Post by Stefan Wintermeyer

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann gab es auf dem Fediday zwei verschiedene Denkansätze zum Thema Reichweite und Reichweitenmessung:

  • Alles Blödsinn. Klassische Reichweite braucht kein Mensch. Viel zu oberflächlich gedacht!
  • Super duper Reichweite! Tolles Tool zum Aufzeigen. Schau her, schön bunt!

Ich möchte ja kein Spielverderber sein, aber es muss doch jedem hier klar sein, dass die großen Player (z.B. X und Facebook) über die aktuellen Zahlen im Fediverse nur müde schmunzeln können.

AFAIK sind wir im Fediverse heute in einem niedrigen 2-stelligen Millionenwert unterwegs. Es ist doch klar, dass man da nicht die gleiche Reichweite wie auf z.B. X kommen kann.

Das schön zu reden ist meiner Meinung nach sinnfrei. Ich finde es wichtiger, sich darüber Gedanken zu machen, wie man mehr Leute ins Fediverse bekommt und nicht zu erklären, dass Reichweite entweder völlig überbewertet oder eh schon total groß ist.

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Eric Mächler @emaechler

@wintermeyer ich liebe das fediverse und gebe dir recht. das problem die dezentrale natur vom fediverse - der grösste POS is ebenfall die grösste schwäche. für viele ist es zu kompliziert - vorallem die serverauswahl

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08/15 R.I.P. Natenom🖤 @OhWeh

@wintermeyer

Gerade bei X ist eine Reichweite, wenn alle Bots ausgeschaltet würden, wohl gar nicht mehr vorhanden. Das ist nur noch eine künstliche braune Blase.

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Simon Dückert @simondueckert

@wintermeyer Für mich ist die Frage Quantität vs. Qualität sehr wichtig, also “erreiche ich viele Leute” vs. “erreiche ich die richtigen Leute”. Klar haben Insta, Facebook, X, Linkedin & Co. die Nase im B2C- und B2B-Bereich die Nase vorne, weil es da Werbung gibt und dort die Marken sind. Das mag gut sein, wenn jemand etwas verkaufen will, aber nicht unbedingt für fachlichen Diskurs.

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Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster: Twitter ist nicht damit groß geworden, weil die User den fachlichen Diskurs gesucht haben.

Das Fediverse ist doch kein Geheimbund einer intellektuellen Elite, die endlich einen Platz für den fachlichen Diskurs gefunden hat.

Ich will, das auch mein Nachbar einen Fediverse Account hat. Facebook hat er.

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Simon Dückert @simondueckert

@wintermeyer Fände ich auch gut. Ich habe Twitter seit 2007 für viel fachlichen Diskurs verwendet (simondueckert.github.io/tweetbook), andere bestimmt auch für anderes.

Grundproblem sehe ich darin, dass zentrale Plattformen meist eine gute Usability haben, aber wen sie groß werden, viel geld brauchen. Ausser Werbung und Datenverkauf gibt es da wohl noch keine funktionierende Geschäftsmodelle.

Aber was nicht ist, kann ja noch werden :)

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Letztlich muss auch hier die kritische Masse erreicht werden. Man wird nur bestimmte Benutzer von anderen Plattformen zu vutuv bekommen, wenn es sich “lohnt”.

Was das lohnen ist und welche Kriterien dabei eine Rolle spielen, sieht ja jeder anders. Kernkriterium der meisten Nutzer ist aber ob man hier seine Bekannten, Freunde oder Gleichgesinnte wieder trifft und dadurch sinnvolle Diskussionen führen kann.

Aktuell haben wir noch zu wenige Nutzer, aber daran arbeiten wir ja hoffentlich noch, vor allem wenn jeder aus LinkedIn, XING und Co. seine Leute hierher bringen kann ;)

Plinubius 🇪🇺 @plinubius

@wintermeyer Ich glaube, Du könntest in diesem Zusammenhang und mit Blick auf die Produktentwicklung von Vutuv meinen Essay interessant finden, weil ich das Thema “Reichweite” noch etwas anders greife. Die Frage, die uns glaube ich beide interessiert und zu der ich mögliche Antworten in einer Software wie Vutuv sehe, ist, wie ich mit der Gesamtheit mir bekannter Beziehungen arbeite: plinubius.de/oeffentlichkeit-als-bezieh…

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Matthias (feb) @feb

@wintermeyer Grundsätzlich Zustimmung.
Die Frage der Reichweite hat immer etwas mit Daten zu tun. Daten die erhoben werden, gespeichert, verarbeitet oder zukünftig erhoben werden sollen. Ein Grund, warum das Fediverse heute existiert ist die Abkehr von solchen Metriken, die schnell übergriffig werden können.

Der Artikel beschreibt die Anfänge des Fediverse und den Anlass dafür sehr schön: medium.com/we-distribute/…

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danimo 🏳️‍🌈 @danimo

@wintermeyer ich würde bestreiten, dass es ein wünschenswertes Ziel ist, mehr Leute ins fediverse zu bekommen. Warum denn? Für welchen Mehrwert, für wen?
Wollen wir unbedingt drei Millionen Freunde haben, weil das so ein natürliches, organisches Konzept ist? Habe ich meine Zweifel dran. 😅

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Ja, wahrscheinlich sind die Trauben wirklich sauer.

de.wikipedia.org/wiki/…

PS: Es ist kein Nachteil, wenn mehr Leute beim Fediverse teilnehmen. Das ist hier kein Geheimbund.

