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AnySci - Wissenschaft für Jedermann @anysci mastodon.de

Lachse im Rheinsystem?

Früher war der Atlantische Lachs im Rhein weit verbreitet. Doch Gewässerverschmutzung, Überfischung und der Bau von Wanderhindernissen ließen die Bestände immer weiter schrumpfen. In den 1950er-Jahren galt die Art im Rheinsystem schließlich als ausgestorben.

Seit den 1980er-Jahren wird deshalb versucht, den Lachs wieder anzusiedeln. Jährlich werden inzwischen mehr als eine Million Jungfische aus Aufzuchtstationen in geeignete Nebenflüsse eingesetzt.

Langfristig sollen wieder Populationen entstehen, die sich ohne menschliche Unterstützung erhalten können. Dafür müssen die Tiere ihren Lebenszyklus erfolgreich durchlaufen. Sie wachsen zunächst im Süßwasser heran, wandern ins Meer und kehren nach einigen Jahren zum Laichen in ihre Heimatgewässer zurück.

Aber wie weit ist die Wiederansiedlung nach mehreren Jahrzehnten nun tatsächlich gekommen? Das untersuchte das Forschungsprojekt GeMoLaR unter Leitung der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau.

Die Forschenden analysierten mehr als 15.000 genetische Proben, um die Herkunft der Lachse nachzuvollziehen und herauszufinden, wie viele Jungfische tatsächlich aus natürlicher Fortpflanzung stammen.

Die Ergebnisse fallen ernüchternd aus. Zwar kehren durchaus erwachsene Lachse ins Rheinsystem zurück, doch die Bestände sind weiterhin stark von den Besatzprogrammen abhängig.

In der Agger wurden beispielsweise nur etwa fünf Prozent der untersuchten Junglachse als mögliche Naturbrut eingestuft. Im Kinzigsystem ließen sich sogar sämtliche 742 untersuchten Junglachse auf Besatzmaßnahmen zurückführen.

Hinzu kommt, dass die Zahl der zurückkehrenden Lachse seit 2018 trotz weitgehend unveränderter Besatzaktivitäten deutlich gesunken ist.

Nach Jahrzehnten intensiver Bemühungen gibt es im Rheinsystem somit noch immer keine etablierten, selbsttragenden Lachspopulationen.

Die Forschenden betonen deshalb, dass das Aussetzen von Jungfischen allein nicht ausreicht. Entscheidend sind auch durchgängige Flüsse, geeignete Laichgebiete und Lebensräume für Jungfische. Niedrigwasser und steigende Wassertemperaturen erschweren die Situation zusätzlich.

Das Forschungsprojekt selbst liefert dennoch einen wichtigen Beitrag. Mit genetischen Methoden lässt sich nun wesentlich genauer überprüfen, welche Besatzmaßnahmen erfolgreich sind und wo schon natürliche Fortpflanzung stattfindet. Dies soll helfen, die Programme künftig gezielter zu gestalten.

Für mich wirft das eine ganz grundsätzliche Frage auf, mit einem ziemlich bitteren Beigeschmack. Wie sinnvoll ist eigentlich dieses jahrzehntelange Aussetzen von Jungfischen, wenn die ökologischen Voraussetzungen für eine dauerhaft selbsttragende Population offenbar noch nicht ausreichend gegeben sind?

Wie viel Energie, Ressourcen und Arbeit da bereits investiert worden sind, ohne das eigentliche Ziel zu erreichen! Und ist es nicht auch ein fragwürdiger Eingriff in die Natur, jährlich eine Million Jungfische auszusetzen, obwohl ihre langfristigen Überlebens- und Fortpflanzungschancen offenbar begrenzt sind? Ich wundere mich und fühle mich ratlos.

