglicherweise nicht mehr und die Zelle stirbt.

Ein Team am Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg hat deshalb einen ziemlich eleganten Ausweg gefunden. Die Forschenden bauen die molekulare Schleuse einfach außerhalb einer lebenden Zelle nach.

Ihre Plattform Prosecco stellt die benötigten Proteine im Reagenzglas her, wo sie sich selbst in künstliche Membranbläschen einbauen. Dort können die Forschenden Varianten ausprobieren, die für eine echte Zelle möglicherweise tödlich wären.

Auf diese Weise testeten sie in einem einzigen Experiment rund 300 unterschiedliche Varianten des zentralen Kanalproteins. Einige davon transportierten Proteine bis zu achtmal so effizient wie die ursprüngliche Form.

Aber mal im Ernst, warum ist so eine molekulare Schleuse überhaupt interessant?

Nun, einen großen Teil unserer Biotechnologie verdanken wir Zellen, die wir als winzige Fabriken nutzen. Bakterien und andere Mikroorganismen stellen beispielsweise Enzyme für Lebensmittel und Waschmittel, Bestandteile von Medikamenten oder Proteine für Diagnostik und Forschung her.

Häufig reicht es dabei nicht, dass ein Protein einfach nur produziert wird. Es muss auch an den richtigen Ort gelangen, in eine Membran eingebaut oder aus der Zelle herausgeschleust werden. Genau dabei spielen Transportsysteme wie Sec eine zentrale Rolle.

Je besser wir also verstehen und sogar gezielt beeinflussen können, wie diese molekularen Tore arbeiten, desto genauer lassen sie sich künftig biotechnologisch nutzen.

Quelle
Meier et al., 2026, Science Advances, 12, aej0987

science.org/doi/…

weitere Infos:
mpi-marburg.mpg.de/1616486/…

zelle biologie biotechnologie MPI wissenschaft
+3 Less wisskomm science anysci
Das Bild ist zweigeteilt. Links ist ein gezeichnetes Schema eines Membrannbläschens mit einer für tierische Zellen typischen Lipiddoppelschicht. Dabei zeigen die wasserliebenden Köpfchen der Moleküle nach außen und die wasserabweisenden Schwänzchen  ordnen sich innen an. Auf diese Weise entsteht in einer wässrigen Umgebung die Striktur eines Doppelrings. Außen ist die Außenwelt, ganz innen das Zellinnere und zwischen den Membranschichten eine weitestgehend undurchdringliche Fettschicht. In diese Membran eingelagert sind Transportproteine, die dafür sorgen, dass größere Moleküle durch die Membran hindurch geschleust werden können. Sie durchdringen die gesamte Membran punktuell und bilden steuerbare Kanäle, die aus mehreren Elementen bestehen und sich öffnen und schließen lassen. Erst sie ermöglichen einen Austausch. Ein solches Membranbläschen, das keine Zelle ist, sondern wirklich nur Bläschen mit Transportmolekül, konnte am MPI für terrestrische Mikrobiologie in Marburg hergestellt werden. Eine elektronenmikroskopische Aufnahme diese winzigen Struktur ist rechts im Bild zusehen. Insbesondere die Doppelringstruktur ist deutlich zu erkennen. Das Bild stammt von Tobias Erb und wurde vom MPI für den Bericht über diese Forschung zur Verfügung gestellt.
Christopher Coenen 🎶💃✊🏻🕺🎨 @tsetse todon.eu

againstoligarchy.org

English below

24.9. in Berlin: Kundgebung gegen Peter Thiel und die Verleihung des Axel Springer Award an ihn :

Teach-in “Wissenschaft gegen Tech-Oligarchie und Faschismus”

Berlin, Rudi-Dutschke-Str. 3
(Ecke Lindenstr. 37)
24.09.2026, 14:30

ENGLISH:

Berlin, 9/24: Protest against Peter Thiel and the presentation of the Axel Springer Award to him :

Teach-in “Science Against Tech-Oligarchy and Fascism”

Berlin, Rudi-Dutschke-Str. 3
(Corner Lindenstr. 37)
24 September 2026, 2:30pm#

There is now more information on againstoligarchy.org :

Topics, questions and materials for discussion, some speakers, and a general statement concerning the teach-in:

Allgemeines Statement / General Statement : 

Die Wissenschaft hat der Gesellschaft und dem Menschen zu dienen. Deswegen muss sie die Tech-Oligarchie und den Faschismus als Gefahren für unsere Gesellschaften und die Demokratie thematisieren. Die Wissenschaft muss sie aber auch bekämpfen, weil beide - der Faschismus sowieso, aber auch die Technik und Forschung glorifizierende Tech-Oligarchie - die Vernunft und damit die Wissenschaft selbst angreifen.

Science must serve society and humanity. That is why it must analyse the tech oligarchy and fascism as threats to our societies and to democracy. But science also needs to fight against them, because both—fascism, of course, but also the tech oligarchy, which extols technology and research—attack reason and, thereby, science itself.

Thiel PeterThiel ThielNotWelcome ThielShallNotPass teachin
+10 Less techoligarchy AxelSpringer HaltDieFresseSpringerpresse SpringerZerschlagen Trump antifa Faschismus FaschismusIstKeineMeinung Wissenschaft Science
Tarvo @tarvothamm fediscience.org

Hello,

I’m Tarvo, a geneticist by training who somehow ended up spending most of his working life at the intersection of medicine, data, hospital IT and digitalisation.

These days, my scientific work often means helping clinicians make sense of their data, while my day job is increasingly about preparing a hospital for a future in which AI will simply be part of medicine — whether institutions are ready for it or not.

I joined FediScience because I miss thoughtful scientific conversation. I’m particularly interested in AI, medicine, genetics, statistics, mathematics, open science and the wonderfully messy question of how we actually integrate new technology into real-world healthcare.

I’m here to learn, exchange ideas, occasionally ask stupid questions, and hopefully contribute something useful in return. Say hello — recommendations for interesting people to follow are very welcome.

A starry night, but in another galaxy ✨

Fly over the Magellanic Clouds, two galaxies orbiting the Milky Way, and discover a new stellar landscape — completely different from the one we see in our sky here on Earth.

1/2

📹 ESO/M. R. Cioni et al., VMC Survey, P. Horálek, Zdeněk Bardon, N. Risinger
🎵 Mylonite – Composition 129

astrodon astronomy astrophysics space science
A video panning over two irregular galaxies — wispy conglomerations of countless stars without a well-defined shaped. The text says: "Wonders of the Universe. The cores or the Magellanic Clouds. VISTA Survey Telescope. These are the Magellanic Clouds, two neighbouring galaxies about 200000 light-years away. New infrared images from ESO's VISTA telescope show their cores up close. These infrared images see through dust, revealing millions of stars in our cosmic neighbours."
MPI for Gravitational Physics @mpi_grav academiccloud.social

Our colleagues at @unihannover@wisskomm.social have an open call for a postdoctoral researcher as part of the project “Developing a modular suspension platform interferometer for the Einstein Telescope”.

The fixed-term position at salary scale 13 TV-L, 100 % is limited to 3 years.

ℹ️ uni-hannover.de/en/…

📅 Applications must be submitted by 11 October 2026

EinsteinTelescope Physics Postdoc Science FediHire
+2 Less Job ScienceJobs

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