Reflexion
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Drei Spalten für bessere Reflexion
Eine der einfachsten Reflexionsmethoden, auf die ich in letzter Zeit gestossen bin, braucht genau eine Seite Papier.
Anne-Laure Le Cunff beschreibt sie in Tiny Experiments als Plus–Minus–Next:
| + Plus | – Minus | → Next |
|---|---|---|
| Was hat funktioniert? | Was hat weniger gut funktioniert? | Was mache ich als Nächstes anders? |
Eigentlich banal – aber stark.
Viele Reflexionen bleiben bei einer Bewertung stehen: Das lief gut. Das lief schlecht.
Mit der dritten Spalte kommt eine andere Denkoperation hinzu: Aus der Erfahrung wird eine nächste Handlung abgeleitet.
Ich kann mir die Methode deshalb in sehr unterschiedlichen Situationen vorstellen:
-
nach einer Unterrichtseinheit,
-
nach einem Workshop,
-
nach einer Sitzung,
-
nach einem Projektabschnitt,
-
oder einfach am Ende einer Arbeitswoche.
Fünf Minuten reichen häufig aus.
Für mich ist Plus–Minus–Next damit weniger eine Feedbackmethode als ein kleines Instrument zur Selbststeuerung:
Erfahrung festhalten → bewerten → nächste Handlung ableiten.
Reflexion wird dadurch nicht zum Rückblick um des Rückblicks willen, sondern Teil des nächsten Versuchs.
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Zehn Minuten nach dem Unterricht
Ende 2025 habe ich ein kleines Experiment gemacht: 30 Tage lang führte ich nach jedem Unterricht ein handschriftliches Lehrjournal.
Der Aufwand war überschaubar: zehn bis fünfzehn Minuten nach der Lektion. Geholfen hat mir eine einfache Struktur:
- Events: Was ist in der Lektion passiert?
- Episode: Welche konkrete Szene ist mir besonders aufgefallen?
- Analysis: Warum war sie relevant – und was nehme ich für die nächste Einheit mit?
Gerade der letzte Punkt machte für mich den Unterschied. Aus einem diffusen Eindruck wie «Das lief heute nicht gut» wird eine konkrete Frage an den eigenen Unterricht.
Das Lehrjournal ist damit weniger Tagebuch als Instrument professioneller Reflexion.
Mein Fazit nach dem Experiment: Die wenigen Minuten direkt nach dem Unterricht waren gut investiert. Vieles, was sonst nach einigen Tagen verschwunden wäre, wurde festgehalten – und konnte in die nächste Planung einfliessen.
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