Eine Mutter schrieb mir privat. Ich hatte einst ihr Kind In der Kita (Nachbargruppe). Ihr Sohn ist sieben, Autist, und er liebt Buchstaben. Er wollte so gern in die Schule. Doch die Schulbegleitung wurde nicht bewilligt. Erst Antrag, dann Ablehnung, dann Widerspruch. Lange Monate vergingen. Jeden Morgen stand er mit seinem Ranzen an der Tür und fragte: „Heute?“ Und jeden Morgen musste sie Nein sagen. Irgendwann hat er aufgehört zu fragen. Den Ranzen räumte er tief in den Schrank. Das nennt ihr Bildungsgerechtigkeit? In seiner Förderschule hat er bis heute nur gelernt, dass er unerwünscht ist.
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„Was wir uns künftig nicht mehr leisten können“: So überschreibt Ex-CDU-Ministerin Kristina Schröder eine Kolumne über Menschen mit Behinderung. Assistenz, Schulbegleitung, Reiseassistenz: für sie alles zu teuer.
Das ist ungeheuerlich. Teilhabe ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht. Wer sie zum Kostenposten macht, sagt Millionen Menschen: Euer Platz in der Gesellschaft ist mir scheißegal.
Frau Schröder spart an denen, die sich am wenigsten wehren können. Menschenrechte stehen nicht unter Haushaltsvorbehalt. Nie.