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Wissenschaft im Dialog @wissenschaftimdialog wisskomm.social

Wie kann Wissenschaftskommunikation Menschen erreichen und Orientierung bieten? Monika Landgraf, @fraunhofergesellschaft@wisskomm.social, betont die Bedeutung des Wissenschaftsbarometers als Impulsgeber fĂŒr wirkungsvolle Wissenschaftskommunikation.

Am 12. November, von 12 bis 13 Uhr, stellen wir online die neuen Ergebnisse vor.

âžĄïž Zur Anmeldung: eveeno.com/193279838

@carl_zeiss_stiftung@stiftungen.social
@KlausTschiraStiftung@stiftungen.social

Wissenschaftsbarometer Wisskomm Gesundheitskommunikation
Wissenschaftsbarometer 2026. Vorstellung aktueller Ergebnisse und Diskussion zentraler Trends am 12. November 2026. Monika Landgraf, Direktorin Unternehmenskommunikation und Sprecherin des PrĂ€sidenten, Fraunhofer-Gesellschaft. Sie lĂ€chelt in die Kamera und trĂ€gt ein schwarzes Oberteil und eine Brille. Sie sagt: „Beim Thema Gesundheit zeigt sich eindrucksvoll, wie Wissenschaft unmittelbar auf unseren Alltag wirkt und unser Leben verĂ€ndert. Das Wissenschaftsbarometer macht sichtbar, wie Menschen Forschung wahrnehmen - und gibt uns wichtige Impulse fĂŒr eine Wissenschaftskommunikation, die Menschen erreicht, Orientierung bietet und eine Grundlage fĂŒr Vertrauen ist.“
Wortgeschichte digital (WGd) @wgd wisskomm.social

Wenn Sie in letzter Zeit beim Lesen auf das Verb #privilegieren gestoßen sind, dann war das wahrscheinlich in seiner partizipialen Form #privilegiert, denn genau so ist das Wort seit dem 16.Jh. ĂŒberwiegend belegt. Mehr dazu in der #Wortgeschichte: zdl.org/wb/


WissKomm Linguistik Lexikografie Wörterbuch Semantik
Schriftzug mit dem Stichwort "privilegieren" auf blauem Hintergrund, Logo des Wörterbuchprojekts Wortgeschichte digital im ZDL
AnySci - Wissenschaft fĂŒr Jedermann @anysci mastodon.de

Ameisenlarven steuern die Population

Larven galten bisher als eher passive Mitglieder eines Ameisenstaates. Sie werden versorgt und geschĂŒtzt, das war es dann aber auch. Eine neue Studie zeigt nun, dass wir die lieben Kleinen wohl unterschĂ€tzt haben.

Ein Forschungsteam am Max-Planck-Institut fĂŒr chemische Ökologie hat bei der klonalen RĂ€uberameise Ooceraea biroi ein bislang unbekanntes Duftsignal entdeckt, das ausschließlich von Larven produziert wird.

Bevor ich darauf weiter eingehe, ist es wichtig diese Ameisenart genauer vorzustellen. Klonale RĂ€uberameisen heißen nĂ€mlich deshalb so, weil sie sich quasi klonen. Sie haben keine Königin, sondern alle Arbeiterinnen vermehren sich asexuell (Parthogenese).

Eben dieses neu entdeckte Duftsignal sorgt dafĂŒr, dass erwachsene Arbeiterinnen vorĂŒbergehend keine Eier mehr legen, sondern die Vermehrung ruht. Dabei reicht es aus, wenn die Ameisen den Duft wahrnehmen, ein direkter Kontakt zu den Larven ist gar nicht nötig.

Damit wird ein zentraler Mechanismus innerhalb der Kolonie sichtbar, fĂŒr den es wichtig ist die Lebensweise der Tiere zu kennen.

Die Ameisen wechseln in einem festen Rhythmus zwischen Eiablage und Brutpflege. Das Signal der Larven wirkt dabei wie eine Art „Stoppschild“ fĂŒr die Fortpflanzung. Solange Larven vorhanden sind, wird keine neue Brut produziert. Erst wenn sich diese weiterentwickeln, fĂ€llt die Hemmung weg und die Eiablage setzt wieder ein.

Erstmals konnte ein solches Brutpheromon bei Ameisen chemisch eindeutig identifiziert werden. Besonders interessant ist, dass es sich um genau eine spezifische Verbindung handelt, die diese Wirkung auslöst (also kein Duftgemisch).

Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Baustein fĂŒr das VerstĂ€ndnis sozialer Organisation bei Insekten. Sie zeigen, wie fein abgestimmt chemische Kommunikation komplexe AblĂ€ufe wie Fortpflanzung und Arbeitsteilung koordinieren kann.

Wieder einmal eine Geschichte, bei der man ins Staunen kommen kann, wie fein die ZahnrÀdchen des Lebens ineinander greifen.

Abgesehen von diesem Staunen, musste ich bei dieser Studie aber auch an einen Bericht denken, den ich im FrĂŒhjahr gelesen habe. In Karlsruhe legten Ameisen die Elektrik einer Ampel lahm und es kam zu einem Unfall. Ein Elektriker erlĂ€uterte, dass es schwierig sei, solche SchaltkĂ€sten ameisenfrei zu halten.

Vielleicht erlauben die neuen Erkenntnisse irgendwann eine sehr zuverlĂ€ssige und biologische Möglichkeit, eben solche Orte als Lebensraum fĂŒr Ameisen doch ungeeignet zu machen.

Quelle:
Piqueret et al. (2026), PNAS
doi.org/10.1073/


Das Bild zeigt ausgewachsene Ameisen der Art "Ooceraea biroi" und deren Larven. Beide wurden offenbar fĂŒr das Foto auf einem hellen Untergrund gesetzt. UrsprĂŒnglich stammt diese Art aus tropischen und subtropischen Regionen Asiens, hat sich inzwischen aber weltweit in warmen Regionen oder geschĂŒtzen Orten verbreitet. Eine Ă€ußerst interessante Eigenart dieser Ameisen ist die Tatsache, dass sie keine Königin haben wie andere Ameisen. Stattdessen vermehren sich die Arbeiterinnen asexuell. Sie klonen sich quasi. Dieser Prozess wird durch einen einzelnen Duftstoff der Larven gehemmt, wie eine neue Studie zeigt. Das Foto wurde von Anna Schroll aufgenommen und vom Max Planck Institut fĂŒr chemische Ökologie fĂŒr die Berichterstattung zu dieser Forschung zur VerfĂŒgung gestellt.
KING CONSULT | Kommunikation @kingconsult berlin.social

RE: wisskomm.social/@unihamburg/


🙌 So geht souverĂ€ne #Wissenskommunikation – so geht #Plus1:

Die #UniversitĂ€t #Hamburg @unihamburg@wisskomm.social ist seit 4 Stunden unabhĂ€ngig, #datenschutz-freundlich und digital #souverĂ€n im #Fediverse – und erfolgreich:

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âžĄïž Das ist ordentlich und da geht noch mehr!

cc @HRK_aktuell@wisskomm.social

AnySci - Wissenschaft fĂŒr Jedermann @anysci mastodon.de

Die Karibik-TĂŒbingen-Connection

Sie sind teilweise mehr als 30 Zentimeter lang, haben einen krÀftigen Panzer und sieben Beinpaare. Riesenasseln der Gattung Bathynomus gehören zu den auffÀlligsten Bewohnern der Tiefsee.

