Post by Matthias Schmidt
Wie du als CTO herausfindest, welche Workloads dir die Cloud-Rechnung kaputt machen - bevor der CFO es tut.
86 Prozent der CIOs planen laut Barclays-Umfrage, Workloads aus der Public Cloud zurückzuholen. Klingt nach Exodus, ist aber der falsche Frame. Nur 8 bis 9 Prozent verlassen die Cloud komplett. Der Rest macht etwas, das lange als Häresie galt: Es misst nach, statt zu glauben.
Meine These nach einigen #Cloud-Budgetüberlegungen: Cloud ist ein Werkzeugkasten, kein Glaubensbekenntnis. Und die Frage ist 2026 nicht mehr “Cloud oder nicht”, sondern: Wo gehört jeder einzelne Workload hin?
Die Regel, die ich jedem Entscheider mitgeben würde: Prüfe pro Workload die Auslastungskurve. Deloitte rechnet vor, dass Inferenz 2026 zwei Drittel der KI-Compute-Last ausmacht - genau dieser Dauerbetrieb ist der Workload-Typ, bei dem sich eigene Infrastruktur schnell rechnet. Unter 30 Prozent verlierst du on-premises. Alles dazwischen entscheiden Egress-Volumen, Datenhoheit und Team-Skills, nicht die Hyperscaler-Marketing-Powerpoint.
Zwei Warnungen aus CFO-Perspektive. Erstens: #Repatriierung ist kein Racheakt an der Cloud-Rechnung. Hardware, Ops-Personal, Abschreibung - ein mittelgroßer Workload kostet dich erstmal sechsstellig, bevor die erste Ersparnis ankommt. Zweitens: #FinOps rettet dich nicht. Trotz FinOps-Teams landen 25 bis 35 Prozent der Cloud-Ausgaben weiter im Müll - seit Jahren, obwohl die Werkzeuge besser werden. Werkzeuge schaffen keine Verantwortung. Entscheidungsbefugnis pro Team schon.
Und wer jetzt glaubt, der Trend wende sich gegen die Cloud: Der Markt wächst mit 43 Prozent pro Quartal schneller als seit acht Jahren. Die Cloud schrumpft nicht - sie wird nur selektiver genutzt.
Wie läuft das bei euch: Kennt ihr pro Workload die Auslastungskurve - oder nur die Gesamtrechnung am Monatsende?