In unserer Blogreihe #WeLoveFreeSoftware berichtet heute unser IT-Kollege @datenteiler@openbiblio.social was genau #OPSI ist und wie diese die #Turnschuhadministration abgeschafft hat: blog.tib.eu/2026/âŠ
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Ganz ohne Turnschuhe: Administration mit OPSI
read this article in EnglishEine neue Kollegin benötigt dringend ein spezielles Grafikprogramm oder das neueste Update fĂŒr ein Statistik-Tool? FrĂŒher bedeutete das fĂŒr die IT-Abteilung: Turnschuhe an und los. Also bildlich gesprochen, denn fĂŒr die Installation musste man sich auf jeden PC einzeln aufschalten, um sie mit erhöhten Rechten zu starten. FĂŒr beide Seiten kostete das unnötig Zeit.
Damit ist jetzt Schluss. Wir haben die âTurnschuhadministrationâ abgeschafft und durch OPSI (Open PC Server Integration) ersetzt. Eine Lösung, die nicht nur uns die Arbeit erleichtert, sondern vor allem unseren Kolleginnen und Kollegen vor den Bildschirmen mehr Freiheit gibt.
Das opsi-WebGUI ist eine grafische Schnittstelle zur Admininistration von opsi-Umgebungen. Quelle: Wikimedia-Userin HeikeJurzik, commons.wikimedia.org/wiki/⊠unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 InternationalSoftware shoppenEin HerzstĂŒck unserer neuen Strategie ist der âSoftwarekorbâ mit seinem einfachen aber genialen Prinzip: Vergleichbar mit einem App-Store bietet er SouverĂ€nitĂ€t per Klick. Wer ein Programm benötigt kann schnell den Softwarekorb öffnen, die Software auswĂ€hlen und selbstĂ€ndig installieren. Niemand muss eine E-Mail schreiben und auch nicht warten, bis ein Admin Zeit hat, sich auf den Rechner aufzuschalten. AuĂerdem ist jedes Programm im Korb von uns vorkonfiguriert, sicherheitsgeprĂŒft und sofort einsatzbereit.
Digitale SouverĂ€nitĂ€t statt Lizenz-DiktatWir haben uns bewusst fĂŒr OPSI entschieden. Als Open-Source-Lösung passt es perfekt zu unserem Auftrag an der TIB. Warum? Wir sind unabhĂ€ngig und kontrollieren die Infrastruktur selbst. So sind wir nicht von den Preismodellen groĂer Tech-Giganten abhĂ€ngig. Wir wissen genau, was OPSI im Hintergrund tut, ganz ohne Telemetrie und GĂ€ngelung, was Transparenz schafft. Egal ob spezialisierte Bibliothekstools oder kleine Open-Source-Helfer, wir können ganz flexibel fast alles paketieren und zentral bereitstellen.
Updates und neue Tools landen sofort oder beim nĂ€chsten Systemstart automatisch auf dem Rechner. Ganz ohne âAufschaltenâ und die Arbeit muss auch nicht unterbrochen werden. Indem wir unsere Software-Verteilung selbst in die Hand nehmen, statt uns auf proprietĂ€re Blackbox-Systeme zu verlassen, schĂŒtzen wir die digitale SouverĂ€nitĂ€t unserer Bibliothek und Forschungseinrichtung.
We love Free Software â eine Blogreihe der TIBFreie Software und Open-Source-Software (FOSS) ist weit mehr als nur eine technische Alternative zu kommerziellen Lösungen â sie steht fĂŒr Offenheit, Transparenz, nachhaltige digitale Infrastrukturen und digitale SouverĂ€nitĂ€t. Freie Software, die gemeinschaftlich betreut, entwickelt und verteilt wird, stĂ€rkt die UnabhĂ€ngigkeit von einzelnen Anbietern, Einrichtungen behalten die Kontrolle ĂŒber ihre Systeme, Daten und Weiterentwicklungen.