Ein Exemplar, das jahrzehntelang in der PalĂ€ontologischen Sammlung der UniversitĂ€t TĂŒbingen aufbewahrt wurde, hat sich nun als Vertreter einer bislang unbekannten Art erwiesen.

Das Tier stammt aus Puerto Rico und wurde bereits in den 1980er-Jahren nach TĂŒbingen gebracht und als Bathynomus giganteus bestimmt. Dort untersuchten Benedikt KĂ€stle und Ingmar Werneburg die getrocknete Assel nun erneut mit modernen bildgebenden Verfahren und verglichen ihre anatomischen Merkmale mit denen anderer Riesenasseln.

Dabei entdeckten sie mehrere Abweichungen, insbesondere an den Mundwerkzeugen und am Hinterleib, die das Tier sowohl von Bathynomus giganteus als auch von anderen bekannten Arten unterschieden haben. Sie haben tatsĂ€chlich mitten im Museum eine neue Art entdeckt! Sie erhielt den Namen Bathynomus tuebingoborikensis, eine Kombination aus TĂŒbingen und BorĂ­ken, dem indigenen Namen fĂŒr Puerto Rico.

Die Untersuchung lieferte zugleich neue Erkenntnisse zur Evolutionsgeschichte dieser Krebstiere. Eine Stammbaumanalyse deutet darauf hin, dass die Gattung Bathynomus vor mehr als 15 Millionen Jahren in der Karibik entstand. Von dort breiteten sich ihre Vertreter ĂŒber die Ozeane aus und entwickelten Arten unterschiedlicher KörpergrĂ¶ĂŸen.

Die neu beschriebene Art gehört mit ihren 32,2 Zentimetern zu den besonders großen Vertretern der Gattung. Als ihre nĂ€chste Verwandte identifizierten die Forschenden Bathynomus yucatanensis, eine Riesenassel aus dem Golf von Mexiko.

Irgendwie lustig, dass das erst jetzt aufgefallen ist. Wie gut es doch ist, alte PrÀparate nochmal genau anzuschauen. So lÀsst sich tatsÀchlich mitunter Neues entdecken. Nach diesem Prinzip kann man auch super den Keller oder Dachboden aufrÀumen.

Quelle
Werneburg & KĂ€stle, Scientific Reports (2026)
doi.org/10.1038/


funfact meer tiefsee artenvielfalt evolution
+7 Less tĂŒbingen puertorico sammlungen biologie wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine Aufnahme der getrockneten neu entdeckten Riesenassel in einer Perspektive von schrĂ€g unten. Der Körper ist breit, abgeflacht und von einem festen, beigefarbenen Außenskelett umgeben, das in mehrere Abschnitte gegliedert ist.

Besonders auffÀllig sind die sieben Paar krÀftigen Laufbeine, die seitlich am Körper ansetzen und nach innen angewinkelt sind. Im vorderen Bereich befinden sich die kleineren, dicht beieinanderliegenden Mundwerkzeuge. Am Hinterleib sind weitere, teilweise blattförmige AnhÀnge zu erkennen, die unter anderem der Atmung dienen. Sie lassen das Tier noch vielbeiniger erscheinen, als es tatsÀchlich ist.

Das gezeigte Exemplar ist 32,2 Zentimeter lang und wurde bereits in den 1980er-Jahren vor Puerto Rico gefangen. Jahrzehntelang galt es als Vertreter einer anderen Riesenasselart, bevor anatomische Untersuchungen seine EigenstĂ€ndigkeit zeigten. Das Foto wurde von Julie Klaess aufgenommen und begleitet die Pressemeldung der Eberhard Karls UniversitĂ€t TĂŒbingen.
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GrĂŒndĂ€cher gegen Starkregen

Mit dem Klimawandel nehmen in Deutschland die Voraussetzungen fĂŒr intensive Starkregenereignisse zu. Gerade in dicht bebauten StĂ€dten können große Regenmengen innerhalb kurzer Zeit die Kanalisation ĂŒberlasten und zu Überschwemmungen fĂŒhren.

Deshalb werden unterschiedliche Möglichkeiten untersucht, Regenwasser zurĂŒckzuhalten und den Abfluss zu verzögern. Eine davon sind begrĂŒnte DĂ€cher.

Wie wirksam sie bei Starkregen tatsĂ€chlich sind, hat das sĂ€chsische Forschungsprojekt MaNuGrĂŒn untersucht. DafĂŒr errichteten die Leipziger Wasserwerke gemeinsam mit mehreren Forschungseinrichtungen eine Versuchsanlage mit zehn unterschiedlichen Dachaufbauten (acht begrĂŒnte DĂ€cher, ein Kiesdach und ein konventionelles Dach).

Insgesamt fĂŒhrten sie 222 Beregnungsversuche durch. Dabei simulierten sie Starkregen unterschiedlicher StĂ€rke und berĂŒcksichtigten auch, wie viel Wasser die DĂ€cher bereits vor Beginn eines Versuchs aufgenommen hatten.

Die Ergebnisse zeigen, dass alle untersuchten GrĂŒndĂ€cher die Abflussspitzen gegenĂŒber den unbegrĂŒnten VergleichsdĂ€chern deutlich reduzierten.

Besonders wirksam war ein intensiv begrĂŒntes Dach mit gedrosseltem Wasserabfluss. In einem der untersuchten Szenarien verringerte es den maximalen Abfluss um rund 90 Prozent und verzögerte den Zeitpunkt des höchsten Abflusses um etwa 20 Minuten.

Dass die Dicke der Substratschicht und der Aufbau der Drainage den Wasserabfluss beeinflussen, ist jetzt nicht wirklich ĂŒberraschend.

Die Forschenden konnten nun aber genauer un Zahlen fassen, wie stark unterschiedliche Dachsysteme den Abfluss bei verschiedenen RegenintensitÀten und Ausgangsbedingungen genau beeinflussen.

Solche konkreten Zahlen sind natĂŒrlich fĂŒr die Stadtplanung von großer Bedeutung. Bisherige Berechnungsmodelle bilden das Abflussverhalten von GrĂŒndĂ€chern nĂ€mlich nicht so differenziert ab.

Auf Grundlage der neuen Messdaten wurde deshalb ein verbesserter Modellansatz entwickelt, mit dem sich ihre Wirkung auf die Kanalisation genauer berechnen lÀsst.

Auf der Basis dieser Daten kann nun die Anlage von GrĂŒndĂ€chern gezielter in die Regenwasserbewirtschaftung von StĂ€dten einbezogen werden.

Ja, das wirkt alles manchmal ziemlich schleppend, aber immerhin lÀuft es.

