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RSS-Feeds auf vutuv?
Ich überlege, ob vutuv RSS-Feeds einlesen soll. Du abonnierst einen Feed, und dessen Einträge tauchen in Deinem vutuv Feed auf. Ein Blog, dem du folgst. Ein Podcast. Die Release-Notes eines Projekts. Die Seite deines Vereins. Meinetwegen auch die Tagesschau. Gebaut ist noch nichts, ich will erst die Wassertemperatur testen.
Technisch ist das kein Hexenwerk: Ein RSS-Feed ist eine maschinenlesbare Liste der neuesten Einträge einer Seite, und fast jede Seite bietet einen an. Die holt vutuv regelmäßig ab. Nur ansehen zu können wäre allerdings wenig. Ich möchte, dass du einen Eintrag liken und teilen kannst wie jeden anderen Beitrag, und dass ein Klick genügt, um einen eigenen Beitrag dazu zu schreiben.
Wo es rechtlich schwierig wird
Feeds sind sehr unterschiedliche Dinge. Ein Blogger freut sich über jeden Leser, ein Presseverlag hat ein eigenes Schutzrecht. Ich baue für den strengsten Fall, dann ist der Rest automatisch mit abgedeckt.
Verlinken ist erlaubt. Dass man auf einen frei zugänglichen Artikel verlinken darf, hat der Europäische Gerichtshof geklärt. Auch Überschrift plus kurzer Anriss geht: Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger nimmt „einzelne Wörter oder sehr kurze Auszüge” ausdrücklich aus.
Volltext nicht. Viele Feeds liefern den ganzen Text gleich mit. Den zu speichern wäre eine Urheberrechtsverletzung, egal wie man das Ganze nennt. vutuv liest diesen Teil gar nicht erst aus.
Bilder erst recht nicht. Fotos sind einzeln lizenziert, bei Presseseiten meist über Agenturen. Ein Foto ist kein „sehr kurzer Auszug”, sondern das ganze Werk. Deshalb wird das eine reine Textfunktion: keine Beitragsbilder, keine Logos, keine Vorschaugrafiken.
Der eigentliche Stolperstein ist ein anderer. Naheliegend wäre, für jeden Feed ein Konto anzulegen, das seine Einträge postet wie jedes Mitglied. Fühlt sich vertraut an und ist genau der Punkt, an dem es kippt. Ein Konto tagesschau, das kein Auftritt der tagesschau ist, führt in die Irre. Bei einem persönlichen Blog wäre es sogar heikler: Da sähe es aus, als wäre dieser Mensch vutuv beigetreten, ohne je davon gehört zu haben. Das ist dann Marken-, Wettbewerbs- und Persönlichkeitsrecht, und da hilft es nichts mehr, dass der Textauszug kurz war. Nebenbei: „Wir sind halt ein RSS-Reader” zu sagen löst nichts. Das Gesetz schaut darauf, was man tut, nicht darauf, wie man sich nennt.
Wie ich es lösen will
Ein Feed bekommt kein Mitgliedskonto, sondern erscheint sichtbar als Quelle. Keine runde Profilkachel, denn rund steht auf vutuv für einen Menschen, sondern eine eckige mit Anfangsbuchstaben. Kein Logo, dafür die Domain gut lesbar.
Gespeichert werden Überschrift, ein auf 300 Zeichen begrenzter Anriss und der Link. Die Überschrift ist der Link, ein Klick führt zum Original. vutuv fängt keinen Traffic ab, sondern schickt ihn hin, und die Einträge bleiben aus Suchmaschinen heraus.
Liken und Teilen bleiben möglich, weil beides nur diese kurze Vorschau weiterbewegt. Antworten wird es nicht geben, weil niemand da ist, der antworten könnte. Stattdessen öffnet „Dazu schreiben” das Schreibfeld mit dem Link darin. Dein Kommentar ist dann dein Beitrag, der Eintrag war der Anlass. Das ist auch rechtlich der sauberste Weg: eigener Gedanke, fremder Beleg.
