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AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Vom einzelnen Fisch zum Schwarm

Ein Fischschwarm kann sich beinahe wie ein einziger Organismus bewegen. Hunderte Tiere ändern gemeinsam die Richtung, ohne dass jemand vorgibt, wohin es gehen soll. Doch nach welchen Regeln entscheidet eigentlich der einzelne Fisch, wem er folgt?

Forschende der University of California San Diego haben das an winzigen, nahezu durchsichtigen Fischen der Art Danionella cerebrum untersucht.

Sie zeichneten die Bewegungen der Tiere in unterschiedlich großen Gruppen auf und entwickelten daraus ein mathematisches Modell. Dabei zeigte sich ein erstaunlich einfaches Prinzip.

Ein Fisch orientiert sich offenbar nicht an der mittleren Bewegungsrichtung seiner gesamten Umgebung, sondern kopiert jeweils die Richtung eines einzelnen, zufällig ausgewählten Nachbarn.

Entscheidend ist dabei auch das Timing. Wenn ein Fisch eine Kurve beendet, öffnet sich für seine Nachbarn ein kurzes Zeitfenster, in dem sie seine neue Richtung übernehmen können. Bei ausgewachsenen Tieren geschieht diese Reaktion besonders schnell. Viele solcher einzelnen, zeitlich abgestimmten Entscheidungen reichen dem Modell zufolge aus, damit auf Gruppenebene das typische Schwarmverhalten entsteht.

Ob das Modell tatsächlich beschreibt, was die Tiere wahrnehmen und tun, testeten die Forschenden anschließend mit virtuellen Fischen. Echte Fische schwammen dafür in einer Virtual-Reality-Umgebung und bekamen künstliche Artgenossen präsentiert, deren Richtungswechsel gezielt gesteuert werden konnten. Die realen Fische reagierten dabei exakt so, wie es das Modell vorhergesagt hatte.

Es ist spannend, wie aus einer so einfachen Regel ein komplexes Gruppenverhalten entstehen kann. Solche Prinzipien sind auch über die Biologie hinaus interessant, etwa für die Schwarmrobotik. Statt jeden Roboter zentral zu steuern, könnten dort einfache Regeln für die Interaktion mit den unmittelbaren Nachbarn dafür sorgen, dass sich eine ganze Gruppe koordiniert bewegt.

Ob sich gerade diese gefundene Strategie dafür eignet, ist noch offen. Aber vielleicht können uns ausgerechnet winzige Fische etwas darüber beibringen, wie man große Gruppen ohne zentrale Steuerung organisiert.

Quelle:
Puri et al., 2026, Phys. Rev. Lett.
journals.aps.org/prl/…

Schwarm ucsandiego biologie robotik wissenschaft
+2 Less wisskomm anysci
Das begleitende Bild wirde von der Uni San Diego zur Verfügung gestellt. Es zeigt die untersuchten Fische der Art Danionella cerebrum. Diese Fische sind nur etwa 1 Zentimeter lang und weitestgehend durchsichtig. Durch ihre Haut lassen sich Organe und die Wirbelsäule erkennen. Nur die Augen sind deutlih schwarz. In der Abbildung sind unterschiedliche Aufnahmen eines einzelnen Fisches übereinandergelegt, um die Bewegung zu visualisieren. Rechts im Bild sind außerdem kleine Schwärme zu erkennen.

In Peking sprinten gerade 2.000 Roboter um die Wette und rennen sich gegenseitig über den Haufen. Sieht toll aus, bringt aber (Stand heute) niemandem was.

Ein Startup aus Pittsburgh macht es andersrum: keine Bühnenshow, dafür 14 Mrd. Dollar Bewertung und \~30 Mio. Dollar Umsatz in unter sechs Monaten - mit einer KI, die auf so ziemlich jeder Roboter-Hardware läuft, von Nvidias Chipfabrik bis zum Flughafen LaGuardia. Eigene Roboter baut die Firma übrigens keinen einzigen.

Warum uns “Alice” aus dem Hollywood-Streifen “Subservience” trotzdem noch eine Weile erspart bleibt - und wo die Automatisierungswelle gerade wirklich anrollt, gibt’s im neuen Blogbeitrag unter tagworx.net/ynews.php?cid=1&nid=39060.

Sonst ist das ZDF-Montagskino ja eher als die Hollywood-Resterampe bekannt, aber der Film am letzten Montagabend war durchaus sehenswert. Insbesondere weil die Menschheit gerade auf dem Sprung in eben diese Zukunft ist, die im Film gezeigt wird - und wie die World Humanoid Robot Games in Peking derzeit eindrucksvoll unter Beweis stellen. “Subservience” mit Megan Fox als Roboterfrau spielt mit dem Gedanken “was wäre, wenn sie uns bis zum bitteren Ende vor uns selbst schützen wollen” teilweise besser und tiefgründiger als seinerzeit “I-Robot” mit Will Smith.

tagworx.net/ynews.php?cid=1&nid=39059

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Humanoide Roboter: Kann Deutschland beim Boom mithalten?

China gibt bei humanoiden Robotern das Tempo vor. Doch Deutschland hat durchaus Chancen - ausgerechnet für die kriselnden Autozulieferer könnte der neue Milliardenmarkt zum Wachstumstreiber werden. Von Angela Göpfert.

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Roboterbauer Unitree startet erfolgreich an der Börse

Der chinesische Roboterbauer Unitree hat ein erfolgreiches Börsendebüt gefeiert. Die Aktie lag mehr als 600 Prozent über ihrem Ausgabepreis. Noch übersteigt die Milliardenbewertung die Geschäftszahlen um ein Vielfaches.

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