Quelle:
Abschlussbericht zum DBU-Projekt MaNuGrĂŒn
doi.org/10.5281/


wasser regen klima stadtentwicklung DBU
+5 Less manugrĂŒn umwelt wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine Luftaufnahme der GrĂŒndachversuchsanlage des Forschungsprojekts MaNuGrĂŒn in Leipzig. Zu sehen sind zehn rechteckige VersuchsflĂ€chen, die in zwei parallelen Reihen mit jeweils fĂŒnf DĂ€chern angeordnet sind. Acht FlĂ€chen sind unterschiedlich begrĂŒnt. Sie unterscheiden sich sichtbar in der Dichte, Höhe und Farbe ihrer Vegetation. Zwei VersuchsflĂ€chen sind unbegrĂŒnt. Die FlĂ€chen wurden in 222 Beregnungsversuchen darauf untersucht, wie sie Regenwasser wieder abgeben. Die Aufnahme verdeutlicht, wie unterschiedliche Dachaufbauten unter vergleichbaren Bedingungen untersucht werden können.
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Angst vor Spinnen?

Halloween ist die perfekte Gelegenheit, sich einmal mit Tieren zu beschĂ€ftigen, die bei vielen Menschen fĂŒr GĂ€nsehaut sorgen: Spinnen.

Doch warum haben wir eigentlich so große Angst vor ihnen, obwohl die allermeisten Arten fĂŒr uns im Grunde vollkommen ungefĂ€hrlich sind?

Eine mögliche ErklĂ€rung liegt in unserer Evolutionsgeschichte. Demnach könnte die Angst vor Spinnen ursprĂŒnglich auf eine ganz andere Tiergruppe zurĂŒckgehen, nĂ€mlich auf Skorpione, die ja ihrerseits ebenso Spinnentiere sind.

Ein internationales Forschungsteam untersuchte diese Hypothese anhand einer Onlinebefragung mit 374 Menschen. Die Teilnehmenden bewerteten Bilder verschiedener Spinnentiere danach, wie beĂ€ngstigend sie diese fanden und wie Ă€hnlich sie Spinnen beziehungsweise Skorpionen sehen wĂŒrden.

Dabei zeigte sich, dass die beschrieben Angst umso grĂ¶ĂŸer war, je mehr ein Tier einem Skorpion Ă€hnelte. Auch Spinnen wurden als beĂ€ngstigender bewertet, wenn die Teilnehmenden sie als skorpionĂ€hnlicher wahrnahmen. Umgekehrt ließ sich die Angst vor Skorpionen nicht durch deren Ähnlichkeit mit Spinnen vorhersagen. Das spricht dafĂŒr, dass die Angst eher von Skorpionen auf Spinnen ĂŒbertragen wird als umgekehrt.

Die Forschenden sehen in ihren Ergebnissen zumindest einen deutlichen Hinweis darauf, dass unsere Angst vor Spinnen zumindest teilweise eine Folge der sogenannten Angstgeneralisierung sein könnte. Dabei ĂŒbertrĂ€gt sich die Furcht vor einer bestimmten Gefahr auf etwas anders, Ă€hnliches, das seinerseits durchaus vollkommen ungefĂ€hrlich sein kann. Aus evolutionĂ€rer Sicht wĂ€re das durchaus plausibel, denn Skorpione stellten fĂŒr unsere Vorfahren vermutlich tatsĂ€chlich eine recht große Gefahr dar.

Eine weitere Studie mit 1.071 Menschen untersuchte den Zusammenhang zwischen Naturverbundenheit und der Angst vor Spinnen und Schlangen. Das Ergebnis: Je stĂ€rker sich die Befragten mit der Natur verbunden fĂŒhlten, desto geringer war ihre Angst vor diesen Tieren. Besonders deutlich war der Zusammenhang bei Menschen, die gerne Zeit in der Natur verbringen und sich fĂŒr wild lebende Tiere interessieren.

Unsere Erfahrungen und unser VerhÀltnis zur Natur scheint also durchaus auch eine wichtige Role zu spielen und stellen so womöglich auch ein Potential zur Angstreduktion dar.

Am Ende sind es vermutlich viele Aspekte, die zusammenkommen. In der Summe kann es aber sich nicht schaden, diese faszinierenden Tiere mal ein wenig genauer zu betrachten.

Ich wĂŒnsche euch einen schönen gruseligen Abend.

Quellen:
Nikakhtar et al. (2026), Evolution and Human Behavior.
doi.org/10.1016/


Zsido et al. (2022), People and Nature
doi.org/10.1002/


halloween spinne angst biologie evolution
+5 Less natur psychologie wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine Nahaufnahme einer Gartenkreuzpinne bei Nacht, die in ihrem Netz sitzt. Die Aufnahme habe ich vor einigen Jahren selbst in unserem Garten gemacht als ich zu spĂ€ter Stunde mit meiner Kamera hinterm Haus auf Fotosafari ging. Bei dem Tier handelt es sich um ein Weibchen, was anhand der großen KörpergrĂ¶ĂŸe (zumindest in live) bereits gut zu erkennen war. Auf dem Bild erkennt man das vor allen Dingen an den spitz zulaufenden Pedipalpen. Das sind die sogenannten Kieferntaster, eine Art kurzes weitere Beinpaar direkt neben den Mundwerkzeugen. Bei einem mĂ€nnlichen Tier sind wĂ€ren die Enden deutlich verdickt und eher kugelförmig. Auch der stark ausgeprĂ€gte Hinterleib der Spinne spricht in dieser Form deutlich fĂŒr ein Weibchen. Gartenkreuzspinnen sitzen klassischerweise in der Mitte ihrer großen Radnetze und warten dort auf Beute.
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Wissenschaft als Weg

Heute gibt es einen kleinen Exkurs in die Welt der Mikroskopie.

Viele Strukturen im Inneren unserer Zellen sind so klein, dass sie mit gewöhnlichen Lichtmikroskopen nicht voneinander unterschieden werden können.

Eine Möglichkeit, sie dennoch sichtbar zu machen, ist die sogenannte Superauflösungsmikroskopie. Eine aktuelle Studie aus Göttingen zeigt, wie sich diese Technik weiter verbessern lÀsst.

DafĂŒr markieren Forschende bestimmte MolekĂŒle mit fluoreszierenden Farbstoffen. Diese können unter dem Mikroskop durch Anstrahlung mit Licht einer bestimmten WellenlĂ€nge zum Leuchten gebracht werden. Allerdings liegen die MolekĂŒle oft so dicht beieinander, dass ihre Lichtsignale verschwimmen. Das hilft dann auch nicht wirklich.

Ein internationales Forschungsteam hat nun untersucht, wie sich diese Methode mit einem Farbstoff namens JF635b weiter verbessern lĂ€sst. Das Besondere an ihm ist, dass er selbststĂ€ndig blinkt. Seine MolekĂŒle können spontan ihre Struktur verĂ€ndern und wechseln dabei zwischen zwei Formen, von denen eine fluoresziert und die andere dunkel bleibt.

Dadurch leuchten nicht alle markierten MolekĂŒle gleichzeitig, sondern immer nur einzelne nach einem zufĂ€lligen Muster auf. Ihre Lichtsignale ĂŒberlagern sich deshalb kaum noch und lassen sich getrennt erfassen.

