Bundestag debattiert über Pflegereform
Der Bundestag debattiert heute über eine erste Pflegereform. Die große Strukturreform soll dann im neuen Jahr folgen. Was kommt damit auf Angehörige zu? Von Birthe Sönnichsen.
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Bundestag debattiert über Pflegereform
Der Bundestag debattiert heute über eine erste Pflegereform. Die große Strukturreform soll dann im neuen Jahr folgen. Was kommt damit auf Angehörige zu? Von Birthe Sönnichsen.
Hat wer von euch schon die Beratung bei pflegen-und-leben.de genutzt? Ich bin da über das TK-Pflegeportal gelandet & habe mit null Erwartung gestern mal ne Anfrage gestellt, weil ich mich wirklich oft frage inzwischen, wie ich das hier bis zum Freiwerden eines Heimplatzes aushalte. Die erste Reaktion war extrem underwhelming - jetzt frage ich mich, ob ich da noch mehr Zeit versenken soll, oder es einfach lasse? Wenn wer schon ne gute Erfahrung gemacht hat, würde mich das interessieren.
Das Wort zum Sonntag und dann bin ich für heute still, ich versprechs 🙏 Kennt ihr vielleicht jemanden, der in einem Altenheim, Hospiz oder einer sozialen Einrichtung arbeitet? Mehr im Video 😀 Boosten oder an eine richtige Adresse weiterleiten, wäre toll - man kann das Video auch abspeichern und via WhatsApp und Co weitersenden ❤️ Dankeschön 💌
Soso. Die Pflegereform ist nötig, weil 770.000.000 € Unterdeckung sind und 500.000.000 € fehlen.
Das ist doch nur 1/5 3-Monate-Bezinrabatt und davon konnten wir uns in diesem Jahr 3 leisten.
Also ich würd sagen: Wir pflegen auch die armen Menschen 5 Jahre weiter und sparen uns dafür den Tankrabatt.
#Linnemann nennt die Pflegeversicherung „desaströs”.
2027 fehlen 8 Mrd. rund 10 % der Ausgaben. Kürzen?
Die Kassen sehen das anders: Der Bund hat sich in der Coronazeit 5,2 Mrd. von der Pflegekasse geliehen und noch nicht zurückgezahlt. Außerdem zahlt die Pflegekasse jedes Jahr 5,3 Mrd. für die Rente von Menschen, die Angehörige pflegen. Das müsste eigentlich der Staat bezahlen.
Rhetorik zielt wieder nur auf Sparpaket statt echter Reform.
Linnemann lehnt von SPD geforderten “Pflegedeckel” ab
Die SPD droht, die geplante Pflegereform zu blockieren - und fordert Änderungen. Doch die bieten aus Sicht von Gesundheitsminister Linnemann keine Lösungen. Eine Einigung hält er trotz des Streits in der Koalition für möglich.
Pflege in Schweden: So lange wie möglich zu Hause
Schweden setzt bei der Altenpflege konsequent auf die Betreuung zu Hause. Ein gut ausgebauter Pflegedienst macht das möglich. Die Höhe des Eigenbeitrags ist begrenzt - doch Fachkräfte werden knapp. Von J. Sinram.
Exklusiv: SPD will Eigenanteil für Pflegeheimkosten deckeln
Die SPD will die geplante Reform in der Pflege nachverhandeln. Ein Papier, das dem ARD-Hauptstadtstudio exklusiv vorliegt, beschreibt, wie ein Pflegedeckel aussehen könnte: Der “einrichtungseinheitliche” Eigenanteil soll dabei sinken. Von M. Rödle.
Ob Bürgergeld, #Rente, #Pflege, Bildung, Kinder oder Wohnen – der #Sozialstaat in Deutschland spielt für eigentlich jeden Menschen eine wichtige Rolle. Trotzdem steht er fortwährend in der Kritik. Unser Forschungsüberblick räumt mit Mythen auf. 🧵👇
SPD stoppt vorerst Pflegereform: “Das lassen wir nicht zu”
Kommende Woche wollte das Bundeskabinett die geplante Reform in der Pflege verabschieden - doch das wird wohl nicht klappen. Die SPD will nachverhandeln und droht nach Informationen des ARD-Hautpstadtstudios mit Blockade. Von A. Budweg.
Wahl auf Wahl geht verloren, aber Bundeskanzler #Merz will dennoch an den geplanten Sozialkürzungen festhalten. Diese würden Alltagssorgen vieler Menschen weiter verschärfen – insbesondere auch von #Frauen. Deshalb gehen wir am Samstag in #Hannover auf Straße. Seid mit dabei!
Mehr im aktuellen #schlaglicht 👉 niedersachsen-bremen-sachsenanhalt.dgb.…
Die Bedeutung von Nähe
Manche Studien berühren mein Herz, weil sie etwas messbar machen, das wir vielleicht intuitiv längst spüren. Die Studie heute erzählt davon, dass liebevolle Nähe nicht nur emotional erlebt wird, sondern bis in körperliche Heilungsprozesse hineinreichen kann.
Ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Universität und des Universitätsklinikums Heidelberg untersuchte, wie Oxytocin und Nähe in einer Partnerschaft gemeinsam die Wundheilung beeinflussen. Oxytocin ist ein Botenstoff, der bei sozialen Bindungen und Berührungen eine wichtige Rolle spielt. Daher wird er auch als „Kuschelhormon“ bezeichnet. Er wird bei liebevollern Berührungen jeglicher Art ausgeschüttet und beeinflusst, wie unser Körper soziale Erfahrungen verarbeitet.
