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Meinung: Souveränität verhandelt man nicht auf Konferenzen.

Man baut sie ein, Schritt für Schritt.

Diese Woche habe ich gleich drei Meldungen gelesen:

  1. Ein US-Anbieter lässt Source Code unter dt. Aufsicht prüfen.
  2. Ein Mittelständler setzt seine geschäftsweite Digitalisierung auf eine europäische Cloud.
  3. Die ersten zertifizierten Partner bringen die Open-Source-Suite OpenDesk in die Fläche.

Was mich daran interessiert: Alle drei Geschichten erzählen eigentlich dasselbe: Europa ist gerade dabei, Alternativen glaubwürdig zu machen.

Ich glaube fest daran, dass europäische Alternative kein Nischen-Thema sind/bleiben. Es ist die Frage, ob deutsche Unternehmen in zehn Jahren ihre IT selbst gestalten oder weiter mieten - inklusive der Bedingungen, die jemand anders festlegt.

Deswegen ist #Souveränität für mich kein Abhaken von #Compliance-Kriterien. Es ist eine Haltung in jeder Architektur-#Entscheidung: so bauen, dass man wechseln kann. Das gilt für uns selbst und für alles, was ich Kunden empfehle. Manchmal ist das unbequemer und teurer. Aber Abhängigkeit wird am Ende immer teurer als Autonomie.

Wie wägt ihr in euren aktuellen Architektur-Entscheidungen Wechselfähigkeit und den Wunsch nach Komfort ab?

MenschAusDerMitte @menschausdermitte friendica-deutschland.de
Vor zwei Jahren habe ich mir bereits die Frage gestellt, wie KI eigentlich reguliert werden sollte ... Show

Wo und wie sollte KI reguliert werden? – Ein Update nach zwei Jahren EU AI Act

Ich hatte mir diese Frage bereits vor zwei Jahren gestellt – damals noch sehr grundsätzlich: Ethik, Sicherheit, Haftung, Datenschutz, internationale Zusammenarbeit. Sauber aufgelistet, aber ehrlich gesagt: das war Theorie.
kisegenoderfluch.blog/post/…

Mittlerweile ist daraus ein ganzes Gesetzgebungswerk geworden. Und aus meiner Sicht als IT-Kauffrau, die beruflich genau weiß, wie schnell aus „Übergangsfrist“ plötzlich „auffällig gewordener Verstoß“ wird, lohnt sich ein Blick auf den Ist-Zustand.

Was inzwischen gilt:

Seit Februar 2025 gelten die Verbote des AI Act, etwa gegen Social Scoring oder manipulative KI.Seit August 2025 die Pflichten für Anbieter allgemeiner KI-Modelle (GPAI) – inklusive Transparenz zu Trainingsdaten und Urheberrechten.Seit August 2026 sind die Transparenzpflichten voll anwendbar, und die Kommission beginnt mit der Durchsetzung.
Was gerade in Bewegung gerät:
Der „Digital Omnibus on AI“ verschiebt zentrale Fristen: Hochrisiko-KI nach Anhang III erst ab Dezember 2027, in Produkte eingebettete Systeme erst ab August 2028. Offiziell, weil die technischen Normen noch fehlen – tatsächlich eine Mischung aus Pragmatismus und Standortpolitik. Datenschutzbehörden wie EDPB und EDPS kritisieren das zu Recht: Wer Fristen um bis zu 16 Monate streckt, riskiert, dass Grundrechtsschutz zur Verhandlungsmasse wird.

Meine Einschätzung:
Der risikobasierte Ansatz ist richtig – nicht jede KI braucht dieselbe Behandlung, ein Chatbot ist kein Medizinprodukt. Aber ich bleibe kritisch: Wenn Normen, Behörden und Leitfäden zwei Jahre nach Inkrafttreten immer noch nicht stehen, war entweder der Zeitplan unrealistisch oder der politische Wille zur Umsetzung halbherzig. Vermutlich beides.

Und eines sage ich als Renewal-Managerin aus Erfahrung: Aufgeschobene Compliance ist keine erledigte Compliance. Wer KI heute einsetzt, sollte Transparenz, Dokumentation und Datenschutz nicht erst machen, weil eine Frist es erzwingt, sondern weil es Professionalität ist. Deshalb kennzeichne ich KI-generierte Inhalte auch ohne Pflicht – wie das Bild zu diesem Post.

Wie erlebt ihr den AI Act? Spürbarer Schutz oder Brüsseler Papierkrieg?

[Bild: KI-generiert – Illustration einer Waage, auf der einen Seite ein KI-Chip, auf der anderen die EU-Flagge]

KI KIRegulierung EUAIAct DigitalOmnibus KünstlicheIntelligenz
+4 Less Digitalisierung TechPolicy Compliance Fediverse
Sensitive. Show the picture. Illustration: Eine Waage der Gerechtigkeit. Auf einer Seite ein leuchtender Chip mit Neuralnetz-Strukturen, auf der anderen Seite die EU-Flagge mit zwölf goldenen Sternen auf blauem Grund. Symbolisiert die Regulierung von Künstlicher Intelligenz in Europa. (KI-generiert)
René Hamdorf @rene bizzfed.de

Der EU AI Act fragt: Können Sie das erklären?
Seit August 2024 ist der EU AI Act in Kraft. Für Hochrisiko-KI-Systeme, etwa in Kreditvergabe, Personalwesen, Medizin, kritischer Infrastruktur oder Strafverfolgung, reicht ein funktionierendes Modell nicht mehr aus. Betreiber müssen Datenherkunft, Modellverhalten und Entscheidungswege dokumentieren und auf Anfrage der Aufsichtsbehörde vorlegen können.

Das strukturelle Problem: Ein nicht-transparenter Hyperscaler-LLM-Dienst erzeugt genau die Dokumentationslücke, die der Kunde selbst nicht schließen kann. Wenn niemand erklären kann, warum ein Modell wie entschieden hat, ist die Konformitätsbewertung von Anfang an gefährdet.

Der AI Act steht dabei nicht allein:

DORA verlangt von Banken und Versicherern eine auditierbare Kontrolle über kritische IT-Dienstleister
NIS2 erweitert den Kreis regulierter Sektoren auf Energie, Gesundheit, Verkehr, Finanzmarktinfrastruktur und öffentliche Verwaltung
BaFin (BAIT/VAIT-Rundschreiben) fordert, dass jedes Modell, das Geschäftsentscheidungen beeinflusst, erklärbar und revisionsfest sein muss

Vier Regelwerke, eine gemeinsame Konsequenz: Wer KI-Verarbeitung nicht lückenlos nachweisen kann, trägt das Risiko, nicht der Anbieter.

Die BullSequana SH macht diesen Nachweis führbar:

On-Premise-Betrieb: Daten, Modellgewichte und Inferenzausgaben bleiben im eigenen Perimeter
Intel TDX/SGX für Confidential Computing und nachvollziehbare Verarbeitung
Fertigung in Angers (EU), französisch-staatlicher Hersteller: eine bis zum Hersteller nachvollziehbare Lieferkette
Keine Metadaten-Abflüsse in eine Nicht-EU-Cloud

Compliance wird dann zur Checkliste, wenn die Architektur sie von Anfang an unterstützt, und nicht zum Projekt, das erst nach dem Audit beginnt.

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