Junge Silbermöwe auf der OpenKiellinie beim Himmel und Hölle Spielen #om1 #birds #birdwatching #vogel #vogelfotografie #kiel #OpenKiellinie
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Junge Silbermöwe auf der OpenKiellinie beim Himmel und Hölle Spielen #om1 #birds #birdwatching #vogel #vogelfotografie #kiel #OpenKiellinie
Bunt statt Braun
Städte verändern Lebensräume grundlegend. Beton und Asphalt ersetzen natürliche Untergründe und künstliches Licht verändert die Nacht.
Viele Vogelarten kommen in einem solchen Lebensraum nicht gut zurecht, andere aber schon. Eine internationale Studie zeigt, dass dabei sogar die Farbe ihres Gefieders eine Rolle spielen könnte.
Ein internationales Forschungsteam, darunter Wissenschaftler vom Max Planck Institut für Biologische Intelligenz, untersuchte 1.287 Vogelarten aus verschiedenen Regionen der Welt. Dafür berechneten sie zunächst, wie sich die Häufigkeit jeder Art mit zunehmender Urbanisierung verändert. Diesen „urbanen Erfolg“ verglichen sie anschließend mit Daten zur Gefiederfärbung der Arten.
Dabei zeigte sich, dass je erfolgreicher eine Vogelart in urbanen Lebensräumen war, desto weniger Braun trug sie im Gefieder. Auch nachdem weitere ökologische Merkmale berücksichtigt wurden, blieb dieser Zusammenhang bestehen.
Warum nun ausgerechnet Braun?
Eine mögliche Erklärung ist die Tarnung. Braunes Gefieder fügt sich in vielen natürlichen Lebensräumen gut zwischen Erde, Laub und Vegetation ein. In einer Umgebung aus Beton und Gebäuden könnte dieser Vorteil geringer sein. Allerdings betonen die Forschenden, dass ihre Studie Zusammenhänge zeigt und nicht belegen kann, dass die Gefiederfarbe selbst über den Erfolg einer Art in der Stadt entscheidet. Auch Lebensweise, Nahrung oder Nistverhalten spielen eine Rolle.
Spannend wird es auch, wenn man nicht einzelne Arten, sondern ganze Vogelgemeinschaften betrachtet. In stärker urbanisierten Gebieten gibt es insgesamt weniger Arten und damit zunächst natürlich auch weniger unterschiedliche Gefiederfarben. Vergleicht man jedoch Gemeinschaften mit derselben Artenzahl, umfassen Stadtgemeinschaften eine größere Farbvielfalt.
📖 Studie: Ibáñez-Álamo et al. (2025), Ecology Letters
onlinelibrary.wiley.com/doi/…
Wann lebt der Nachwuchs sein eigenes Leben?
Junge Steinadler verbringen erstaunlich viel Zeit bei ihren Eltern. Zwar beherrschen sie schon wenige Monate nachdem sie flügge geworden sind das Fliegen fast so gut wie erwachsene Tiere, aber dennoch kehren viele noch monatelang ins elterliche Revier zurück.
Ein Forschungsteam des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) wollte wissen, was schließlich den Ausschlag für den endgültigen Auszug gibt.
Dafür wurden 92 junge Steinadler in den Alpen über sechs Jahre hinweg mit GPS-Sendern verfolgt. Die Sender zeichneten ihre Position teilweise sekündlich auf. So ließ sich nicht nur verfolgen, wohin die Tiere flogen, sondern auch, wie geschickt sie kreisten, Höhe gewannen und den Wind nutzten.
Überraschenderweise sagte dieses Fluggeschick kaum etwas darüber aus, wann ein Jungadler selbstständig wurde.
Aussagekräftiger war, wie weit und wie hoch er sich bei seinen alltäglichen Ausflügen bereits bewegte. Tiere, die zunehmend größere Gebiete erkundeten, verließen eher endgültig das Revier ihrer Eltern.
Offenbar zählt also nicht allein, was ein junger Adler bereits kann, sondern welche Erfahrungen er außerhalb seines vertrauten Umfelds sammelt.
Das finde ich tatsächlich sehr menschlich und erinnert mich irgendwie an das Konzept von “Wurzel und Flügel”. Hübsch, oder?
Dass sich die Jungvögel trotzdem Zeit lassen, könnte übrigens gerade in den Alpen einen guten Grund haben. Die dortige Steinadlerpopulation hat sich so weit erholt, dass fast alle geeigneten Reviere bereits besetzt sind. Solange die Eltern sie dulden, bietet das heimische Revier Nahrung und relative Sicherheit. Außerhalb wartet dagegen eine Landschaft, in der freie Reviere knapp sind und Konkurrenz mit anderen Adlern gefährlich werden kann.
Auch das ist irgendwie scheinbar ein artübergreifendes Konzept.
Quelle:
Brønnvik et al., 2026, Royal Society Open Science
DOI: 10.1098/rsos.251574
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