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Vor zwei Jahren habe ich mir bereits die Frage gestellt, wie KI eigentlich reguliert werden sollte ... Show

Wo und wie sollte KI reguliert werden? – Ein Update nach zwei Jahren EU AI Act

Ich hatte mir diese Frage bereits vor zwei Jahren gestellt – damals noch sehr grundsĂ€tzlich: Ethik, Sicherheit, Haftung, Datenschutz, internationale Zusammenarbeit. Sauber aufgelistet, aber ehrlich gesagt: das war Theorie.
kisegenoderfluch.blog/post/


Mittlerweile ist daraus ein ganzes Gesetzgebungswerk geworden. Und aus meiner Sicht als IT-Kauffrau, die beruflich genau weiß, wie schnell aus „Übergangsfrist“ plötzlich „auffĂ€llig gewordener Verstoß“ wird, lohnt sich ein Blick auf den Ist-Zustand.

Was inzwischen gilt:

Seit Februar 2025 gelten die Verbote des AI Act, etwa gegen Social Scoring oder manipulative KI.Seit August 2025 die Pflichten fĂŒr Anbieter allgemeiner KI-Modelle (GPAI) – inklusive Transparenz zu Trainingsdaten und Urheberrechten.Seit August 2026 sind die Transparenzpflichten voll anwendbar, und die Kommission beginnt mit der Durchsetzung.
Was gerade in Bewegung gerÀt:
Der „Digital Omnibus on AI“ verschiebt zentrale Fristen: Hochrisiko-KI nach Anhang III erst ab Dezember 2027, in Produkte eingebettete Systeme erst ab August 2028. Offiziell, weil die technischen Normen noch fehlen – tatsĂ€chlich eine Mischung aus Pragmatismus und Standortpolitik. Datenschutzbehörden wie EDPB und EDPS kritisieren das zu Recht: Wer Fristen um bis zu 16 Monate streckt, riskiert, dass Grundrechtsschutz zur Verhandlungsmasse wird.

Meine EinschÀtzung:
Der risikobasierte Ansatz ist richtig – nicht jede KI braucht dieselbe Behandlung, ein Chatbot ist kein Medizinprodukt. Aber ich bleibe kritisch: Wenn Normen, Behörden und LeitfĂ€den zwei Jahre nach Inkrafttreten immer noch nicht stehen, war entweder der Zeitplan unrealistisch oder der politische Wille zur Umsetzung halbherzig. Vermutlich beides.

Und eines sage ich als Renewal-Managerin aus Erfahrung: Aufgeschobene Compliance ist keine erledigte Compliance. Wer KI heute einsetzt, sollte Transparenz, Dokumentation und Datenschutz nicht erst machen, weil eine Frist es erzwingt, sondern weil es ProfessionalitĂ€t ist. Deshalb kennzeichne ich KI-generierte Inhalte auch ohne Pflicht – wie das Bild zu diesem Post.

Wie erlebt ihr den AI Act? SpĂŒrbarer Schutz oder BrĂŒsseler Papierkrieg?

[Bild: KI-generiert – Illustration einer Waage, auf der einen Seite ein KI-Chip, auf der anderen die EU-Flagge]

KI KIRegulierung EUAIAct DigitalOmnibus KĂŒnstlicheIntelligenz
+4 Less Digitalisierung TechPolicy Compliance Fediverse
Sensitive. Show the picture. Illustration: Eine Waage der Gerechtigkeit. Auf einer Seite ein leuchtender Chip mit Neuralnetz-Strukturen, auf der anderen Seite die EU-Flagge mit zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund. Symbolisiert die Regulierung von KĂŒnstlicher Intelligenz in Europa. (KI-generiert)
René Hamdorf @rene bizzfed.de

Der EU AI Act fragt: Können Sie das erklÀren?
Seit August 2024 ist der EU AI Act in Kraft. FĂŒr Hochrisiko-KI-Systeme, etwa in Kreditvergabe, Personalwesen, Medizin, kritischer Infrastruktur oder Strafverfolgung, reicht ein funktionierendes Modell nicht mehr aus. Betreiber mĂŒssen Datenherkunft, Modellverhalten und Entscheidungswege dokumentieren und auf Anfrage der Aufsichtsbehörde vorlegen können.

Das strukturelle Problem: Ein nicht-transparenter Hyperscaler-LLM-Dienst erzeugt genau die DokumentationslĂŒcke, die der Kunde selbst nicht schließen kann. Wenn niemand erklĂ€ren kann, warum ein Modell wie entschieden hat, ist die KonformitĂ€tsbewertung von Anfang an gefĂ€hrdet.

Der AI Act steht dabei nicht allein:

DORA verlangt von Banken und Versicherern eine auditierbare Kontrolle ĂŒber kritische IT-Dienstleister
NIS2 erweitert den Kreis regulierter Sektoren auf Energie, Gesundheit, Verkehr, Finanzmarktinfrastruktur und öffentliche Verwaltung
BaFin (BAIT/VAIT-Rundschreiben) fordert, dass jedes Modell, das GeschÀftsentscheidungen beeinflusst, erklÀrbar und revisionsfest sein muss

Vier Regelwerke, eine gemeinsame Konsequenz: Wer KI-Verarbeitung nicht lĂŒckenlos nachweisen kann, trĂ€gt das Risiko, nicht der Anbieter.

Die BullSequana SH macht diesen Nachweis fĂŒhrbar:

On-Premise-Betrieb: Daten, Modellgewichte und Inferenzausgaben bleiben im eigenen Perimeter
Intel TDX/SGX fĂŒr Confidential Computing und nachvollziehbare Verarbeitung
Fertigung in Angers (EU), französisch-staatlicher Hersteller: eine bis zum Hersteller nachvollziehbare Lieferkette
Keine Metadaten-AbflĂŒsse in eine Nicht-EU-Cloud

Compliance wird dann zur Checkliste, wenn die Architektur sie von Anfang an unterstĂŒtzt, und nicht zum Projekt, das erst nach dem Audit beginnt.

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