Deine Daten
Was du liest, verrät viel über dich. Wer bestimmte politische oder religiöse Feeds abonniert, legt womöglich seine Haltung offen. Deshalb bleiben deine Abos privat: nicht auf deinem Profil, in keiner Liste, für niemanden einsehbar.
Ein Like ist etwas anderes. Das ist eine bewusste Geste nach außen, und deshalb zählt und zeigt vutuv sie wie bei jedem anderen Beitrag auch. Die Trennlinie: Was du liest, ist deine Sache. Was du gut findest, sagst du selbst.
vutuv holt jeden Feed einmal für alle Leser gemeinsam. Der Betreiber der Seite erfährt weder deine IP-Adresse noch, wie viele mitlesen. Und weil es keine Bilder gibt, lädt dein Browser nichts von dessen Servern nach.
Was meint ihr dazu?
Gedanken, Vorschläge, Kritik oder ein Like. Wenn das Echo dünn ausfällt, spare ich mir die Arbeit, und das ist auch ein Ergebnis.
Also, ich bin ein großer Fan von RSS-Feeds, da sie mir erlauben, alle meine Nachrichtenquellen in einem Tool zu bündeln und so zu gruppieren, wie ich das will. All das ist aber nicht, was ich mit einem Social Network wie vutuv oder auch dem Fediverse verbinde. D. h., ich würde diese Funktion nicht nutzen wollen. Ich wäre eher daran interessiert, wenn mein Feed hier einen RSS-Feed anbieten würde, damit ich ihn in meine Plattform importieren könnte, mit der ich wirklich News konsumiere. Wenn du es als optionales Feature einbaust, dann kann jeder es aktivieren, wenn er es will. Die Implementierung als ein Feed für alle ist auf jeden Fall der richtige Weg.
Guten Morgen vutuv! Wir sind jetzt voll ans Fediverse angeschlossen. Sprich, in beide Richtungen. Über die Suchfunktion könnt Ihr andere Accounts suchen und dann abonnieren. Und dann bitte nicht in Panik verfallen, wenn irgendwas nicht 100%ig funktioniert oder etwas besser gemacht werden kann. Das ist ne Menge neuer Code und Funktionalität, die ich teilweise nicht in der Development Umgebung testen kann. Falls etwas auffällt, bitte auf GitHub ein Issue mit der URL und einem Screenshot eintragen. Dann ziehe ich es gerade. Danke für Eure Hilfe!
Ihr müsst die Funktionalität erst auf vutuv.de/settings/fediverse freischalten.
PS: Welche Accounts könnt Ihr empfehlen?
Ich wußte bis zu Deiner Frage nicht mal, das sourcehut.org überhaupt existiert. Aber ich war auch “erst” 2009 bei GitHub nicht nicht wie Du schon 2008. SCNR.
Schwieriges Thema. Ich persönlich komme mit GitHub gut zurecht. Aber ich kann verstehen, wenn man etwas in Europa sucht.
Mal blöd gefragt: Was kann schon schief gehen, wenn Du Sourcehut mal ausprobierst? Ein Backup hast Du ja. Bei Codeberg hast Du ja auch Arbeit reingesteckt. Wenn Du nicht selbst hosten willst (was ich absolut verstehen kann) … bleibt ja nichts anderes.
PS: Design-Preise werden die so schnell keine bekommen mit der aktuellen Webseite. Aber GitHub ist auch nicht immer intuitiv. Man hat sich halt nur dran gewöhnt.
Ja, ausprobieren werde ich es mal. Das Design ist schon sehr anders und die Bedienung auch irgendwie. Es hat mich ehrlich gesagt vorhin sogar sehr verwirrt. :)
Und ich war schon 2008 auf GitHub? Wusste ich garnicht.
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