Winzige HĂ€rchen zum Wassersparen
Wer in trockenen LebensrĂ€umen lebt, muss mit Wasser sparsam umgehen. Das gilt auch fĂŒr Geckos. Ăber ihre dĂŒnne Haut kann stĂ€ndig Wasser an die Umgebung verloren gehen.
Bei vielen Geckoarten sitzen hier unzÀhlige winzige HÀrchen, sogenannte Setulae. Besonders hÀufig findet man sie bei Geckos und ChamÀleons aus trockenen und halbtrockenen Gebieten.
Welche Funktion diese Strukturen haben, war bislang nicht eindeutig geklÀrt.
Forschende der UniversitĂ€t Kiel haben nun untersucht, ob die Setulae den Wasserverlust ĂŒber die Haut verringern könnten.
DafĂŒr entwickelten sie ein vereinfachtes Computermodell der Geckohaut und simulierten, wie sich Luft und WassermolekĂŒle zwischen und ĂŒber den winzigen HĂ€rchen verhalten.
Denkbar wĂ€re nĂ€mlich auch das Gegenteil gewesen. Durch die HĂ€rchen wird die OberflĂ€che gröĂer, was die Verdunstung theoretisch sogar fördern könnte.
Die Simulation zeigte jedoch einen möglichen Schutzmechanismus. Zwischen den dicht stehenden HĂ€rchen bleibt Luft gefangen und es bildet sich eine dĂŒnne Grenzschicht ĂŒber der Haut. WassermolekĂŒle, die von der Haut in diese Schicht gelangen, können sich nicht einfach ungehindert in der Umgebungsluft verteilen. Sie stoĂen innerhalb des engen Raums wiederholt auf andere MolekĂŒle und OberflĂ€chen, wobei ein Teil zur Haut zurĂŒckkehrt. Im Modell verringerte diese Grenzschicht dadurch den Wasserverlust.
Noch ist allerdings nicht gezeigt, dass Geckohaut tatsĂ€chlich auf diese Weise funktioniert. Bislang handelt es sich nur um eine Modellierung. Als NĂ€chstes wollen die Forschenden deshalb kĂŒnstliche Haut und abgestreifte Geckohaut untersuchen.
Sollte sich der Effekt bestĂ€tigen, könnten die NanohĂ€rchen nicht nur eine wichtige Anpassung an trockene LebensrĂ€ume erklĂ€ren. Das zugrunde liegende Prinzip wĂ€re auch fĂŒr die Materialforschung interessant und könnte als Vorbild fĂŒr kĂŒnstliche OberflĂ€chen dienen.
Quelle:
Filippov et al., 2026, Biointerphases (nur Abstract frei verfĂŒgbar)