Post by Stefan Wintermeyer
Ich würde jedem Geschäftsführer einmal im Jahr eine Aufgabe geben:
Bewirb dich unter falschem Namen auf eine Stelle im eigenen Unternehmen. Und zieh den Prozess komplett durch.
Lebenslauf hochladen. Danach alle Daten nochmal einzeln ins Formular tippen. Anschreiben verfassen. Gehaltswunsch angeben. Zwei Wochen warten. 4 Wochen warten. Vielleicht eine automatische Mail bekommen. Vielleicht auch gar nichts.
Und wenn es gut läuft: drei Gesprächsrunden, fünf verschiedene Ansprechpartner und am Ende die Frage, warum du ausgerechnet bei DIESEM Unternehmen arbeiten möchtest.
Ich habe selbst über 150 Bewerbungen geschrieben und 25 Vorstellungsgespräche geführt. Dabei habe ich ziemlich unterschiedliche Prozesse erlebt. Das ist zwar 5 Jahre her, aber ich höre in vielen Coachings, dass es noch immer genauso läuft.
Teilweise sehr gute Gespräche auf Augenhöhe. Aber auch Abläufe, bei denen ich mich gefragt habe, ob das Unternehmen eigentlich mal selbst ausprobiert hat, was es Bewerber da zumutet.
Aus Unternehmenssicht wirkt jeder einzelne Schritt oft völlig nachvollziehbar:
Noch ein Formular für die Vergleichbarkeit.
Noch ein Gespräch zur Absicherung.
Noch eine Aufgabe, um die Fähigkeiten zu prüfen.
Noch etwas Wartezeit, weil intern gerade viel los ist.
Für Bewerber summiert sich das schnell.
Und parallel entsteht der erste Eindruck vom Unternehmen schon lange vor dem ersten Arbeitstag.
Vielleicht wäre so eine anonyme Testbewerbung deshalb gar keine schlechte Idee.
Wer von euch würde den eigenen Bewerbungsprozess gerne einmal selbst durchlaufen? 🙈
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