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Pilze sammeln. Da musste man schon immer aufpassen. Das hat sich auch im KI-Zeitalter nicht geändert.

“Von circa 10.000 bekannten Pilzarten in Deutschland seien ungefähr 200 essbar … Eine sichere Pilzbestimmung alleine mit einer App ist nicht möglich.”

heise.de/hintergrund/…

AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Wenn ein Irrtum fast 50 Jahre überlebt

Manche wissenschaftlichen Erkenntnisse entstehen aus der genauen Nachprüfung alter Annahmen. Diese stellen sich dann mitunter als falsch heraus. Genau das ist Forschenden der Universität Jena und des Leibniz-HKI nun bei einem bekannten Pilzgift gelungen.

Im Mittelpunkt steht Muscarin, ein Nervengift, das in verschiedenen Pilzarten vorkommt und schwere Vergiftungen auslösen kann. Seit 1977 galt ein Modell als etabliert, das beschreiben sollte, wie Pilze diesen Stoff herstellen. Doch als die Forschenden die damaligen Ergebnisse mit modernen Methoden überprüften, stießen sie auf Widersprüche.

Eigentlich wollten sie das bestehende Modell bestätigen und weiter ausbauen. Stattdessen zeigte sich, dass der angenommene Ausgangsstoff der Biosynthese gar nicht beteiligt ist.

Die Forschenden mussten ihre ursprüngliche Hypothese verwerfen und ein neues Modell entwickeln. Ihren Ergebnissen zufolge beginnt die Herstellung von Muscarin mit der Aminosäure L-Lysin und nicht mit Glutamin, wie fast fünf Jahrzehnte lang angenommen wurde.

Die Arbeit liefert damit nicht nur neue Einblicke in die Entstehung eines wichtigen Pilzgifts. Sie könnte langfristig auch helfen, weitere Zwischenprodukte des Stoffwechsels aufzuspüren und besser zu verstehen, welche Substanzen bei Pilzvergiftungen eine Rolle spielen.

Fast fünfzig Jahre lang galt ein Modell als richtig, bis moderne Analysemethoden Zweifel daran aufkommen ließen.

Wissenschaft ist kein Stillstand, sondern ein fortlaufender Prozess von Hypothesen, Überprüfung und Korrektur.

Alles, was wir wissen, entspricht dem Erkenntnisstand seiner Zeit.

Quelle:
Dörner et al. (2026), Angewandte Chemie International Edition
onlinelibrary.wiley.com/doi/…

pilze muscarin leibniz wissenschaft wissenschaftskommunikation anysci
Auf dem Bild zu sehen ist der Rinnigbereifte Trichterling, auch bekannt als Falscher Champignon. Dieser Pilz hat einen weißen Stil und Hut, auch die Lamellen auf der Unterseite des Hutes sind komnplett weiß. Er wächst auf Wiesen in ganz Europa und kann leicht mit einem Speisepilz verwechselt werden. Eine solche Verwechslung kann mitunter tödlich enden, denn der Rinnigbereifte Trichterling enthält große Mengen des Nervengiftes Muscarin. Eine neue Studie hat jetzt den Syntheseweg dieses Giftstoffes neu beschrieben. Dadurch wächst auch unser Verständnis für Pilzvergiftungen. Das Bild wurde von Andreas Kunze aufgenommen und findet sich auf der Wikipediaseite zu diesem Pilz. Es erschien mir passend zu dem Bericht über die neuen Forschungsergebnisse.

🌙 Ein pilziger Abendgruß aus der sächsischen Schweiz

Es ist wieder Pilzzeit – und momentan müssen wir auf unserer Fitnessrunde gar nicht groß suchen. Entlang des Weges stehen zurzeit reichlich Pilze, und wenn darunter welche sind, die wir sicher kennen, dürfen einige natürlich mit nach Hause. 🍄😊

So wird aus der Fitnessrunde ganz nebenbei noch eine kleine Einkaufstour durch den Wald – nur eben ohne Kasse. 😉

Und dann stellt sich die wichtige Frage: Was machen wir daraus? Mal ganz klassisch gebratene Pilze mit Zwiebeln, mal ein schönes Pilzragout zu Nudeln oder einfach das, worauf wir gerade Appetit haben. Frischer geht es jedenfalls kaum.

Heute landete ein Teil der Ausbeute schön gebraten auf dem Teller. Und weil Wortspiele manchmal einfach sein müssen, gab es zu den Pilzen auch ein Pils. 🍺
Man könnte also sagen: Erst sammeln, dann brutzeln und anschließend gemütlich genießen.

So darf der Herbst gern weitermachen – Bewegung an der frischen Luft, etwas Leckeres aus dem Wald und am Abend ein gemütlicher Platz am Tisch.

Ich wünsche euch einen schönen Abend und allen Pilzsammlern volle Körbe – aber natürlich nur mit Pilzen, die ihr auch wirklich sicher kennt. 🌲

Pilze Pilzzeit Wald Natur Fitnessrunde
+3 Less Herbst Pilzgericht Genuss
Auf einem hellen Holztisch steht ein Teller mit gebratenen Pilzen und Zwiebeln auf Brotscheiben, garniert mit frischem Basilikum. Daneben liegen Tomaten, Paprika- und Möhrenstreifen. Im Hintergrund steht passend zum Pilzgericht ein hohes Glas frisch eingeschenktes Pils mit großer Schaumkrone.
Eine weiße Schüssel ist randvoll mit verschiedenen frisch gesammelten Waldpilzen. Gut zu erkennen sind mehrere braune Röhrlinge, orangefarbene Pilze, ein gelber Pfifferling sowie ein besonders großer heller Pilz mit kräftigem Stiel in der Mitte.
RiffReporter @riffreporter mastodon.social

Ob selbst gepflückte Äpfel, gesammelte #Pilze oder gerettete Lebensmittel: Kostenloses Essen kann sich besonders gut anfühlen. Lisbeth Schröder erklärt, warum das nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Psyche guttun kann: riffreporter.de/de/…

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