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AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Kopfüber in die Fluten

Basstölpel sind beeindruckende Jäger. Auf der Suche nach Fischen stürzen sie sich aus der Luft kopfüber ins Meer und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Zum Vergleich: Ein Turmspringer erreicht beim Sprung von der Zehn-Meter-Plattform etwa 50 km/h (das sagt jedenfalls Google).

Beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche wirken enorme Kräfte auf Kopf und Hals. Wie überstehen die Vögel diese Belastung, ohne sich dabei schwer zu verletzen?

Ein Forschungsteam der University of Washington hat untersucht, welche Rolle die Halswirbelsäule dabei spielt. Dafür analysierten die Forschenden die Skelette von 15 Vögeln aus sieben Arten, darunter Basstölpel, Tölpel, Eisvögel und Kormorane. Mithilfe hochauflösender Computertomografie erstellten sie dreidimensionale Modelle der Halswirbel und verglichen deren Form und Aufbau.

Die untersuchten Arten nutzen unterschiedliche Jagdstrategien. Während Tölpel und Eisvögel ihre Beute durch einen kopfüber ausgeführten Sturzflug ins Wasser verfolgen, tauchen Kormorane von der Wasseroberfläche aus ab und schwimmen unter Wasser ihrer Beute hinterher. Dabei erreichen die Vögel ganz unterschiedliche Geschwindigkeiten und ihre Halswirbelsäulen sind entsprechend verschiedenen Belastungen ausgesetzt.

Die Analyse zeigte deutliche Unterschiede im Knochenbau zwischen den verschiedenen Tauchstrategien.

Vögel, die sich kopfüber ins Wasser stürzen, besitzen vergleichsweise kurze, breite und kräftige Halswirbel mit vergrößerten Gelenkflächen. Diese Bauweise kann helfen, die beim Aufprall entstehenden Kräfte auf eine größere Fläche zu verteilen und ein gefährliches Abknicken der Halswirbelsäule zu verhindern.

Besonders ausgeprägt ist diese Anpassung bei den schnell tauchenden Tölpeln. An den vorderen Halswirbeln entdeckten die Forschenden sogar zusätzliche Gelenkflächen, die bei den untersuchten Kormoranen und Eisvögeln komplett fehlen. Sie könnten die Beweglichkeit des Halses beim Aufprall gezielt begrenzen und dadurch für zusätzliche Stabilität sorgen.

Interessant ist dabei, dass die Halswirbelsäule nicht einfach möglichst starr sein darf. Ihre natürliche Krümmung ermöglicht es, einen Teil der Belastung wie eine Feder abzufangen. Ein bischen wie bei der S-Form unserer Wirbelsäule.

Gleichzeitig müssen die einzelnen Wirbel stabil genug sein, um den enormen Kräften standzuhalten. Entscheidend ist also das Zusammenspiel von Beweglichkeit und Stabilität.

Insgesamt zeigt sich hier ein tolles Beispiel für den engen Zusammenhang zwischen Anatomie und Lebensweise. Und falls mal die Frage aufkommt, wie man denn an Dinoknochen Rückschlüsse auf deren Lebensweise ziehen kann, konnte hier vielleicht eine Idee vermittelt werden, wie das grundsätzlich funktionieren kann.

Quelle:
Vandenberg et al. (2026), The Anatomical Record
“Morphological adaptations of cervical vertebrae in plunge-diving sulids”