Aus jedem dieser Signale lĂ€sst sich die Position des jeweiligen FarbstoffmolekĂŒls mit hoher Genauigkeit berechnen. Indem die Forschenden Tausende einzelne Aufnahmen machen und die ermittelten Positionen am Computer zusammenfĂŒgen, entsteht nach und nach ein hochaufgelöstes Bild der markierten Zellstrukturen.

Die Forschenden konnten damit unter anderem Mikrotubuli besonders prĂ€zise abbilden. Das sind feine, röhrenförmige Strukturen aus Proteinen, die einen Teil des Zellskeletts bilden und unter anderem fĂŒr die Form der Zelle und den Transport von Stoffen innerhalb der Zelle wichtig sind.

Der Vorteil ist, dass dieser Farbstoff auch ohne spezielle chemische ZusĂ€tze zuverlĂ€ssig blinkt. Das macht also nicht nur das Ergebnis besser, sondern vereinfacht auch die Laborarbeit. Außerdem bleiben die markierten Proben lange stabil und können auch nach Monaten erneut untersucht werden.

Die Studie zeigt damit auch eine andere Seite der Forschung. Nicht jede wissenschaftliche Arbeit entdeckt irgendwelche neuen Prinzipien der Natur. Manche verbessern zunĂ€chst die Werkzeuge, mit denen solche Entdeckungen ĂŒberhaupt erst möglich werden.

Quelle Basak et al. (2026), Nano Letters
doi.org/10.1021/


nano microskop biologie labor fluoreszenz
+4 Less wissenschaft wisskomm unigöttingen anysci
Das Bild zeigt zwei fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen von Mikrotubuli im Inneren einer Zelle. Mikrotubuli sind winzige, röhrenförmige Strukturen aus Proteinen, die einen Teil des sogenannten Zellskeletts bilden. Sie tragen sowohl zur Form und StabilitÀt der Zelle bei, dienen aber auch als Transportwege, entlang derer beispielsweise Zellorganellen und kleine, von Membranen umschlossene BlÀschen bewegt werden können.

Beide Aufnahmen zeigen solche Mikrotubuli als blau leuchtende Strukturen vor schwarzem Hintergrund. Links sind ĂŒberwiegend einzelne, schwache Lichtpunkte zu erkennen. Die feinen FĂ€den lassen sich nur stellenweise erahnen. Rechts ist dagegen ein dichtes Netzwerk aus zahlreichen klar leuchtenden Linien sichtbar, die sich durch das Zellinnere ziehen und ein dichtes Netz bilden.

Der Unterschied entsteht durch die verwendeten Fluoreszenzfarbstoffe. Links wurde ein herkömmlicher Farbstoff verwendet, der unter den untersuchten Bedingungen nur wenige verwertbare Signale liefert. Rechts kam ein selbstblinkender Farbstoff zum Einsatz, mit dem sich die Positionen der markierten MolekĂŒle zuverlĂ€ssiger bestimmen lassen. Dadurch wird das Netzwerk der Mikrotubuli viel deutlicher und in guter SchĂ€rfe sichtbar. 

Die Abbildung stammt aus der Studie, die am Ende des Haupttextes verlinkt ist.
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Von Angst und Eichen

Ökologische ZusammenhĂ€nge sind immer wieder faszinierend. Eine neue Studie aus den USA zeigt, dass sogar die Angst eines Tieres vor seinen Fressfeinden beeinflussen kann, wo neue BĂ€ume wachsen.

Eichhörnchen sammeln bekanntlich NĂŒsse und Samen und legen VorrĂ€te fĂŒr Zeiten an, in denen die Futterquellen knapp sind. Ein Teil dieser VorrĂ€te bleibt jedoch im Boden zurĂŒck. Aus diesen vergrabenen Samen können dann neue Pflanzen entstehen. Doch wo die Tiere die Samen ablegen, ist nicht zufĂ€llig.

Zwei Forscher der University of Florida untersuchten dazu das Verhalten von Fuchshörnchen (Sciurus niger) in einer Kiefernsavanne im SĂŒdosten der USA. Sie verfolgten markierte Eicheln, erfassten die FressplĂ€tze und Vorratsverstecke der Hörnchen und schĂ€tzten mithilfe von Futterexperimenten ab, wie hoch die Tiere das Risiko durch Fressfeinde an diesen Orten einschĂ€tzten.

Dabei zeigte sich ein interessanter Unterschied. Die Hörnchen fraßen Eicheln bevorzugt an geschĂŒtzten Stellen unter dem BlĂ€tterdach. Ihre VorrĂ€te vergruben sie dagegen eher nicht an diesen geschĂŒtzten Orten, sondern hĂ€ufiger weiter entfernt von den Eichen, an offeneren Stellen, an denen sie ein grĂ¶ĂŸeres Risiko durch Fressfeinde wahrnahmen.

Das mag zunĂ€chst komisch anmuten, macht aber durchaus Sinn. Denn auch andere Eichhörnchen mĂŒssen sich dort einem höheren Risiko aussetzen, wenn sie nach fremden VorrĂ€ten suchen. FĂŒr das Tier, das die Eichel vergraben hat und den genauen Ort kennt, ist das Risiko aber viel niedriger, da es sich nur kurz und gezielt an diesem unsicheren Ort aufhĂ€lt.

Interessant sind die Folgen dieser Entscheidung fĂŒr die Eichen. TatsĂ€chlich ist es nĂ€mlich so, dass vergrabene Eicheln mit ganz erheblich höherer Wahrscheinlichkeit keimen als solche, die einfach auf dem Boden liegen.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich die rÀumliche Verteilung junger Eichen mit den bevorzugten Vorratsverstecken decken. Insgesamt kann man somit durchaus feststellen, dass die Angst der Eichhörnchen vor ihren Fressfeinden indirekt beeinflusst, wo neue Eichen wachsen.

Etwas ĂŒberspitzt wĂŒrde ich sogar ableiten, dass das alleinige Vorhandensein entsprechender Beutegreifer einen Einfluss auf die Eichenpopulation hat, ohne dass diese beiden Arten ĂŒberhaupt direkt etwas miteinander zu tun haben.
So ist das eben in Ökosystemen. Umso wichtiger, sie zu schĂŒtzen.