Bei der TIB dreht sich alles um Infrastruktur fĂŒr die Forschung und seit etwa zehn Jahren zunehmend auch um eine vielfĂ€ltige, aktive und dauerhafte Mitarbeit in internationalen Freie-Software-Projekten. Diese Arbeit wird von vielen Teams der TIB fast lautlos geleistet. In unserer Blogreihe âWe love Free Softwareâ wollen wir das Mikro aufdrehen und beteiligte Kolleg:innen direkt zu Wort kommen lassen. Wir wollen wissen: Warum macht ihr das und was macht ihr da genau? Wie trĂ€gt eure Arbeit zur Resilienz von Forschungsergebnissen bei? Was ist der besondere Stress, aber vielleicht auch der Lohn fĂŒr dieses Engagement? Und welche MissverstĂ€ndnisse wolltet ihr schon immer mal richtigstellen?
Plattformmacht und Forschungssicherheit: Warum wir Freie Software brauchen
read this article in EnglishâDiese Forschungsergebnisse sind Ihrem Land leider nicht verfĂŒgbarâ â so etwas werden wir in Zukunft hĂ€ufig lesen mĂŒssen, wenn wir uns auf die Plattformen groĂer Verlage oder Ă€hnlicher kommerzieller Akteur:nnen verlassen. Deren GeschĂ€ftsmodelle sind besonders anfĂ€llig fĂŒr Ăberwachung und Zensur ihrer Nutzer:innen. Immer hĂ€ufiger nutzen staatliche Akteur:innen das aus, machen die Wissenschaft zum Spielball ihrer Konflikte untereinander.
Auch der Wissenschaftsrat hat 2025 Position zur Forschung in Zeiten zunehmender geopolitischer Konflikte bezogen. Dabei ist dem Wissenschaftsrat anscheinend entgangen, dass wir lĂ€ngst ein wirksames Mittel haben, mit der wir Forschungsergebnisse dagegen absichern können: Informationsinfrastrukturen fĂŒr die Forschung, die auf Freier und Open-Source-Software (FOSS) basieren und gemeinschaftlich betreut, entwickelt und verteilt werden.
Freie Software oder: Die unsichtbare Arbeit, die unsere digitale Infrastruktur am Laufen hĂ€ltBei der TIB dreht sich alles um Infrastruktur fĂŒr die Forschung und seit etwa zehn Jahren zunehmend auch um eine vielfĂ€ltige, aktive und dauerhafte Mitarbeit in internationalen Freie-Software-Projekten. Diese Arbeit wird von vielen Teams der TIB fast lautlos geleistet. In unserer neuen Blogserie âWe love Free Softwareâ wollen wir das Mikro aufdrehen und beteiligte Kolleg:innen direkt zu Wort kommen lassen: Warum macht ihr das und was macht ihr da genau? Wie trĂ€gt eure Arbeit zur Resilienz von Forschungsergebnissen bei? Was ist der besondere Stress, aber vielleicht auch der Lohn fĂŒr dieses Engagement? Und welche MissverstĂ€ndnisse wolltet ihr schon immer mal richtigstellen?Â
In dieser Blogserie wird es zum Beispiel um Open Journal Systems (OJS) gehen, ein System fĂŒr das Verwalten und Veröffentlichen wissenschaftlicher Journals, das seit mehr als zwanzig Jahren von vielen tausend Journals weltweit genutzt wird. Aber auch um Wikibase, DSpace, CKAN, VIVO und FOLIO und um Spezialwerkzeuge digitaler Archive wie QC Tools.Â
Okay zugegeben, angenehme Projektnamen waren und sind leider nie die StĂ€rke von Freier Software gewesen. Aber dass man diese AbkĂŒrzungen selten hört, sollte niemanden tĂ€uschen: All diese Anwendungen sind aus dem digitalen Forschungsalltag schon lange nicht mehr wegzudenken.Â
Hyper, hyper: KĂŒnstliche Barrieren und das Tracking von Benutzer:innen als GeschĂ€ftsmodellWas sie leisten, wird im Kontrast richtig klar. Weltweit dominieren heute sogenannte Hyperscaler die digitale Infrastruktur, betrieben von Amazon, Microsoft, Google und Alibaba bis hin zu deren eigenen Endanwender-Plattformen wie Github und LinkedIn (die beide Microsoft gehören). Mit dem Volksmund gesprochen: Wenn einer von diesen Anbietern niest, dann hat das ganze Internet Schnupfen.