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danimo 🏳️‍🌈 @danimo

@wintermeyer jain, denn es geht nicht um eine Anzahl von Menschen, sondern um eine Anzahl von Menschen mit einer bestimmten Haltung. Davon, dass wir mit irgendwelchen abverkaufsstrategien haufenweise Nazis von Twitter hier rüberschaufeln, hat niemand was. Die Leute müssen es wollen. Von sich aus. Durch passende Wesenszüge und aufgrund ihrer eigenen Wünsche. So ähnlich, wie bei linker Politik. Die Wichskröten, die en Masse die anderen Netzwerke Scheiße machen, will ich hier gar nicht haben. 😊

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Ich suche weder auf #LinkedIn noch auf @vutuv Freunde

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danimo 🏳️‍🌈 @danimo

@cmschmidt
achso. fair. aber dann ist es ja auch kein social media mehr, sondern business media. das ist ja noch uninteressanter für das fediverse.
Irgendwelche Verkaufskanonen werden hier glaube ich größtenteils stummgeschaltet oder geblockt. 😀

@vutuv

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Replying to @cmschmidt

Was glaubst du, was LinkedIn ist? Es ist ein Business Adressbuch! Bei mir sind da einige Leute drin, mit denen ich persönlich niemals ein Bier trinken gehen würde - aber es sind halt business Kontakte. Ehemalige Kollegen, die ätzende Chefin von früher, unangenehme Kunden. Mit diesen Menschen verbinde ich mich und wir teilen Updates miteinander -> Social Media.

Ich mich bei vutuv vertun - da kann uns @wintermeyer - sicherlich aufklären, aber ich hatte es als fediverse-LinkedIn-Alternative (mis?)verstanden. Aber vielleicht hast du auch recht und es ist eine Freunde-Plattform und ich trage in mein Profil ein, dass meine Hobbies Reiten, Schwimmen und Lesen sind.

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Replying to @cmschmidt

vutuv ist ein Business-Netzwerk. Das mit dem Adressbuch-Vergleich gefällt mir (deshalb gibt es ja auch den vCard Export). Allerdings bin ich der Letzte, der verbietet, auch ein privates Kochrezept (mir fällt jetzt kein besseres Beispiel ein) zu posten. So lange es family friendly ist, ist es ok.

Der Anschluss ans Fediverse ist eine Option bzw. ein Angebot. vutuv funktioniert genauso auch ohne.

Diese beiden Welten leben parallel neben einander ohne sich in die Quere zu kommen.

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danimo 🏳️‍🌈 @danimo

@cmschmidt

guter Punkt, wenn LinkedIn ein Business Adressbuch ist, hat dies, oder eine “weniger nervige” Entsprechung davon, meiner Ansicht nach in meinem privat genutzten social media Netzwerk nichts verloren.

Als paralleler, subkultureller b2b Strang mag das dann wieder Sinn ergeben, allein schon für die Unabhängigmachung von den algorithmusgetriebenen US Anbietern.

Je nachdem, ob bezahlte Präsenz ein Ding war bei den kommerziellen Anbietern, wäre das Fediverse dann logistisch trotzdem unterlegen im Businesskontext.
Die Aussage “hier gibt es nicht dieselbe Reichweite” würde dann unabhängig von den Nutzerzahlen zutreffen und Firmen, die es gewohnt sind, ihre Präsenz mit dem SoMe Werberbebudged zu steuern, haben hier einen wesentlichen Hebel weniger.

Daher ist es wohl fraglich, ob für derartige Ambitionen im Fediverse ein adäquater Ersatz erreichbar ist.

Dasselbe gilt für den “professionellen” Umgang von Businesses untereinander. Sich gegenseitig mit KI generierten Abverkaufsstrategien zu bewerfen, und sich darob begeistert im Kreis auf die Schulter zu klopfen, wie bei Linkedin, könnte funktionieren, wenn sich alle Beteiligten darauf einlassen, aber das bedarf einer gänzlich anderen Usermentalität, als das übrige Fediverse, würde ich meinen.

Habe schon ein paar B2B Ansätze gesehen, die mit dem Fediverse verknüpft sind. aber bislang kam davon nichts aus dem Quark.

Als Anlaufstelle für Endkunden, oder bei behördennahen Accounts “die Bürger” gibt es auch einige Ansätze und da kommt es glaube ich auf die Zielgruppenansprache an. Dass übliche feinpolierte Werbe-Blabla stößt ziemlich oft auf Widerspruch, wenn die Substanz dahinter fehlt.
Diesbezüglich auch ein schwieriges Pflaster hier.

Eine Manufaktur für Bürsten und Besen und Druckereien für Antifa-Merch haben ein ganz gutes Standing hier. Aus anderen Branchen höre ich eher durchwachsene Meldungen.
Aber das mag auch an meiner privaten Filterblase liegen.

Wir dürfen wohl gespannt bleiben.

Viel Glück.

@wintermeyer

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