Ganz ohne Turnschuhe: Administration mit OPSI
read this article in EnglishEine neue Kollegin benötigt dringend ein spezielles Grafikprogramm oder das neueste Update fĂŒr ein Statistik-Tool? FrĂŒher bedeutete das fĂŒr die IT-Abteilung: Turnschuhe an und los. Also bildlich gesprochen, denn fĂŒr die Installation musste man sich auf jeden PC einzeln aufschalten, um sie mit erhöhten Rechten zu starten. FĂŒr beide Seiten kostete das unnötig Zeit.
Damit ist jetzt Schluss. Wir haben die âTurnschuhadministrationâ abgeschafft und durch OPSI (Open PC Server Integration) ersetzt. Eine Lösung, die nicht nur uns die Arbeit erleichtert, sondern vor allem unseren Kolleginnen und Kollegen vor den Bildschirmen mehr Freiheit gibt.
Das opsi-WebGUI ist eine grafische Schnittstelle zur Admininistration von opsi-Umgebungen. Quelle: Wikimedia-Userin HeikeJurzik, commons.wikimedia.org/wiki/⊠unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 InternationalSoftware shoppenEin HerzstĂŒck unserer neuen Strategie ist der âSoftwarekorbâ mit seinem einfachen aber genialen Prinzip: Vergleichbar mit einem App-Store bietet er SouverĂ€nitĂ€t per Klick. Wer ein Programm benötigt kann schnell den Softwarekorb öffnen, die Software auswĂ€hlen und selbstĂ€ndig installieren. Niemand muss eine E-Mail schreiben und auch nicht warten, bis ein Admin Zeit hat, sich auf den Rechner aufzuschalten. AuĂerdem ist jedes Programm im Korb von uns vorkonfiguriert, sicherheitsgeprĂŒft und sofort einsatzbereit.
Digitale SouverĂ€nitĂ€t statt Lizenz-DiktatWir haben uns bewusst fĂŒr OPSI entschieden. Als Open-Source-Lösung passt es perfekt zu unserem Auftrag an der TIB. Warum? Wir sind unabhĂ€ngig und kontrollieren die Infrastruktur selbst. So sind wir nicht von den Preismodellen groĂer Tech-Giganten abhĂ€ngig. Wir wissen genau, was OPSI im Hintergrund tut, ganz ohne Telemetrie und GĂ€ngelung, was Transparenz schafft. Egal ob spezialisierte Bibliothekstools oder kleine Open-Source-Helfer, wir können ganz flexibel fast alles paketieren und zentral bereitstellen.
Updates und neue Tools landen sofort oder beim nĂ€chsten Systemstart automatisch auf dem Rechner. Ganz ohne âAufschaltenâ und die Arbeit muss auch nicht unterbrochen werden. Indem wir unsere Software-Verteilung selbst in die Hand nehmen, statt uns auf proprietĂ€re Blackbox-Systeme zu verlassen, schĂŒtzen wir die digitale SouverĂ€nitĂ€t unserer Bibliothek und Forschungseinrichtung.
We love Free Software â eine Blogreihe der TIBFreie Software und Open-Source-Software (FOSS) ist weit mehr als nur eine technische Alternative zu kommerziellen Lösungen â sie steht fĂŒr Offenheit, Transparenz, nachhaltige digitale Infrastrukturen und digitale SouverĂ€nitĂ€t. Freie Software, die gemeinschaftlich betreut, entwickelt und verteilt wird, stĂ€rkt die UnabhĂ€ngigkeit von einzelnen Anbietern, Einrichtungen behalten die Kontrolle ĂŒber ihre Systeme, Daten und Weiterentwicklungen.
Bei der TIB dreht sich alles um Infrastruktur fĂŒr die Forschung und seit etwa zehn Jahren zunehmend auch um eine vielfĂ€ltige, aktive und dauerhafte Mitarbeit in internationalen Freie-Software-Projekten. Diese Arbeit wird von vielen Teams der TIB fast lautlos geleistet. In unserer Blogreihe âWe love Free Softwareâ wollen wir das Mikro aufdrehen und beteiligte Kolleg:innen direkt zu Wort kommen lassen. Wir wollen wissen: Warum macht ihr das und was macht ihr da genau? Wie trĂ€gt eure Arbeit zur Resilienz von Forschungsergebnissen bei? Was ist der besondere Stress, aber vielleicht auch der Lohn fĂŒr dieses Engagement? Und welche MissverstĂ€ndnisse wolltet ihr schon immer mal richtigstellen?