Tinder fĂŒr Fische
Bei der Partnerwahl mĂŒssen auch Tiere viele Merkmale gleichzeitig bewerten. Welche davon wichtig sind, untersuchen Forschende z.B. indem sie zwei mögliche Partner prĂ€sentieren, die sich gezielt in einem Merkmal unterscheiden.
Ein Forschungsteam der University of Exeter hat diesen Aufbau nun quasi mit einem Partnergenerator digitalisiert.
Im Zentrum der Forschung stehen GrĂŒne SchwerttrĂ€ger. Die Fische bekamen auf zwei Bildschirmen animierte Artgenossen des jeweils anderen Geschlechts gezeigt. KörpergröĂe, FĂ€rbung, Streifenmuster und bei den MĂ€nnchen auch das namensgebende âSchwertâ konnten dabei variieren.
Der digitale Fisch, bei dem sich das Versuchstier lĂ€nger aufhielt, kam eine Runde weiter. AnschlieĂend wurden die Merkmale der Gewinner nach dem Prinzip eines genetischen Algorithmus neu kombiniert. Ăber neun solcher âGenerationenâ entstanden so nach und nach virtuelle Fische, deren Aussehen durch die Vorlieben eines echten Fisches mitbestimmt wurde.
Bei den MĂ€nnchen zeichnete sich dabei eine ziemlich eindeutige Vorliebe ab. Ihre virtuellen Weibchen wurden im Verlauf des Experiments im Durchschnitt rund 24 Prozent gröĂer. Das passt biologisch durchaus, denn bei diesen Fischen hĂ€ngt die KörpergröĂe der Weibchen eng mit ihrer Fruchtbarkeit zusammen.
Bei den Weibchen zeigte sich dagegen keine gemeinsame Vorliebe fĂŒr eine bestimmte Kombination mĂ€nnlicher Merkmale.
Ihre Entscheidungen waren dennoch nicht zufĂ€llig. Am Ende bevorzugten sie jeweils die virtuellen MĂ€nnchen, die sich aus ihren eigenen vorherigen Auswahlentscheidungen entwickelt hatten. Sa hat sich quasi jede Versuchsteilnehmerin einen perfekten Partner âgebackenâ.
Insgesamt könnte das darauf hindeuten, dass Weibchen durchaus unterschiedliche Vorstellungen von einem attraktiven Partner haben.
Tja, es scheint wohl ein evolutionÀres Muster zu sein mit uns Frauen, nicht leicht zu durchschauen und immer total anspruchsvoll.
Aber im Ernst, die Studie klingt vielleicht etwas eigenartig, am Ende ging es aber zunĂ€chst darum zu zeigen, dass diese neue Methodik ĂŒberhaupt funktioniert.
Was die Forschungsgruppe nun mit dem âgeprĂŒftenâ Setup anstellt, darauf bin ich sehr gespannt.
Quelle:
Bullough et al., 2026, Royal Society Open Science, âExploring male and female mate preferences using genetic algorithms and digital phenotypesâ
doi.org/10.1098/âŠ