doi.org/10.1002/…

biologie ornithologie vogel evolution anatomie
+4 Less funfact wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt einen Basstölpel im Sturzflug unmittelbar über der Meeresoberfläche. Der Kopf des Vogels ist fast senkrecht nach unten gerichtet. Seine Flügel sind eng an den Körper angelegt und nach hinten angewinkelt. Auf diese Weise kann der Vogel Geschwindigkeiten von über 100 Kilometer in der Stunde erreichen. Nach dem Eintauchen können Basstölpel mehrere Meter tief unter die Wasseroberfläche gelangen. Häufig nutzen sie den Schwung ihres Sturzflugs, um unter einen Fischschwarm zu gelangen. Anschließend können sie mit ihren Flügeln unter Wasser weiter schwimmen und Fische erbeuten, bevor sie wieder auftauchen. Das Foto stammt von Olivier Dugornay und ist unter CC BY 4.0 über Wikimedia Commons veröffentlicht. Ich fand es ganz passend zu der Studie. In der Publikation, die ich am Ende de Haupttextes verlinkt habe, finden sich interessante Bilder der verschiedenen Halswirbel, die ich leider aus rechtlichen Gründen hier nicht so verwenden darf. Schaut sie euch bei Interesse gerne mal an.
Fredensborg @Fredensborg gram.social

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One of my favorite creatures by the lake, he is a textbook example of ageing like fine wine… If you ask me that is 🩶

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Bird Birdwatching Nature Naturephotography Wildlife
+20 Less Photo Photography Birdsofpixelfed Featheredfriends BirdsofMastodon PixelFed WildlifePhotography MastodonArt PhotoOfTheDay Vogel Mastodon FediPhoto NatureLovers GreatOutdoors Blue Heron Garza Reiher Airone Héron
A Heron standing on a big branch in a totally blue Sky background it almost seems as though he painted on.
Tino Eberl @tinoeberl mastodon.online

🛌 Wissen fürs Kopfkissen: 📖

Was steckt hinter beliebten #Mythen rund um #Windräder?

Schauen wir uns acht Behauptungen rund um #Insekten, #Vögel, #Mikroplastik, #Wetterbeeinflussung, #Energiesicherheit und #Infraschall genauer an. Wer nicht auf Stammtisch-Argumente und #Windkraftgegner hereinfallen will, sollte einen Blick riskieren.

oekologisch-unterwegs.de/energiewende/…

Windenergie Energiewende Klimafakten Faktencheck Windkraft
Jens @Wartenberg pixelfed.de

Junge Silbermöwe auf der OpenKiellinie beim Himmel und Hölle Spielen #om1 #birds #birdwatching #vogel #vogelfotografie #kiel #OpenKiellinie

AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Bunt statt Braun

Städte verändern Lebensräume grundlegend. Beton und Asphalt ersetzen natürliche Untergründe und künstliches Licht verändert die Nacht.

Viele Vogelarten kommen in einem solchen Lebensraum nicht gut zurecht, andere aber schon. Eine internationale Studie zeigt, dass dabei sogar die Farbe ihres Gefieders eine Rolle spielen könnte.

Ein internationales Forschungsteam, darunter Wissenschaftler vom Max Planck Institut für Biologische Intelligenz, untersuchte 1.287 Vogelarten aus verschiedenen Regionen der Welt. Dafür berechneten sie zunächst, wie sich die Häufigkeit jeder Art mit zunehmender Urbanisierung verändert. Diesen „urbanen Erfolg“ verglichen sie anschließend mit Daten zur Gefiederfärbung der Arten.

Dabei zeigte sich, dass je erfolgreicher eine Vogelart in urbanen Lebensräumen war, desto weniger Braun trug sie im Gefieder. Auch nachdem weitere ökologische Merkmale berücksichtigt wurden, blieb dieser Zusammenhang bestehen.

Warum nun ausgerechnet Braun?
Eine mögliche Erklärung ist die Tarnung. Braunes Gefieder fügt sich in vielen natürlichen Lebensräumen gut zwischen Erde, Laub und Vegetation ein. In einer Umgebung aus Beton und Gebäuden könnte dieser Vorteil geringer sein. Allerdings betonen die Forschenden, dass ihre Studie Zusammenhänge zeigt und nicht belegen kann, dass die Gefiederfarbe selbst über den Erfolg einer Art in der Stadt entscheidet. Auch Lebensweise, Nahrung oder Nistverhalten spielen eine Rolle.

