Post by Michael Gisiger
Wie Qualitätssicherung in der Bildung mit KI nicht funktioniert
Online-Unterricht aufzeichnen, transkribieren und anschliessend von #KI auf Füllwörter, technische Verzögerungen oder Abweichungen vom vorgesehenen Ablauf prüfen lassen – inklusive Risikostatus und Konfidenzwert für Führungskräfte: Genau so sollte #Qualitätssicherung in der #Bildung nicht aussehen.
Bei Multiverse in England berichten Lehrpersonen laut Guardian von erheblichem Stress durch dieses System. Das überrascht wenig. Wer permanent algorithmisch beobachtet und bewertet wird, beginnt zwangsläufig auch für die Messlogik zu arbeiten.
Das Grundproblem sitzt aber noch tiefer: Gemessen wird vorwiegend, was maschinell leicht erfassbar ist. Gute Lehre zeigt sich oft gerade im Gegenteil, im situativen Abweichen, Nachfragen, Improvisieren, im Eingehen auf Lernende. Ein System, das solche Komplexität auf Scores reduziert, riskiert nicht bessere Lehre, sondern normiertes Verhalten.
Qualitätssicherung benötigt fachliches Urteil, Kontext und Vertrauen. Permanente algorithmische Leistungsüberwachung ist dafür ein ziemlich schlechter Ersatz.