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Fahre seit 2017 vollelektrisch & gegen alle fossile Desinformation u.a. des AxelSpringer-Konzerns.
Und freue mich:
âDer ADAC hat 1.060 Menschen in Deutschland online befragt, die ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV, also ein reines Elektroauto ohne Verbrenner) im Haushalt haben. FĂŒr knapp drei Viertel war das aktuelle Elektroauto das erste E-Auto im Haushalt.
Der Umstieg gelingt dabei meist ohne groĂen Frust. Ăber 90 Prozent beschrieben den Wechsel vom Verbrenner auf ein Elektroauto als Erstwagen als einfach oder sehr einfach.
Das erklĂ€rt den starken Wert bei der Elektroauto Zufriedenheit: 70 Prozent sind sehr zufrieden, 27 Prozent zufrieden. Unzufrieden ist nur knapp 1 Prozent â das ist ungefĂ€hr einer von hundert Befragten.â
97 Prozent Zufriedenheit!
Wer sagt den VerbrennerkÀufern, dass sie jahrelang fossil belogen wurden & weiterhin jeden Tag an der Tankstelle abgezockt werden?
Fossilismus tötet, auch den Verstand.
#ElektromobilitĂ€t #Zufriedenheit #SolarPunk #Fossilismus auto-motor-und-sport.de/verkehr/âŠ
Ein Teil des kulturellen Wandels, der ins Haus steht und sich mit dem #Solarpunk ankĂŒndigt, ist, sich der Apathie der Consommateurs zu befreien und sich als âCrĂ©ateurâ zu finden. Das ist ziemlich voraussetzungvoll. Man muss die innere Freiheit besitzen, sich zu getrauen, a) zu behaupten, dass etwas noch nicht ist, b) dass es gehen kann, c) dass man selbst es leisten oder anschieben kann und d) die Traum-Tat-Schwelle zu ĂŒberwinden, es anzugehen, ⊠1/2
âMichael, Du fĂ€hrst doch seit fast zehn Jahren Renault, voll-elektrisch. Merkst Du Unterschiede, wie die Leute reagieren?â
âJa, riesige.
2017 haben die meisten gespottet.
Ab 2020 waren die meisten interessiert.
Und ab 2026 sind viele neidischâŠâ đ€·ââïžđ
#Elektroautos #Erneuerbare #Friedensenergien #Deutschland #Frankreich #VW #Daimler #Renault #BMW #Autokonzerne #Energiewende #Verkehrswende #Klimakrise #Fossilismus #Reaktanz #Neid #Neugier #SolarPunk
Ein sehr schöner Beitrag auf @arte@tooter.social ĂŒber Utopien und Dystopien.
Mit dabei (vor einigen Tagen hatte ich dazu eine Anspielung, die aber wohl niemand gesehen hat đ): SUN RAâs Space is the place, prĂ€sentiert Adyam Tesfamariam.
Ich wundere mich allerdings, dass #Solarpunk keine ErwÀhnung fand.
Trotzdem: dringende Empfehlung!
For a while now weâve been dreaming of building boats ( starting with a #proa ) from old discarded #windturbine blades. Unfortunately despite sending close to a hundred emails (companies, universities, foundations etc) we canât seem to reach anyone with access to them.
So maybe the power of social media and the #fediverse will do the trick đ
If you know of a place they are just laying around, work for an entity or know someone with access to them please contact usđ
Der Möglichkeitssinn
Die gröĂte StĂ€rke von Solarpunk als Bewegung liegt darin, Menschen zu ermöglichen, sich andere, bessere ZukĂŒnfte ĂŒberhaupt erst vorzustellen. Dieser Möglichkeitssinn â die FĂ€higkeit, hinter dem Bestehenden auch das Mögliche zu sehen â ist im 21. Jahrhundert erstaunlich verkĂŒmmert. Warum das so ist und wie Solarpunk diesen Sinn in verschiedenen Lebensbereichen wieder stĂ€rkt, lest ihr hier.
