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AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Ein entscheidender Minivorrat

Damit unser Gehirn lernen und sich an neue Erfahrungen anpassen kann, müssen sich die Verbindungen zwischen Nervenzellen, die Synapsen, verändern können. Wissenschaftler sprechen von synaptischer Plastizität.

Dafür benötigen sie bestimmte Proteine und das innerhalb kürzester Zeit. Wie aber wird diese Ressource gewährleistet, wenn doch die Synapse meist sehr weit weg vom Zellkörper liegt, dem Ort, wo die Proteine hergestellt werden?

Eine bekannte Lösung besteht darin, nicht die fertigen Proteine, sondern ihre Bauanleitungen in Form von Boten-RNAs (mRNAs) in die Fortsätze der Nervenzellen zu transportieren. Dort können die Proteine bei Bedarf direkt vor Ort hergestellt werden.

Welche Rolle dieser Mechanismus in der äußersten Schicht der Großhirnrinde spielt, hat nun ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt untersucht.

Diese Hirnschicht enthält zahlreiche weit verzweigte Fortsätze von Nervenzellen und entsprechend viele Synapsen, aber nur sehr wenige Zellkörper (grün im Bild).

Mithilfe verschiedener molekularbiologischer Methoden konnten die Forschenden nachweisen, dass dort tatsächlich neue Proteine hergestellt werden. Allein an den erregenden Synapsen identifizierten sie mehr als 1.000 (!) unterschiedliche mRNAs. Deren Zusammensetzung unterschied sich deutlich von der in tieferen Schichten der Großhirnrinde, wo eben die Zellkörper liegen.

Das sind mal wieder so Ergebnisse, die mich beinahe ehrfürchtig werden lassen. Wie „durchdacht“ kleinste Anpassungen auf molekularer Ebene sind, damit das Große Ganze, also am Ende wir, bestmöglich funktioniert.

Erst die schnelle Anpassung der Synapsen ermöglicht, dass wir lernen oder Erinnerungen bilden. Ohne diesen mRNA-Vorrat an den Synapsen wäre das mutmaßlich nicht in dieser Qualität möglich. Und wir reden hier über Moleküle im Nanometerbereich. Wahnsinn!

Quelle
Spanò et al. (2026), Cell Reports „ Localized mRNAs and protein synthesis in cortical
layer 1 “

doi.org/10.1016/…

neuroscience gehirn biologie plasticity lernen
+3 Less wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine fluoreszenzmikroskopische Aufnahme eines Ausschnitts der Großhirnrinde. Die Großhirnrinde besteht aus insgesamt sechs Schichten, die sich unter anderem durch die Anzahl, Anordnung und Art ihrer Nervenzellen unterscheiden. Im Bild ist der Übergang von der zweiten zur äußersten, ersten Kortexschicht zu erkennen.
Im unteren Bildbereich liegen zahlreiche dicht gedrängte Nervenzellkörper, die grün angefärbt sind. Weiter oben nimmt ihre Zahl deutlich ab. Die äußerste Schicht enthält nur wenige Nervenzellkörper, dafür aber zahlreiche Fortsätze von Nervenzellen aus tiefer gelegenen Schichten.
Besonders auffällig sind die magentafarbenen Astrozyten. Diese sternförmigen Gliazellen bilden mit ihren zahlreichen feinen Fortsätzen ein weit verzweigtes Netzwerk. Sie übernehmen wichtige Aufgaben bei der Versorgung und Unterstützung der Nervenzellen und beeinflussen auch die Signalübertragung an den Synapsen. Die Zellkerne verschiedener Zelltypen sind cyan gefärbt und erscheinen als kleine, teils ovale Strukturen.
Die unterschiedlichen Farben entstehen durch spezielle Fluoreszenzmarkierungen, mit denen bestimmte Zellbestandteile sichtbar gemacht werden. Das Bild wurde von Teresa Spanò aufgenommen und vom MPI für Hirnforschung in Frankfurt am Main zur Verfügung gestellt.
MIT Technology Review DE @techreview_de social.heise.de

Ein KI-Tool kann aus Gehirnscans rekonstruieren, was man gerade sieht und könnte beim Locked-In-Syndrom helfen. Wie aber lässt sich die Privatsphäre der Patient:innen schützen? (+)

#Gehirn #Neurowissenschaften #MRT

t3n.de/news/…

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„Es ist, als würde man vor dem Schlafengehen den Geschirrspüler einschalten und mit einem sauberen Gehirn aufwachen“, sagte die Forscherin Maiken Nedergaard von der University of Rochester.

#Gehirn #Schlaf

t3n.de/news/…

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„Es ist, als würde man vor dem Schlafengehen den Geschirrspüler einschalten und mit einem sauberen Gehirn aufwachen“, sagte die Forscherin Maiken Nedergaard von der University of Rochester.

#Gehirn #Schlaf

t3n.de/news/…

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