Quelle:
Potash & McCleery (2026), Ecology
„Predation risk alters prey caching behavior and resultant tree establishment patterns”
doi.org/10.1002/


ecology biologie eichhörnchen wissenschaft wissen
+3 Less wald wisskomm anysci
Das Foto zeigt ein Fuchshörnchen, das aufrecht am Stamm eines Baumes sitzt. Diese eher krĂ€ftigen Tiere leben in Nordamerika und unterscheiden sich in Farbe und Körperbau deutlich von unseren heimischen Eichhörnchen. Sein RĂŒcken ist ĂŒberwiegend graubraun gefĂ€rbt, wĂ€hrend Bauch und Brust etwas heller erscheinen. Der lange, buschige Schwanz liegt ausgestreckt auf dem Boden und zeigt eine brĂ€unliche FĂ€rbung. Mit seinen Vorderpfoten hĂ€lt sich das Tier am Baumstamm fest und blickt aufmerksam zur Seite. Fuchshörnchen ernĂ€hren sich unter anderem von NĂŒssen, Samen und Eicheln. Einen Teil ihrer Nahrung vergraben sie als Vorrat im Boden. Eine aktuelle Studie zeigt, dass das wahrgenommene Risiko durch Fressfeinde beeinflusst, wo die Tiere ihre VorrĂ€te anlegen. Auf diese Weise kann die Gefahr durch Fressfeinde auch indirekt beeinflussen, wo neue BĂ€ume wachsen, wenn die Samen eben nicht wieder ausgegraben werden. Das Foto stammt nicht aus der Studie, sondern von der Wikipediaseite des Fuchshörnchens (Sciurus niger). Die zugehörige Studie ist am Ende des Haupttextes verlinkt.
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🩇Elektrosmog und FledermĂ€use

Viele Zugtiere orientieren sich am Erdmagnetfeld. Dazu gehören nicht nur Zugvögel, sondern auch MĂŒckenfledermĂ€use.

FrĂŒhere Studien hatten bereits gezeigt, dass sie ihren Magnetkompass am Sonnenuntergang neu ausrichten. Die Position der untergehenden Sonne dient ihnen dabei als Referenz, um sich spĂ€ter wĂ€hrend ihres nĂ€chtlichen Zuges am Erdmagnetfeld orientieren zu können.

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der UniversitÀt Oldenburg untersuchte nun, wie sich schwache elektromagnetische Störfelder auf diese Orientierung auswirken.

Solche Störfelder entstehen unter anderem durch Radioantennen, Stromleitungen oder elektrische GerĂ€te und ĂŒberlagern das natĂŒrliche elektromagnetische Umfeld.

FĂŒr die Studie setzten sie einige MĂŒckenfledermĂ€use wĂ€hrend ihrer Herbstwanderung in Lettland fĂŒr kurze Zeit einem schwachen elektromagnetischen Rauschen aus. Anschließend bestimmten die Forschenden anhand der Abflugrichtung, ob die Tiere ihren eigentlichen Kurs noch zuverlĂ€ssig einschlagen konnten.

TatsÀchlich flogen FledermÀuse ohne Störfelder bevorzugt in ihre typische Zugrichtung. Tiere, die elektromagnetischem Rauschen ausgesetzt wurden, wÀhlten ihre Flugrichtung dagegen zufÀllig.

Dabei spielte der Zeitpunkt des Rauschens (wir erinnern uns an den Sonnenuntergang) keine Rolle.

Die BeeintrĂ€chtigung hielt ĂŒber mehrere Stunden an, obwohl die FledermĂ€use dem Störfeld nur kurz ausgesetzt gewesen waren.

Quelle:
Lindecke et al., 2026, Science
doi: 10.1126/science.adq4418

fledermaus natur umwelt anthropocene elektrosmog
+5 Less science unioldenburg wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine hellbraune MĂŒckenfledermaus im Flug. Diese Art ist die kleinste Fledermaus Europas und ist hier weit verbreitet. Die KörperlĂ€nge betrĂ€gt 3 bis 5 cm, die FlĂŒgelspannweite betrĂ€gt 18 bis 24 cm. Das Gewicht des kleinen SĂ€ugetiers entspricht in etwa dem einer 20 cent MĂŒnze. Das Foto wurde on Christian Giese aufgenommen und von der Uni Oldenburg fĂŒr die Betichterstattung ĂŒber diese Studie zur VerfĂŒgung gestellt.
AnySci - Wissenschaft fĂŒr Jedermann @anysci mastodon.de

Seevögel gegen Erosion

Was haben Seevögel mit dem Fortbestand tropischer Inseln zu tun? Eine ganze Menge, wie eine neue Studie zeigt. Denn die Tiere beeinflussen Prozesse, die fĂŒr die StabilitĂ€t der Inseln entscheidend sind.

Viele flache Koralleninseln sind durch den steigenden Meeresspiegel und zunehmende KĂŒstenerosion gefĂ€hrdet. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Lancaster University hat deshalb 28 Inseln im Indischen und Pazifischen Ozean untersucht. Dabei verglichen die Forschenden unter anderem die SeevogelbestĂ€nde, die natĂŒrliche Vegetation und die angrenzenden Korallenriffe.

Eine wichtige Rolle spielt der Vogelkot. Seevögel nehmen bei ihrer Nahrungssuche auf dem Meer NĂ€hrstoffe auf und transportieren diese zurĂŒck auf ihre Brutinseln. Dort gelangen sie ĂŒber den Kot in den Boden und teilweise weiter ins Meer. Davon profitieren sowohl die Pflanzen an Land als auch die Korallen und Fische in den umliegenden Riffen.

Besonders interessant ist die Wirkung auf die Inseln selbst. Die zusĂ€tzlichen NĂ€hrstoffe fördern das Wachstum der Korallen, deren Kalkskelette zum Aufbau der Riffe beitragen. Papageifische wiederum tragen bei ihrer Nahrungssuche Kalkmaterial vom Riff ab und produzieren dabei feinen Sand, der an die KĂŒsten gelangen kann. Die Wurzeln der natĂŒrlichen Inselvegetation helfen schließlich, das vorhandene Material festzuhalten.

Die Forschenden konnten diese ZusammenhĂ€nge tatsĂ€chlich quantitativ erfassen. An den untersuchten Riffen im Chagos-Archipel war das geschĂ€tzte Wachstumspotenzial auf der Lagunenseite vor rattenfreien Inseln mit großen Seevogelkolonien etwa 1,8-mal so hoch wie vor Inseln mit eingeschleppten Ratten. Auch die mögliche Sandproduktion war dort mehr als doppelt so hoch.

Warum gerade Ratten? Die eingeschleppten Nagetiere fressen Eier und Jungvögel und können Seevogelkolonien ganz erheblich dezimieren. Werden sie von den Inseln entfernt und natĂŒrliche WĂ€lder wiederhergestellt, könnten sich die VogelbestĂ€nde erholen und damit auch die ökologischen Prozesse, die zum Erhalt der Inseln selbst beitragen.

Faszinierend, nicht wahr? Ganz ehrlich, darĂŒber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Ich hoffe, ich konnte euch auch zum Staunen bringen.