Spannend wird es auch, wenn man nicht einzelne Arten, sondern ganze Vogelgemeinschaften betrachtet. In stärker urbanisierten Gebieten gibt es insgesamt weniger Arten und damit zunächst natürlich auch weniger unterschiedliche Gefiederfarben. Vergleicht man jedoch Gemeinschaften mit derselben Artenzahl, umfassen Stadtgemeinschaften eine größere Farbvielfalt.

📖 Studie: Ibáñez-Álamo et al. (2025), Ecology Letters
onlinelibrary.wiley.com/doi/…

buntstattbraun biologie wissenschaft wisskomm goodnews
+2 Less vogel anysci
Das Bild zeigt eine Kohlmeise, die auf dem Stil einer Schaufel sitzt. Typisch ist ihre schwarze Haube, währen die Wangen weiß sind. Das Gefieder an Brust und Bauch ist leuchtend gelb, durchzogen von einer schwarzen Linie, die vom Schnabel ausgehend gerade nach unten bis zum Bauch zieht. Ihre Flügel, die auf dem Bild leider nicht zu sehen sind, schimmern blaugrau. Ich habe sie in unserem Garten fotografiert.
AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Wann lebt der Nachwuchs sein eigenes Leben?

Junge Steinadler verbringen erstaunlich viel Zeit bei ihren Eltern. Zwar beherrschen sie schon wenige Monate nachdem sie flügge geworden sind das Fliegen fast so gut wie erwachsene Tiere, aber dennoch kehren viele noch monatelang ins elterliche Revier zurück.

Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) wollte wissen, was schließlich den Ausschlag für den endgültigen Auszug gibt.

Dafür wurden 92 junge Steinadler in den Alpen über sechs Jahre hinweg mit GPS-Sendern verfolgt. Die Sender zeichneten ihre Position teilweise sekündlich auf. So ließ sich nicht nur verfolgen, wohin die Tiere flogen, sondern auch, wie geschickt sie kreisten, Höhe gewannen und den Wind nutzten.

Überraschenderweise sagte dieses Fluggeschick kaum etwas darüber aus, wann ein Jungadler selbstständig wurde.

Aussagekräftiger war, wie weit und wie hoch er sich bei seinen alltäglichen Ausflügen bereits bewegte. Tiere, die zunehmend größere Gebiete erkundeten, verließen eher endgültig das Revier ihrer Eltern.

Offenbar zählt also nicht allein, was ein junger Adler bereits kann, sondern welche Erfahrungen er außerhalb seines vertrauten Umfelds sammelt.

Das finde ich tatsächlich sehr menschlich und erinnert mich irgendwie an das Konzept von “Wurzel und Flügel”. Hübsch, oder?

Dass sich die Jungvögel trotzdem Zeit lassen, könnte übrigens gerade in den Alpen einen guten Grund haben. Die dortige Steinadlerpopulation hat sich so weit erholt, dass fast alle geeigneten Reviere bereits besetzt sind. Solange die Eltern sie dulden, bietet das heimische Revier Nahrung und relative Sicherheit. Außerhalb wartet dagegen eine Landschaft, in der freie Reviere knapp sind und Konkurrenz mit anderen Adlern gefährlich werden kann.

Auch das ist irgendwie scheinbar ein artübergreifendes Konzept.

Quelle:
Brønnvik et al., 2026, Royal Society Open Science
DOI: 10.1098/rsos.251574

adler alpen vogel biologie wissenschaft
+2 Less scicomm anysci
Auf dem Bild zu sehen ist ein Steinadler, der in seinem Nest sitzt. Er wurde mit einem GPS-Tracker markiert, um sein Bewegungsmuster genau aufzeichnen zu können. Das Foto wurde von Klaus Bliem gemacht, Stationsleiter der Forststation Schlanders in der Provinz Bozen. Es begleitet die Pressemeldung des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zu deren Ergebnissen der Bewegungsanalyse junger Steinadler in Südtirol.

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