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Wenn es Schmetterlingen zu warm wird

Schmetterlinge sind wechselwarm. Ihre Körpertemperatur hängt deshalb stark von ihrer Umgebung ab. Dabei haben sowohl die Körpergröße als auch die Färbung einen wichtigen Einfluss.

Dennoch sind Schmetterlinge den physikalischen Gegebenheiten keineswegs völlig ausgeliefert. Durch ihr Verhalten können verschiedene Arten beeinflussen, wie stark sie sich aufheizen. Doch was passiert, wenn es durch den Klimawandel dauerhaft wärmer wird?

Eine Biologin der Universität Würzburg untersuchte Schmetterlinge entlang verschiedener Höhenlagen in den deutschen Alpen. Sie erfasste unter anderem, wie gut die einzelnen Arten ihre Körpertemperatur regulieren und welche Hitze sie maximal vertragen. Diese Eigenschaften verglich sie mit Veränderungen ihrer Höhenverbreitung innerhalb des vergangenen Jahrzehnts.

Dabei zeigte sich, dass Arten, die ihre Körpertemperatur schlechter regulieren können, ihre Verbreitungsgebiete besonders stark nach oben verschoben haben. Bei zwei besonders schwachen Temperaturregulierern lagen diese Verschiebungen innerhalb von zehn Jahren bei 120 beziehungsweise sogar 195 Höhenmetern.

Hinweise darauf, dass sich die Temperaturregulation oder Hitzetoleranz der Arten selbst an die wärmeren Bedingungen angepasst hätte, fand die Forscherin dagegen nur wenige.

Körpergröße und Farbe spielten insgesamt eine wichtige Rolle. Große Arten konnten hohe Körpertemperaturen besser vermeiden als kleine. Dunkle Schmetterlinge konnten ihre Temperatur zwar teilweise besser regulieren, erwärmten sich insgesamt aber stärker als helle.

Entsprechend fanden sich in den wärmeren Tieflagen häufiger große und helle Arten, weiter oben dagegen mehr kleine und dunkle.

Es zeigt sich also, dass sich zunehmend verändert, welche Arten überhaupt wo vorkommen können. Für den Naturschutz ist das nicht unerheblich. Wenn Schmetterlinge steigenden Temperaturen nach oben ausweichen, müssen sie dort geeignete Lebensräume mit entsprechenden Raupenfutterpflanzen vorfinden.

Gerade für Arten, die ohnehin schon in großen Höhen leben, wird der Platz zudem irgendwann knapp. Ein Berg lässt sich schließlich nicht unbegrenzt hinaufwandern.

Quelle:
Ashe-Jepson, 2026, Communications Biology
doi.org/10.1038/…

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+3 Less wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt zwei Schmetterlinge, die die Ergebnisse dieser Studie exemplarisch begleiten. Links ist ein Schwalbenschwanz, der mit einer Spannweite von bis zu 8cm zu den größten heimischen Schmetterlingen gehört. Zudem ist er durch seiner Elfenbeinfarbige Grundfarbe trotz des schwarzen Musters darauf sehr hell. Beide Eigenschaften (Größe und Helligkeit) tragen dazu bei, dass der Schwalbenschwanz recht gut mit hohen Temperaturen zurechtkommt. Rechts im Bild ist  ein Wasser-Mohrenfalter. Er ist etwa nur halb so groß wie der Schwalbenschwanz und seine Flügel sind von beiden Seiten dunkelbraun mit einem rotbraunen Muster. Für diesen Schmetterling stellen steigende Temperaturen ein größeres Problem dar, da er nicht gut abkühlen kann. Sein Lebensraum, der bei uns ohnehin nur in den Alpen liegt, verschiebt sich dadurch langsam aber stetig immer weiter nach oben. Die Fotos wurden von Edsme Ashe-Jepson von der Uni Würzburg aufgenommen, die in ihrer Publikation diesen Effekt beschrieben hat.

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