Quelle Graham et al. (2026), Science Advances
“Seabirds and native vegetation drive ecosystem processes that support atoll island resilience”

doi.org/10.1126/


insel korallen ökologie science leibniz
+6 Less tropen zmt biologie wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt mehrere Papageifische, die ĂŒber einem Korallenriff im tĂŒrkisblauen Wasser schwimmen. Besonders auffĂ€llig sind die krĂ€ftigen Körper und die unterschiedlichen FĂ€rbungen der Fische. Einige zeigen leuchtend blaue und grĂŒne Farbtöne, andere sind eher orange oder rötlich gefĂ€rbt und besitzen feine Muster auf ihren Schuppen. Papageifische verdanken ihren Namen den schnabelartig verwachsenen ZĂ€hnen, mit denen sie unter anderem Algen von Korallen und Kalkgestein abschaben. Dabei nehmen sie auch Kalkmaterial auf, das sie spĂ€ter als feinen Sand wieder ausscheiden. Dieser Sand kann an die KĂŒsten gelangen und so zum Erhalt tropischer Koralleninseln beitragen. Eine neue Studie zeigt, dass auch Seevögel dabei eine wichtige Rolle spielen, weil ihr nĂ€hrstoffreicher Kot das Wachstum der Korallenriffe und damit den Lebensraum der Papageifische fördern kann. Das Foto wurde von Marleen Stuhr vom Leibniz-Zentrum fĂŒr Marine Tropenforschung aufgenommen. Die zugehörige Studie ist am Ende des Haupttextes verlinkt.
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Doppelband-Regenpfeifer

Allein wegen seines Namens hat dieser niedliche Vogel schon einen Beitrag verdient, finde ich. Aber auch sein Zugverhalten ist interessant.

Der kleine Watvogel brĂŒtet ausschließlich in Neuseeland, doch nicht alle Tiere verbringen dort das ganze Jahr. SchĂ€tzungsweise 70 Prozent fliegen nach der Brutzeit fast 3.000 Kilometer ĂŒber die Tasmanische See, um in Australien zu ĂŒberwintern. Vor allem Vögel aus den raueren Binnenregionen der neuseelĂ€ndischen SĂŒdinsel unternehmen diese Reise.

Ein Forschungsteam des Max-Planck-Instituts fĂŒr biologische Intelligenz hat nun Hinweise darauf gefunden, dass sich dieses Zugverhalten verĂ€ndert.

Die Forschenden werteten dafĂŒr Vogelbeobachtungen aus, die zwischen 2014 und 2025 auf der Citizen-Science-Plattform eBird gesammelt wurden.

Anhand der zeitlichen Verteilung der Sichtungen schĂ€tzten sie, wann die Regenpfeifer in ihren australischen Überwinterungsgebieten eintreffen und wann sie diese wieder verlassen.

Dabei zeigte sich eine deutliche Verschiebung. Im Durchschnitt kamen die Vögel jedes Jahr etwa vier Tage spĂ€ter in Australien an. Der Zeitpunkt ihrer RĂŒckreise nach Neuseeland verĂ€nderte sich dagegen nicht erkennbar. Damit verkĂŒrzte sich die geschĂ€tzte Aufenthaltsdauer in Australien innerhalb von elf Jahren von etwa 173 auf 129 Tage.

Die Forschenden vermuten einen Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Seit Jahrzehnten verschiebt sich die Westwindzone rund um die Antarktis zunehmend nach SĂŒden. FĂŒr Neuseeland bedeutet das insbesondere in den sĂŒdlichen Regionen hĂ€ufiger ruhigeres und milderes Wetter. TatsĂ€chlich trafen die Regenpfeifer vor allen Dingen in Jahren mit entsprechenden Wetterbedingungen spĂ€ter in Australien ein.

Eine lange Wanderung lohnt sich fĂŒr Zugvögel vor allem dann, wenn die Vorteile die Kosten und Risiken ĂŒberwiegen. Werden die Winter in Neuseeland milder, könnte es fĂŒr immer mehr Doppelband-Regenpfeifer gĂŒnstiger sein, dort zu bleiben.

So scheint es sogar möglich, dass die Wanderung nach Australien langfristig weitgehend verschwindet. Ob einzelne Vögel ihr Verhalten verÀndern oder sich die Zusammensetzung der Population verschiebt, untersucht ein Forschungsteam inzwischen mithilfe individuell markierter Tiere.

Auch bei unseren heimischen Zugvögeln verĂ€ndert der Klimawandel lĂ€ngst das Verhalten. Was wir hier beobachten, geschieht auch auf anderen Kontinenten. Weltweit verĂ€ndern sich mit den klimatischen Bedingungen die Wanderungen vieler Tierarten, die sich ĂŒber lange ZeitrĂ€ume entwickelt haben.

Quelle Jarayseh et al. (2026), Ibis
« A rapid shift in migration schedule of an Austral shorebird is linked to a changing southern climate oscillation »

doi.org/10.1111/


vogel ornithology citizenscience klima biologie
+5 Less birdphotography australien wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine Nahaufnahme eines Doppelbad-Regenpfeifers. Dabei zeigt sich das namensgebende Muster in Form von zwei Streifen, einem dunkelbraunen und einem rotbraunen ĂŒber dem ansonsten schneeweißen Brust- und Halsgefieder des kleinen Vogels. Kopf und RĂŒcken erscheinen in einem etwas helleren Braunton. Der Schnabel ist kurz und spitz, was auf die ErnĂ€hrungsweise des Tieres einen Hinweis gibt. Wie auch andere Watvögel ernĂ€hrt sich der Doppelband-Regenpfeifer hauptsĂ€chlich von Wirbellosen, also WĂŒrmer, Insekten oder kleinen Krebstieren. Da diese Nahrung nicht das ganze Jahr gleichermaßen verfĂŒgbar ist,  hat sich eine Wanderroute von Neuseeland nach Australien etabliert. Die Notwendigkeit dieser Reise verschiebt sich allerdings durch den Klimawandel und verschwindet womöglich eines Tages sogar ganz. Das Foto wurde von Bashar Jarayseh aufgenommen, der Erstautor der Studie ist, die am Ende des Haupttextes verlinkt ist.
Aktionsb. neue soziale Medien @neuSoM bewegung.social

‌ Platz 1 fĂŒr Mastodon 🩣

Eine Reihe von Zeitungen und Infodiensten ist inzwischen auf Mastodon aktiv.
Manche haben auf ihrer Webseite das Mastodon-Logo in der Liste der genutzen social media sogar auf den ersten Platz gesetzt
đŸ”» @tazgetroete@mastodon.social
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Bravo. Und Applaus fĂŒr Haltung statt (Pseudo-) Reichweite! 🎉
Seit kurzem ist ĂŒbrigens auch die Vierteljahreszeitschrift Wissenschaft und Frieden
đŸ”» @W_u_F@mastodon.social
zu diesem illustren Club hinzu gekommen.
Sie haben sich unsere Gefolgschaft damit ehrlich verdient. đŸ’Ș

Wen vergessen? → Einfach Bescheid sagen.
Auf Platz 2 hat es das Masto-Logo ĂŒbrigens schon bei @Krautreporter@norden.social , @idw_online@idw-online.social und @ejz@zeitung.social geschafft.

Platz1fĂŒrMastodon Presse WissKomm Mastodon Fediverse Frieden
Gezeigt ist ein Siegertreppchen mit drei unterschiedlich hohen Stufen. Auf dem ersten Platz und der höchsten Stufe steht das Mastodon-Makottchen, das sich freut; die beiden anderen Stufen fĂŒr Platz 2 und 3 sind unbesetzt.
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Plastik als Zeitzeuge der Menschheit

Kunststoffe werden erst seit knapp einem Jahrhundert in grĂ¶ĂŸerem Umfang hergestellt. Dennoch sind ihre Überreste inzwischen weltweit verbreitet und finden sich auch in den Sedimentschichten von Seen, FlĂŒssen und Meeren. Dort könnten sie langfristig zu einem wenig ruhmreichen Zeugnis menschlicher AktivitĂ€ten werden.

Ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung des Leibniz-Instituts fĂŒr Ostseeforschung WarnemĂŒnde hat sich mit der Frage beschĂ€ftigt, ob sich diese winzigen Kunststoffpartikel als geologische Zeitmarker eignen. DafĂŒr haben die Forschenden die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammengetragen und bewertet.

Das Ganze basiert auf der Idee, dass sich nicht nur die Menge der Kunststoffe geÀndert hat, sondern auch die verwendeten Kunststoffarten.

Diese Entwicklung könnte sich in Sedimenten widerspiegeln. Ältere Schichten könnten andere Kunststoffe enthalten als jĂŒngere. Möglicherweise lassen sich sogar einzelne Ereignisse wie die COVID-19-Pandemie anhand verĂ€nderter KunststoffeintrĂ€ge erkennen.

Das wĂ€re auch fĂŒr die Diskussion um das AnthropozĂ€n nicht uninteressant, das als offizielle Einheit der Erdgeschichte 2024 allerdings abgelehnt wurde.

Die Idee, menschliche AktivitÀten anhand ihrer Spuren in geologischen Ablagerungen nachzuweisen, ist ja auch gar nicht neu.

So haben beispielsweise die Industrialisierung und die oberirdischen Atomwaffentests den Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff-14 in der AtmosphĂ€re deutlich verĂ€ndert. Auch kĂŒnstliche Radionuklide aus den Atomwaffentests lassen sich weltweit in Sedimenten nachweisen und gelten als mögliche Kennzeichen des AnthropozĂ€ns.

WÀre es nicht schön, wenn wir es mal schaffen könnten, weniger zerstörerische Spuren zu hinterlassen?

Quelle
Ivar do Sul et al. (2026), Earth-Science Reviews
doi.org/10.1016/


plastik mikroplastik mensch anthropocene leibniz
+5 Less Geologie Umwelt wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt einen blau-schwarzen Kunststoffschuh, der teilweise eingebettet in den Sedimentablagerungen eines Strandes bei Nienhagen an der Ostsee gefunden wurde. Umgeben ist er von graubraunem Sand und festen Sedimentbrocken. Das Foto stammt von Ralf Prien vom Leibniz-Institut fĂŒr Ostseeforschung WarnemĂŒnde. Es wurde fĂŒr die Berichterstattung zu der Publikation zur VerfĂŒgung gestellt, ist aber auch selbst darin abgebildet. Die Studie ist am Ende des Haupttextes verlinkt.
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Proteinkarten fĂŒr alle

Die Proteomik beschÀftigt sich mit der Gesamtheit der Proteine, die beispielsweise in einer Zelle oder einem Gewebe vorkommen.

Dabei ist nicht nur interessant, welche Proteine vorhanden sind und in welchen Mengen, sondern auch, wo genau sie sich befinden. Unser VerstĂ€ndnis fĂŒr das Zusammenspiel auf immer kleineren Ebenen wird dadurch immer besser.

Mit einem Verfahren namens Deep Visual Proteomics (DVP) lassen sich Tausende Proteine in ausgewĂ€hlten Zellen eines Gewebes untersuchen. Dazu kombinieren die Forschenden mikroskopische Aufnahmen mit kĂŒnstlicher Intelligenz und Massenspektrometrie.

So können sie nicht nur bestimmen, welche Proteine in welchen Mengen vorkommen, sondern die Ergebnisse auch den ursprĂŒnglichen Positionen der Zellen im Gewebe zuordnen.

Ein Forschungsteam vom Max-DelbrĂŒck-Centrum fĂŒr Molekulare Medizin hat dieses Verfahren nun weiterentwickelt. Die neue Plattform openDVP ist frei zugĂ€nglich und soll die aufwendige Analyse erleichtern.

Eine wichtige Neuerung ist die gezielte Untersuchung von Zellnachbarschaften. Statt einzelne Zellen auszuschneiden und getrennt zu untersuchen, können die Forschenden nun auch zusammenhĂ€ngende Gewebebereiche mit mehreren benachbarten Zellen gemeinsam analysieren. Die dafĂŒr entwickelte Strategie beschleunigt die Probenentnahme laut Studie um etwa das 100-fache.

Noch ist openDVP vor allem ein Forschungswerkzeug. Langfristig könnte die Methode jedoch helfen, Krankheitsprozesse auf molekularer Ebene besser zu verstehen.

Gerade bei Krebs ist es z.B. wichtig, nicht nur einzelne Tumorzellen zu untersuchen, sondern auch ihre Wechselwirkungen mit den umliegenden Zellen. Solche Erkenntnisse könnten beispielsweise erklÀren, weshalb bestimmte Tumoren auf eine Behandlung ansprechen und andere eben nicht. Mit diesem Wissen könnte man Therapien immer weiter verfeinern und individuell anpassen.

Quelle
Nimo et al., Nature Methods, 2026
„OpenDVP: an experimental and computational framework for community-empowered deep visual proteomics”

doi.org/10.1038/


proteomics nature methods helmholtz medizin
+6 Less molekular krebsforschung biologie wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine farbenprĂ€chtige Multiplex-Immunfluoreszenzaufnahme, die vom Max DelbrĂŒck Center fĂŒr die Presseberichte zu dieser Studie zur VerfĂŒgung gestellt wurde. Die Darstellung ist durchaus kunstvoll, allerdings auch etwas unklar. Eine wirklich informative Bildbeschreibung dazu gibt es nĂ€mlich leider nicht.
Vermutlich handelt es sich um die mikroskopische Aufnahme eines Gewebeschnitts, möglicherweise aus einem Tumor. Auf der linken Seite sind zahlreiche rot, grĂŒn, gelb, violett und blau leuchtende Strukturen zu erkennen. Die Farben entstehen durch fluoreszierende Markierungen, mit denen bestimmte Proteine im Gewebe sichtbar gemacht werden. Welche Proteine hier genau markiert wurden, ist leider nicht angegeben.
Nach rechts geht die Aufnahme allmĂ€hlich in eine computergestĂŒtzte Darstellung ĂŒber. Dort sind die einzelnen Zellen durch schwarze Umrisse voneinander abgegrenzt und unterschiedlich eingefĂ€rbt. Das veranschaulicht die sogenannte Zellsegmentierung, bei der eine Software die Zellen im Mikroskopiebild erkennt und voneinander unterscheidet.
Was die vielen Farben im Einzelnen bedeuten, bleibt offen. Es ist kleines biologisches Ratespiel, aber hĂŒbsch anzusehen ist es trotzdem. Und es veranschaulicht die vorgestellte Methodik auch ohne erschwerende Details.
AnySci - Wissenschaft fĂŒr Jedermann @anysci mastodon.de

Ein Schwimmer aus dem Jura

Vor rund 165 Millionen Jahren lebte im heutigen China ein kleiner, pelziger JĂ€ger, der sich auf die Nahrungssuche im Wasser spezialisiert hatte.

