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Die Karibik-TĂŒbingen-Connection

Sie sind teilweise mehr als 30 Zentimeter lang, haben einen krÀftigen Panzer und sieben Beinpaare. Riesenasseln der Gattung Bathynomus gehören zu den auffÀlligsten Bewohnern der Tiefsee.

Ein Exemplar, das jahrzehntelang in der PalĂ€ontologischen Sammlung der UniversitĂ€t TĂŒbingen aufbewahrt wurde, hat sich nun als Vertreter einer bislang unbekannten Art erwiesen.

Das Tier stammt aus Puerto Rico und wurde bereits in den 1980er-Jahren nach TĂŒbingen gebracht und als Bathynomus giganteus bestimmt. Dort untersuchten Benedikt KĂ€stle und Ingmar Werneburg die getrocknete Assel nun erneut mit modernen bildgebenden Verfahren und verglichen ihre anatomischen Merkmale mit denen anderer Riesenasseln.

Dabei entdeckten sie mehrere Abweichungen, insbesondere an den Mundwerkzeugen und am Hinterleib, die das Tier sowohl von Bathynomus giganteus als auch von anderen bekannten Arten unterschieden haben. Sie haben tatsĂ€chlich mitten im Museum eine neue Art entdeckt! Sie erhielt den Namen Bathynomus tuebingoborikensis, eine Kombination aus TĂŒbingen und BorĂ­ken, dem indigenen Namen fĂŒr Puerto Rico.

Die Untersuchung lieferte zugleich neue Erkenntnisse zur Evolutionsgeschichte dieser Krebstiere. Eine Stammbaumanalyse deutet darauf hin, dass die Gattung Bathynomus vor mehr als 15 Millionen Jahren in der Karibik entstand. Von dort breiteten sich ihre Vertreter ĂŒber die Ozeane aus und entwickelten Arten unterschiedlicher KörpergrĂ¶ĂŸen.

Die neu beschriebene Art gehört mit ihren 32,2 Zentimetern zu den besonders großen Vertretern der Gattung. Als ihre nĂ€chste Verwandte identifizierten die Forschenden Bathynomus yucatanensis, eine Riesenassel aus dem Golf von Mexiko.

Irgendwie lustig, dass das erst jetzt aufgefallen ist. Wie gut es doch ist, alte PrÀparate nochmal genau anzuschauen. So lÀsst sich tatsÀchlich mitunter Neues entdecken. Nach diesem Prinzip kann man auch super den Keller oder Dachboden aufrÀumen.

Quelle
Werneburg & KĂ€stle, Scientific Reports (2026)
doi.org/10.1038/


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Das Bild zeigt eine Aufnahme der getrockneten neu entdeckten Riesenassel in einer Perspektive von schrĂ€g unten. Der Körper ist breit, abgeflacht und von einem festen, beigefarbenen Außenskelett umgeben, das in mehrere Abschnitte gegliedert ist.

Besonders auffÀllig sind die sieben Paar krÀftigen Laufbeine, die seitlich am Körper ansetzen und nach innen angewinkelt sind. Im vorderen Bereich befinden sich die kleineren, dicht beieinanderliegenden Mundwerkzeuge. Am Hinterleib sind weitere, teilweise blattförmige AnhÀnge zu erkennen, die unter anderem der Atmung dienen. Sie lassen das Tier noch vielbeiniger erscheinen, als es tatsÀchlich ist.

Das gezeigte Exemplar ist 32,2 Zentimeter lang und wurde bereits in den 1980er-Jahren vor Puerto Rico gefangen. Jahrzehntelang galt es als Vertreter einer anderen Riesenasselart, bevor anatomische Untersuchungen seine EigenstĂ€ndigkeit zeigten. Das Foto wurde von Julie Klaess aufgenommen und begleitet die Pressemeldung der Eberhard Karls UniversitĂ€t TĂŒbingen.

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