Für OpenCloud gibt es keinen offiziellen Linux-Client für ARM64.
Skandal?
Nein. Überhaupt nicht. Vernünftig.
Der Markt ist klein, Ressourcen sind endlich, und kein Unternehmen sollte einen Build-Zweig dauerhaft pflegen müssen, nur weil irgendwo ein einzelner Irrer mit einem Snapdragon-ThinkPad sitzt und ihn gern hätte.
Dummerweise war ich genau dieser Irre. 😉
Also habe ich mir den ARM64-Client selbst gebaut.
Und genau da wird aus einer technischen Randnotiz plötzlich eine ziemlich politische Geschichte.
Bei proprietärer Software heißt ein „Nein“ des Herstellers meistens:
Nein. Punkt.
Geht nicht.
Machen wir nicht.
Rechnet sich nicht.
Vielleicht irgendwann.
Aber eher nie.
Du darfst warten, bitten oder die Plattform wechseln.
Bei Open Source heißt dasselbe Nein:
„Heute nicht wir. Aber du darfst.“
Das ist für mich gelebte digitale Souveränität.
Nicht irgendein Strategiepapier.
Nicht „europäische Cloud“ auf einer PowerPoint-Folie.
Nicht ein neues Logo auf alter Abhängigkeit.
Sondern die ganz banale Fähigkeit, eine Lücke selbst zu schließen, wenn der Hersteller sie aus guten Gründen offenlässt.
Mein Lenovo ThinkPad T14s mit Snapdragon X Elite war eigentlich schon abgeschrieben.
USB-C-Display? Tot.
Firmware? Launisch.
Kernel-Updates? Überraschungsei.
HDMI? Je nach Kernel zwischen „läuft“ und „bitte nicht anfassen“.
Suspend? Gerne, wenn man morgens keinen Akku mehr braucht.
Als Linux-Arbeitsgerät bleibt die Kiste für mich 2026 eine Red Flag.
Und weil ich offenbar lernresistent bin, habe ich anschließend auch noch Ubuntu 26.10 „Stonking Stingray“ installiert – direkt an der Front.
Prompt war Bluetooth weg.
Natürlich.
Der vorherige Kernel bootete weiter, Bluetooth war wieder da, und ich konnte über meine eigene Hybris lachen.
Die Hardware bleibt eine Warnung.
Aber ausgerechnet dieses Warn-Gerät ist jetzt mein ARM-Build-Host für OpenCloud. WIe schön das doch ist.
Er heißt Ariel.
Und Ariel bleibt.