Mehr noch: Mit ihren GeschĂ€ftsmodellen prĂ€gen sie unseren digitalen Alltag und entscheiden wie selbstverstĂ€ndlich auch darĂŒber, wer (keinen) Zugang zu Informationen hat. Sie sind der Traum jeder Regierung, die mit autokratischen MaĂnahmen in den freien Austausch des Wissens eingreifen will â weil sie FlaschenhĂ€lse öffentlichen Wissens und zugleich Sammelbecken privater Daten sind. Und die Plattform-GeschĂ€ftsmodelle von Elsevier, Springer-Nature, Wiley oder anderen kommerziellen Akteuren in der wissenschaftlichen Infrastruktur gleichen denen der Hyperscaler. Die Daten ihrer Nutzer:innen sind ihr GeschĂ€ftsmodell. Die in den letzten Wochen diskutierten FĂ€lle, in denen solche Datensammlungen besonders offensichtlich missbraucht worden sind, sind nur die Spitze eines Eisbergs.
All das war vor zehn oder zwanzig Jahren nicht viel anders. Aber angesichts der weltpolitischen Entwicklungen muss man im Jahr 2026 feststellen: Das Risiko, dass die âeingebautenâ FlaschenhĂ€lse der Plattform-GeschĂ€ftsmodelle fĂŒr autokratische MaĂnahmen genutzt werden, hat weiter zugenommen. Der Wissenschaftsrat beschĂ€ftigte sich 2025 unter dem Stichwort âForschungssicherheitâ mit der neuen Situation und verlangt zwar nach mehr SouverĂ€nitĂ€t und Resilienz â jedoch ohne auch nur ein Wort ĂŒber Freie Software zu verlieren. Das ist aus unserer Sicht kaum nachvollziehbar.Â
Quelle: fsfe.org/freesoftware/âŠ
Denn die Welt von OJS, Wikibase, DSpace und Co. ist bereits heute ein Gegenentwurf zu den genannten Problemen. Diese Anwendungen können und werden tatsĂ€chlich noch im entlegensten Winkel der Erde betrieben, um weltweit am globalen Wissensaustausch teilzunehmen. Warum gemeinschaftlich verantwortete, inklusive Software-Entwicklung der SchlĂŒssel zu resilienter Infrastruktur ist, haben auch die Vereinten Nationen in ihren UN Open Source Prinicples beschrieben. Ohne eine aktive Beteiligung an einer solchen Infrastruktur kann es diese jedoch nicht geben. Wie und warum sich die MĂŒhe lohnt â darum geht es in dieser neuen TIB-Blogreihe.
We love Free Software â eine Blogreihe der TIBFreie Software und Open-Source-Software (FOSS) ist weit mehr als nur eine technische Alternative zu kommerziellen Lösungen â sie steht fĂŒr Offenheit, Transparenz, nachhaltige digitale Infrastrukturen und digitale SouverĂ€nitĂ€t. Freie Software, die gemeinschaftlich betreut, entwickelt und verteilt wird, stĂ€rkt die UnabhĂ€ngigkeit von einzelnen Anbietern, Einrichtungen behalten die Kontrolle ĂŒber ihre Systeme, Daten und Weiterentwicklungen.
Bei der TIB dreht sich alles um Infrastruktur fĂŒr die Forschung und seit etwa zehn Jahren zunehmend auch um eine vielfĂ€ltige, aktive und dauerhafte Mitarbeit in internationalen Freie-Software-Projekten. Diese Arbeit wird von vielen Teams der TIB fast lautlos geleistet. In unserer Blogreihe âWe love Free Softwareâ wollen wir das Mikro aufdrehen und beteiligte Kolleg:innen direkt zu Wort kommen lassen. Wir wollen wissen: Warum macht ihr das und was macht ihr da genau? Wie trĂ€gt eure Arbeit zur Resilienz von Forschungsergebnissen bei? Was ist der besondere Stress, aber vielleicht auch der Lohn fĂŒr dieses Engagement? Und welche MissverstĂ€ndnisse wolltet ihr schon immer mal richtigstellen?