âEarth, water, airâ by Xulia Vicente, CC BY-ND 4.0Sind Utopien gefĂ€hrlich?Utopien haben ein Imageproblem. Sie gelten entweder als weltfremde Spinnereien â nett gemeint, aber praktisch irrelevant â oder als gefĂ€hrliche Einstiegsdrogen in totalitĂ€re Systeme. Manchmal wird ihnen sogar beides gleichzeitig vorgeworfen, was schon rein logisch nicht ganz aufgeht: Etwas kann kaum zugleich zu harmlos-vertrĂ€umt und zu gefĂ€hrlich-wirkmĂ€chtig sein.
Diese Abwertung hat Geschichte. Konservative und liberale Denker haben seit dem 20. Jahrhundert immer wieder vor der utopischen Vernunft gewarnt â als hĂ€tte die Vorstellung einer besseren Welt zwangslĂ€ufig den Weg in ins Arbeitslager zur Folge. Karl Popper etwa sah im utopischen Denken den NĂ€hrboden fĂŒr totalitĂ€re GesellschaftsentwĂŒrfe. Diese Kritik trifft einen wahren Kern â tatsĂ€chlich haben sich einige Utopien in Dystopien verwandelt, wenn sie mit absoluter Gewissheit und ohne Fehlerkorrektur umgesetzt werden sollten. Aber sie wird auch strategisch genutzt, um jede Vorstellung einer anderen Gesellschaftsordnung von vornherein zu diskreditieren. Wenn âes gibt keine Alternativeâ zur Standardantwort auf gesellschaftliche Probleme wird, stirbt der Möglichkeitssinn einen stillen Tod.
Dagegen steht der Philosoph Ernst Bloch mit seinem Hauptwerk Das Prinzip Hoffnung. FĂŒr Bloch ist Utopie kein fertiger Bauplan, sondern eine Denkbewegung â der âTraum nach vorwĂ€rtsâ, das Noch-Nicht-Bewusste, das sich in Kunst, AlltagstrĂ€umen und gesellschaftlichen SehnsĂŒchten immer wieder zeigt. Utopisches Denken ist bei Bloch nicht die Behauptung, man wisse genau, wie die perfekte Zukunft aussieht â es ist die Ăffnung eines Möglichkeitsraums. Genau das macht auch die StĂ€rke von Solarpunk aus: Es geht nicht um ein fertiges Programm, sondern um das beharrliche Wachhalten der Frage âwas wĂ€re, wenn?â
Der Verlust der UtopieEin aufschlussreiches Beispiel dafĂŒr, wie dieser Ăffnungsprozess auch wieder verengt werden kann, liefert die Geschichte der Arbeiter:innenbewegung selbst. Die frĂŒhsozialistischen und -anarchistischen Strömungen des 19. Jahrhunderts â von Charles Fourier ĂŒber Robert Owen bis zu Peter Kropotkin â waren zutiefst utopisch geprĂ€gt: Sie entwarfen konkrete, oft geradezu verspielte Bilder davon, wie eine solidarische Gesellschaft aussehen könnte, wie Arbeit, Wohnen und Gemeinschaft neu organisiert werden könnten. Karl Marx und Friedrich Engels grenzten sich davon explizit ab und prĂ€gten den abwertenden Begriff des âutopischen Sozialismusâ, den sie ihrem eigenen, angeblich âwissenschaftlichenâ Sozialismus gegenĂŒberstellten.
Der Anspruch, historische GesetzmĂ€Ăigkeiten erkannt zu haben, statt bloĂ wĂŒnschenswerte ZukĂŒnfte zu entwerfen, verlieh der Bewegung zwar analytische SchĂ€rfe â er trug aber möglicherweise auch dazu bei, dass sich spĂ€ter autoritĂ€re Umsetzungen durch eine selbsternannte revolutionĂ€re Vorhut (die berĂŒhmte âAvantgardeâ Leninâscher PrĂ€gung) leichter legitimieren lieĂen. Wenn eine Partei behauptet, im Besitz der wissenschaftlichen Wahrheit ĂŒber den Geschichtsverlauf zu sein, braucht sie die Vielstimmigkeit utopischen Denkens nicht mehr â sie hat ja schon recht. Der Verlust des offenen, experimentellen Möglichkeitssinns zugunsten einer geschlossenen âwissenschaftlichenâ Gewissheit könnte also selbst Teil des Problems gewesen sein, nicht die Utopie an sich.
