Offen forschen, gezielt schĂŒtzen
Open Science und geistiges Eigentum werden oft als GegensĂ€tze verstanden: hier der freie Zugang zu Wissen, dort Patente, Urheberrechte und andere Schutzrechte. FĂŒr den Transfer von Forschung in die Praxis greift diese GegenĂŒberstellung jedoch zu kurz. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Was sollte offen sein, was muss geschĂŒtzt werden â und wann?
Dieser Frage wurde auf der Innovations-Roadshow des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) am 8. September 2026 in Hannover an der TIB nachgegangen.
Innovations-Roadshow des DPMA in HannoverForschungsergebnisse sind mehr als wissenschaftliche Publikationen. Sie entstehen als Daten, Software, Modelle, Videos, Prototypen oder technische Erfindungen. Damit stellen sich zugleich Fragen nach ZugÀnglichkeit, Nachnutzung, Urheberrecht und gewerblichem Rechtsschutz.
Wer Forschung offen zugÀnglich machen und Innovation ermöglichen will, muss deshalb beides zusammendenken: Offenheit und Schutz.
Wissen erkennen â Innovation ermöglichenEine wichtige Schnittstelle dafĂŒr ist das Patentinformationszentrum (PIZ) Hannover an der TIB. Seit 1878 unterstĂŒtzt es dabei, technisches Wissen und Informationen ĂŒber Schutzrechte zugĂ€nglich und nutzbar zu machen. Heute ist das PIZ das einzige Patentinformationszentrum in Niedersachsen und Kooperationspartner des Deutschen Patent- und Markenamts.
Zu den kostenfreien Basisdiensten gehören Informationen und Fachliteratur zu Patenten und gewerblichen Schutzrechten, UnterstĂŒtzung bei Recherchen in Patent- und Schutzrechtsdatenbanken sowie Informationen zu nationalen und internationalen Schutzrechtsverfahren. Veranstaltungen und Sensibilisierungsangebote vermitteln zudem Grundlagen des gewerblichen Rechtsschutzes.
Dabei versteht sich das PIZ Hannover als neutrale Lotsenstelle: Die kostenfreie Erfindererstberatung kann bei Bedarf zu IHK oder Patentanwaltschaft weiterfĂŒhren. FĂŒr spezialisierte Recherchen, Analysen oder Patentstatistiken werden geeignete Anbieter und Einrichtungen vermittelt. Auch bei Fragen zu Verwertung, Schutzrechtsmanagement oder Fördermöglichkeiten verweist das PIZ auf die jeweils zustĂ€ndigen Stellen.
So bietet das PIZ einen kostenfreien, neutralen und niedrigschwelligen Zugang zu Informationen und Orientierung im Netzwerk der Schutzrechts- und Förderangebote.
Patentrecherche als BrĂŒckeFĂŒr Forschende beginnt der Mehrwert oft schon vor einer Patentanmeldung: Welche Lösungen gibt es bereits? Was wurde schon veröffentlicht? Welche Entwicklungen sind neu â und wo gibt es AnknĂŒpfungspunkte fĂŒr die eigene Forschung?
Eine Patentrecherche kann dabei auch helfen, Unternehmen, Forschungseinrichtungen oder andere Akteure zu identifizieren, die an Àhnlichen Technologien arbeiten und als mögliche Kooperationspartner infrage kommen.
Patentinformationen können damit eine BrĂŒcke zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und technologischer Entwicklung bilden.
Von der Publikation zur PatentinformationEin Beispiel fĂŒr diese Verbindung ist die Patentdatenbank Orbit Intelligence. Die Plattform kann aus wissenschaftlichen Texten technische Merkmale extrahieren und dazu passende Patentdokumente identifizieren. Lizenziert fĂŒr Nutzende der TIB. DBIS â Orbit Intelligence
So lĂ€sst sich etwa prĂŒfen, in welchen Patenten bestimmte Komponenten, Verfahren oder technische ZusammenhĂ€nge beschrieben sind. Orbit unterstĂŒtzt damit die Recherche und Analyse â ersetzt aber keine rechtliche PrĂŒfung von Neuheit oder erfinderischer TĂ€tigkeit.
FĂŒr Forschende entsteht so eine praktische BrĂŒcke zwischen wissenschaftlicher Publikation und Patentinformation.
Patentdatenbank Orbit IntelligenceVom Patent zum PrototypWie aus Patentinformation und Forschungsergebnissen konkreter Technologietransfer entstehen kann, zeigt das Beispiel von Bardia Akaberi der Firma Goldhoop.
Ausgangspunkt war die Recherche nach dem Stand der Technik, auf die dann der Schutz der Erfindung als Gebrauchsmuster DE 20 2025 003 427 folgte. Doch der Transfer endete nicht mit dem Schutzrecht. Ein funktionierender Prototyp wurde umgesetzt und in einem Video dokumentiert. Denn ein Film sagt mehr als 1.000 Bilder: Die technische Idee wird anschaulich, verstĂ€ndlich und fĂŒr potenzielle Kooperations- und Transferpartner unmittelbar erlebbar.
Ăber das TIB AV-Portal (doi.org/10.5446/âŠ) bleibt die Dokumentation dauerhaft auffindbar und zitierfĂ€hig. Im TIB-Portal  können Patent, Video und wissenschaftliche Informationen miteinander verknĂŒpft werden.
Website des DPMA: Informationen zum Gebrauchsmuster DE 20 2025 003 427Sichtbarkeit schafft TransferEin Schutzrecht allein macht eine Erfindung noch nicht sichtbar. Erst wenn eine technische Entwicklung verstÀndlich, auffindbar und dauerhaft dokumentiert ist, kann daraus Interesse entstehen.
Sichtbarkeit â VerstĂ€ndnis â Interesse â Kontakt â Technologietransfer
So wird aus geschĂŒtztem Wissen ein anschlussfĂ€higes Forschungsergebnis â und aus Forschung kann Innovation entstehen.
Die TIB macht mit Ihren Services Digitale Dienste und Dienstleistungen der TIB  Wissen dauerhaft sichtbar, recherchierbar und transferfĂ€hig. Das PIZ Hannover an der TIB unterstĂŒtzt Sie bei den gewerblichen Schutzrechten.  So entsteht eine BrĂŒcke zwischen Forschung, Schutz und Innovation. Sprechen Sie uns gerne an!
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