Quelle: GeMoLaR (2026), Abschlussbericht und Leitfaden zur Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses im Rheingebiet, RPTU Kaiserslautern-Landau.

ble.de/Atlantischer-Lachs

Lachs Rhein Artenschutz Naturschutz Biodiversität
+5 Less Biologie BLE Wissenschaft Wisskomm anysci
Das Bild zeigt, wie junge Lachse mit einem Kescher aus einem Behälter gehoben werden. Solche Jungfische werden seit Jahrzehnten in Nebenflüssen des Rheins ausgesetzt, um den Atlantischen Lachs dort wieder anzusiedeln. Aktuelle Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Entwicklung einer sich dauerhaft selbsttragenden Populationen schleppend läuft. Die Bestände sind weiterhin auf regelmäßige Aussetzungen angewiesen. Das Foto wurde von J. Gährken aufgenommen und vom LANUV NRW zur Verfügung gestellt.
Raymond @Raymond social.cologne

Diese Holzbohlen der flussseitigen Uferbefestigung des Rheinauhafens Köln waren vermutlich seit ~ 130 Jahren (zur Bauzeit) nicht mehr sichtbar. Sie ragen ein Stück weit heraus, weil der Rheinpegel immer noch (!) extrem niedrig ist.
Fotos habe ich letzten Sonntag (27. September 2026) aufgenommen.

köln Rheinaufhafen rhein niedrigwasser
Mitte: Die Holzbohlen der Uferbefestigung. Links eine Steintreppe, die zum Rhein herunterführt, rechts der Rhein
Tino Eberl @tinoeberl mastodon.online

Das anhaltende #Niedrigwasser setzt die #Schifffahrt auf dem #Rhein stark unter Druck.

#Frachtschiffe können teilweise nur noch rund ein Zehntel ihrer üblichen Ladung transportieren. In Köln liegt der Pegel bei etwa 42 Zentimetern, in Kaub sogar unter der Pegelmarke Null. Fehlende #Niederschläge und geringes #Schmelzwasser verschärfen die Lage. Eine schnelle Entspannung erwarten Fachleute nicht.

zdfheute.de/politik/…

Wasserknappheit Binnenschifffahrt Dürre environment climatechange
MIT Technology Review DE @techreview_de social.heise.de

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Bei Trockenheit kommt die Schifffahrt auf dem Rhein beinahe zum Erliegen. Neue Konzepte sollen Frachter nun tauglicher für Niedrigwasser machen. (+)

#Klima #Wasser #Rhein

t3n.de/news/…

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Bei Trockenheit kommt die Schifffahrt auf dem Rhein beinahe zum Erliegen. Neue Konzepte sollen Frachter nun tauglicher für Niedrigwasser machen. (+)

#Klima #Wasser #Rhein

t3n.de/news/…

tagesschau @tagesschau ard.social

Prognose unter 40 Zentimeter: Der Rheinpegel soll weiter sinken

Das trockene Wetter der vergangenen Wochen führt zu neuen historischen Tiefständen des Rheins. Laut Wasserschifffahrtsamt soll der Pegel in Köln heute unter 40 Zentimeter sinken.

➡️ tagesschau.de/inland/…

Rhein Rheinpegel Niedrigwasser

Als Reaktion auf die #AfD-Wahlsiege will MP #Rhein die Stadtbilddebatte neu anfachen, Ziel: möglichst schnell alles abschieben, was gefährlich undeutsch aussieht.

Steckt die ganze #CDU in einen Sack. Es ist inzwischen völlig egal, wer die Knute abkriegt

Mata @Mata digitalcourage.social

hessenschau.de/panorama/…
Wir werden akzeptieren müssen, dass solche Zustände keine einmaligen Ereignisse sind. Nennt es Klimawandel, -Krise oder Klimakatastrophe - es ist nichts, was technisch behoben werden kann. Es ist auch nichts, was man mit Geld heilen kann. Wir haben unsere Lebensbedingungen zerstört und tun es noch.

Klimakrise klimakatastrophe Rhein Wasser
tagesschau @tagesschau ard.social

Niedrigwasser und Inflation: Pegelstände runter - Preise rauf?

Langsam normalisiert sich der Wasserstand des Rhein, der auch eine wichtige Transportroute ist. Rechtzeitig genug, damit ein Preisschock ausbleibt? Von Axel John.

➡️ tagesschau.de/wirtschaft/…

Inflation Niedrigwasser Rhein Logistik Binnenschifffahrt

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