Auch der Historiker Rutger Bregman hat mit seiner Formel von der âUtopie fĂŒr Realistenâ gezeigt, dass sich groĂe gesellschaftliche Fortschritte â der Achtstundentag, das Frauenwahlrecht, die Demokratie selbst â zu ihrer Zeit allesamt als naive Utopien anhörten, bevor sie Wirklichkeit wurden. Utopisches Denken war historisch gesehen nie nur ein RĂŒckzugsort fĂŒr TrĂ€umer, sondern oft der Vorlauf fĂŒr reale VerĂ€nderung.
Falsche Ăberzeugungen verlernenIn seinem Buch Im Grunde gut geht Bregman noch einen Schritt weiter und greift damit eine der hartnĂ€ckigsten Blockaden des Möglichkeitssinns direkt an: das pessimistische Menschenbild. Die Vorstellung, der Mensch sei im Kern egoistisch, konkurrenzgetrieben und nur durch Zwang oder Anreize zu prosozialem Verhalten zu bewegen, gilt vielen als nĂŒchterner Realismus â dabei ist sie selbst eine unbelegte, historisch gewachsene ErzĂ€hlung. Bregman zeigt anhand zahlreicher Beispiele, von Katastrophenforschung bis zur Neubewertung klassischer psychologischer Experimente wie dem Stanford-Prison-Experiment, dass Menschen in Krisensituationen weit hĂ€ufiger kooperativ und solidarisch handeln, als das gĂ€ngige Zerrbild vom egoistischen Menschen suggeriert. Das ist mehr als eine akademische FuĂnote: Wenn wir tief davon ĂŒberzeugt sind, dass Menschen im Grunde schlecht sind, wird jede solidarische Utopie automatisch zur naiven TrĂ€umerei abgestempelt, die an der âmenschlichen Naturâ scheitern muss. Ein realistischeres, empirisch fundierteres Menschenbild öffnet dagegen erst den Raum, in dem Solarpunk-ZukĂŒnfte ĂŒberhaupt denkbar werden.
Das verweist auf einen wichtigen RĂŒckkopplungseffekt zwischen Möglichkeitssinn und RealitĂ€tssinn: Es geht beim utopischen Denken oft gar nicht in erster Linie darum, etwas Neues hinzuzulernen, sondern darum, vermeintliche Gewissheiten wieder zu verlernen. Das zynische Menschenbild, der Glaube an die Alternativlosigkeit des Status quo, die Ăberzeugung, Kooperation im groĂen Stil sei naiv â all das sind keine neutralen Tatsachenbeobachtungen, sondern selbst historisch gewachsene, oft interessengeleitete Narrative. Utopisches Denken korrigiert insofern nicht nur unsere Vorstellung von der Zukunft, sondern auch unsere Wahrnehmung der Gegenwart und der Vergangenheit. Wer erkennt, dass Menschen in der Elbflut-Katastrophe oder nach dem Hurrican Katrina eben nicht in Panik und PlĂŒnderung verfielen, sondern spontane SolidaritĂ€t zeigten, sieht plötzlich auch die Gegenwart mit anderen Augen: Kooperation ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Möglichkeitssinn und der RealitĂ€tssinn stehen sich also nicht als Gegner gegenĂŒber â sie korrigieren sich gegenseitig. Aber wie genau trĂ€gt Solarpunk dazu bei?
Ăsthetik: Bilder, die einladenSolarpunk hat als Ăsthetik begonnen, und diese visuelle Ebene bleibt bis heute enorm wichtig. Bilder von begrĂŒnten Hochhausfassaden, von Solarpanels auf DĂ€chern traditioneller Architektur, von WindrĂ€dern, die sich organisch in Landschaften einfĂŒgen, von Menschen, die in ĂŒberwucherten, aber lebendigen StĂ€dten unterwegs sind â diese Bilder prĂ€gen das Genre seit seinen AnfĂ€ngen.