An der Studie nahmen 80 Paare teil. Allen Personen wurden vier kleine standardisierte Saugblasenwunden am Unterarm zugefügt. Anschließend erhielten sie über mehrere Tage entweder Oxytocin oder ein Placebo als Nasenspray. Ein Teil der Paare führte zusätzlich wertschätzende Gespräche über die eigene Beziehung. Zugleich hielten die Teilnehmenden im Alltag fest, wie häufig sie liebevolle Berührungen austauschten.
Am Ende zeigte sich vor allem das Zusammenspiel von Oxytocin und gelebter Nähe. Bei den Personen, die Oxytocin erhalten hatten, heilten die Wunden umso schneller, je häufiger sie liebevolle Berührungen oder achtsame Zuwendung mit ihrem Partner erlebt hatten. Die Forschenden beschreiben den Botenstoff deshalb als sozialen Verstärker.
Für mich liegt darin eine schöne Erkenntnis. Nähe ist kein emotionaler Luxus, sondern gehört zu den Bedingungen, unter denen unser Körper Stress verarbeitet und gesund bleiben kann. Gerade in einem oft hektischen Alltag, in dem der Umgang schnell rau wird und wenig Zeit für bewusste Zuwendung bleibt, sollten wir solche kleinen Momente nicht unterschätzen. Sie tun nicht nur der Seele gut. Und das gilt natürlich nicht nur für Partnerschaften.
Schneider et al. (2025), JAMA Psychiatry
doi.org/10.1001/…
Weil es gerade passt:
Ein starker Sozialstaat ist auch Demokratieschutz!
In 6 Tagen. In 15 Städten. Für einen starken Sozialstaat. Für gute Arbeitsbedingungen, Für gute Gesundheitsversorgung. Für gerechte Rente. Für soziale Gerechtigkeit. Für Demokratie.
dgb.de/mitmachen/…
Beobachtung: Während formelle Zusammenschlüsse, wie Verbände, Gewerkschaften oder Kammern, immer weniger Rückhalt selbst bei den eigenen Zielgruppen haben und sie von politischen Entscheidungen zunehmend ausgeschlossen werden, finden die Stimmen von Influencer*innnen, die mal mehr mal weniger Expertise haben, immer mehr Gehör, ohne dass damit politischer Einfluss verbunden wäre. Neueste Entwicklung ist die Monetarisierung des Protests.
Ein Kollege ist weg.
Unklare Umstände.
Vor 5 Monaten zu uns abkommandiert, schwere Covid-Nachwirkungen, 36, Frau und Kind.
Nett sei er, sagten die Kollegen, bemüht, schüchtern.
Wir hatten nur 3 Dienste zusammen.
Er war freundlich zugewandt, kam dann etwas aus sich raus und wurde richtig zutraulich.
Ein Netter, tatsächlich.
Trotzdem war da so ein undefinierbares Gefühl, besorgt, aufpassen, achtsam sein.
Jetzt ist er tot, seine Frau fand ihn morgens im Nebenzimmer.
Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, aber, wie wir immer sinnfrei sagen - muss ja.
Anmerkung vom Doc: “ Wenn man aussieht wie sein Passfoto, ist man urlaubsreif.”
Ich lach mich tot.
Wieder einer mehr auf der Liste der Leute, die ich beissen muss, wenn ich Tollwut kriege.
2/2
Wie soll sie noch 6 weitere Jahre durchhalten.
Fragt sie.
Und ich frage mich das auch.
Die Frau ist am Limit.
“Und, warst Du in Urlaub?” wechselt sie das Thema und ich sage “Ja”.
Und traue mich kaum, auf die Frage “Wo warst Du denn?” zu antworten: “7500 km mit #Motorrad und Zelt. Und es war toll.”
Ich bin sehr nachdenklich, als sie nach meiner Pausenzeit weiterzieht.
Ich habe ihr einen Kaffee, einen Stuhl und ein offenes Ohr geboten, und so hatte sie meine Pause.
Aber reicht das?
1/2
Eine Kollegin kommt als Pausenablösung im #Nachtdienst.
Wir sind gleich alt, kennen uns lange, haben uns aber jetzt mehr als 2 Jahre nicht gesehen.
Sie sinkt auf den Stuhl, kurzatmig, stöhnt, alles schmerzt. Hüfte, Schulter, die Hand.
Sie war mit der Hand ein Jahr arbeitsunfähig. Jetzt ist die andere Hand überlastet und schmerzt. Sie kann die Finger kaum strecken.
Sie ist, körperlich, seelisch, emotional ziemlich am Ende.
Die Rentenpläne der Regierung tun ihr Übriges.
–>2
“Kann ich morgen Abend vorbeikommen?” fragt das Kind.
“Nein”, sage ich, “#Nachtdienst bis Donnerstag.”
“Dann komme ich am Wochenende.”
“Auch nicht, habe beide Tage #Spätdienst!”
“Gut” antwortet das Kind, “dann komme ich Montag Nachmittag!”
Mittlerweile stöhne ich nur noch. “Auch nicht, da habe ich eine ganztägige #Fortbildung.”
“Fortbildung, gut!” meint das Kind, “Worum geht es denn?”
“#WorkLifeBalance”
“Ja, das scheint mir auch wirklich notwendig!”
Das Kind, voll den Durchblick.