Am stĂ€rksten wirkt diese Ăsthetik dort, wo sie Vergangenheit und Zukunft versöhnt statt gegeneinander auszuspielen. Anders als der sterile, oft kalte Futurismus klassischer Science-Fiction â glĂ€serne TĂŒrme, makellose OberflĂ€chen, technologische Reinheit â zeigt Solarpunk ZukĂŒnfte, in denen alte Handwerkstechniken, regionale Bauweisen und kulturelle Traditionen mit neuen Technologien verschmelzen. Solarpanels auf LehmhĂ€usern, StadtgĂ€rten mit digitaler BewĂ€sserungstechnik, LastenrĂ€der unter Erntedrohnen. Diese Bilder sagen etwas aus, bevor ĂŒberhaupt ein Wort fĂ€llt: Fortschritt muss nicht bedeuten, dass wir unsere Wurzeln kappen. Man kann in die Zukunft gehen, ohne die Vergangenheit zu vergessen oder plattzuwalzen.
Diese Bilder funktionieren als eine Art Voreinstellung des Möglichkeitssinns â sie geben uns visuelles Material, mit dem wir uns eine andere Welt ĂŒberhaupt erst vorstellen können, bevor der Verstand mit all seinen EinwĂ€nden (âaber wie soll das gehen?â) dazwischenfunkt.
Literatur: Die Sogwirkung des âSo könnte es werdenâIn Geschichten wird die StĂ€rkung des Möglichkeitssinns am offensichtlichsten. Die besten Solarpunk-Romane sind akribisch gebaute Zukunftswelten, die trotz aller Hoffnung realistisch bleiben: Der Klimawandel wird nicht einfach wegdiskutiert, MilliardĂ€re geben ihr Vermögen nicht freiwillig her, gesellschaftliche Konflikte lösen sich nicht ĂŒber Nacht in Wohlgefallen auf. Und doch zeigen diese Geschichten immer wieder Szenen von SolidaritĂ€t, Kooperation und kollektivem Handeln, die zeigen: Menschen sind auch zu etwas anderem fĂ€hig als zu Konkurrenz und Ausbeutung.
Wenn diese Gratwanderung gelingt â zwischen ungeschönter Gegenwartsanalyse und der beharrlichen Behauptung, dass es anders gehen könnte â entfalten diese Geschichten eine echte Sogwirkung. Ein starkes GefĂŒhl von âso könnte die Zukunft werdenâ stellt sich ein, das sich deutlich von den allgegenwĂ€rtigen Dystopien unterscheidet, die weite Teile der Science-Fiction und auch anderer Genres prĂ€gen. Nach Jahrzehnten von Klimakatastrophen-Szenarien, Ăberwachungsdystopien und postapokalyptischen Ădlandschaften wirkt eine Geschichte, die zeigt, wie Menschen gemeinsam etwas aufbauen statt nur TrĂŒmmer zu durchqueren, fast schon subversiv.
Diese Literatur ist deshalb kein eskapistischer Kitsch, sondern politische Arbeit im besten Sinne: Sie erweitert, was wir uns ĂŒberhaupt fĂŒr vorstellbar halten â und genau das ist die Voraussetzung dafĂŒr, dass wir fĂŒr etwas kĂ€mpfen können, das es noch nicht gibt.
Bewegung: PrĂ€figurative Praxis im Hier und JetztDemonstrationen, Petitionen, Besetzungen: Soziale Bewegungen werden in der Ăffentlichkeit vor allem in Form von Protesten wahrgenommen. Das sind wichtige und notwendige Impulse â sie machen MissstĂ€nde sichtbar und ĂŒben Druck auf Institutionen aus, die sich sonst nicht bewegen wĂŒrden.
Doch Solarpunk als Bewegung setzt in anarchistischer Tradition einen zusĂ€tzlichen Akzent: den der prĂ€figurativen Politik. Der Begriff beschreibt eine Praxis, bei der die gewĂŒnschte Zukunft nicht nur gefordert, sondern im Kleinen schon gelebt wird â als Modell, als Ăbungsraum,âŠ