Mit einer KörperlĂ€nge von etwa 50 Zentimetern und einem Gewicht von rund zwei Kilogramm gehörte er zu den grĂ¶ĂŸten bekannten SĂ€ugetiervorlĂ€ufern seiner Zeit. Man könnte ihn sich in etwa wie einen Otter vorstellen, der Eier legt.

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der UniversitĂ€t Bonn hat ĂŒber 10 Jahre ein außergewöhnlich gut erhaltenes Fossil untersucht und diese neue Art beschrieben.

Sie gaben ihm den Namen Megacauda sungei. Namensgebend war neben dem “großen Schwanz” des Fossils eine WĂŒrdigung von Professor Sun Ge, die unter anderem Ehrendirektorin des PalĂ€ontologischen Museums von Liaoning ist.

Die Ergebnisse der langen Analyse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht.

Megacauda gehörte zu den Docodonten, einer ausgestorbenen Gruppe frĂŒher SĂ€ugetierverwandter.

Mithilfe von Computertomographie und anatomischen Vergleichen rekonstruierten die Forschenden seine Lebensweise. Der abgeflachte Schwanz und die besonderen Gliedmaßen lassen vermuten, dass das Tier mit den Vorderbeinen paddelte und den Schwanz zur Fortbewegung einsetzte. Nach hinten gebogene Zahnspitzen halfen vermutlich dabei, glitschige Beutetiere festzuhalten.

Die eigentlich spannende Entdeckung betrifft jedoch den Rachenraum. Bei heutigen SĂ€ugetieren ermöglichen das Gaumensegel und ein komplexer Zungenbeinapparat das kontrollierte Schlucken, ohne dass Nahrung oder FlĂŒssigkeit in die Atemwege gelangen. Diese FĂ€higkeit ist besonders wichtig fĂŒr Jungtiere, die Muttermilch saugen.

Bei Megacauda fanden die Forschenden knöcherne Strukturen, die auf einen bereits weit entwickelten Schluckapparat schließen lassen. Demnach könnten wesentliche anatomische Voraussetzungen fĂŒr das Saugen und Schlucken schon bei den gemeinsamen Vorfahren der Docodonten und der heutigen SĂ€ugetiere entstanden sein.

Das Fossil liefert damit wichtige Hinweise darauf, wie sich der fĂŒr SĂ€ugetiere charakteristische Mund-Rachen-Raum entwickelte.

Gleichzeitig zeigt der Fund, wie vielfĂ€ltig die frĂŒhen SĂ€ugetierverwandten bereits im Jura waren. WĂ€hrend einige Docodonten auf BĂ€umen oder unter der Erde lebten, hatte Megacauda den Lebensraum Wasser erschlossen.

Ich finde solche Einblicke in die ferne Vergangenheit der Erde immer weder unglaublich spannend. Als wĂŒrde man einen anderen Planeten bestaunen.

Quelle:
Li et al., 2026, Nature
“A Jurassic mammaliaform swimmer and transformation of the mammalian pharynx”
doi.org/10.1038/


palÀontologie evolution sÀugetiere fossilien jura
+6 Less nature planet biologie wissenschaft wisskomm anysci
Das Bild zeigt eine dreiteilige Abbildung des rund 165 Millionen Jahre alten Fossils von Megacauda sungei. Links ist eine Fotografie des versteinerten Tieres. Neben der Körperform mit dem markanten Schwanz sind einige RippenabdrĂŒcke im Stein deutlich erkennbar. Deutlicher wird eis bei der zweiten Abbildung. Dabei handelt es sich um eine farbige Röntgenfluoreszenz-Aufnahme. Das Skelett ist gelb dargestellt, Fell und Weichteile dunkelgrau und das umgebende Sediment tĂŒrkis. Ganz rechts ist eine eine anatomische Umzeichnung des Skeletts mit Beschriftung der wichtigsten Knochen. Die Abbildung stammt aus der Publikation von Li und Kollegen in Nature und darf fĂŒr die Berichterstattung ĂŒber die Forschungsarbeit verwendet werden. Die Studie ist am Ende des Haupttextes verlinkt.
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Pharmamarketing

Ein gemeinsames Mittagessen, die Einladung zu einer Fortbildung oder ein bezahlter Vortrag. Pharmaunternehmen nutzen unterschiedliche Wege, um mit Ärztinnen und Ärzten in Kontakt zu treten und ĂŒber ihre Medikamente zu informieren. Doch welchen Einfluss haben solche Kontakte darauf, welche Medikamente Ärztinnen und Ärzte am Ende tatsĂ€chlich verschreiben?

Ein internationales Forschungsteam ist dieser Frage in einem neuen Cochrane Review nachgegangen.

DafĂŒr werteten die Forschenden 93 Studien aus, die den Zusammenhang zwischen verschiedenen Marketingmaßnahmen der Pharmaindustrie und dem Verschreibungsverhalten untersucht hatten. Im Mittelpunkt standen die Anzahl der Verordnungen, die entstehenden Arzneimittelkosten und die Frage, ob die verschriebenen Medikamente den medizinischen Leitlinien entsprachen.

Die etwas ernĂŒchternden Ergebnisse zeigen einen deutlichen Zusammenhang. Ärztinnen und Ärzte, die Geschenke oder Zahlungen von Pharmaunternehmen erhielten, verordneten grĂ¶ĂŸere Mengen an Medikamenten. Zugleich waren ihre Verordnungen hĂ€ufiger medizinisch weniger angemessen (z.B. Abweichung von Leitlinie). Ob dies tatsĂ€chlich zu einer schlechteren Behandlung fĂŒhrte, lĂ€sst sich aus den Daten allerdings nicht ableiten.

Auch die Arzneimittelkosten waren bei Ärztinnen und Ärzten, die Zuwendungen erhielten, tendenziell höher. Das kann daran liegen, dass sie grĂ¶ĂŸere Mengen verschrieben oder hĂ€ufiger zu teureren PrĂ€paraten griffen. Dieser Zusammenhang war wissenschaftlich etwas weniger gut abgesichert als die ĂŒbrigen Befunde. In Statistik-Sprech wĂŒrde man sagen: moderat.

In 49 der 62 Studien, die Geschenke und Zahlungen untersuchten, zeigte sich zudem eine sogenannte Dosis-Wirkungs-Beziehung. Je hÀufiger oder umfangreicher die Zuwendungen ausfielen, desto stÀrker war der Zusammenhang mit dem Verschreibungsverhalten.

Bis hierhin könnte man somit zusammenfassen: Die Marketingstrategien der Pharmakonzerne scheinen hervorragend zu funktionieren. Ob die Patientinnen und Patienten davon ebenfalls profitieren, bleibt, um es wohlwollend zu formulieren, offen.

Interessant ist daher eine zweite Forschungsebene, in der untersucht wurde, ob Regeln zum Umgang mit Interessenkonflikten einen Unterschied machen. TatsÀchlich deuten die Ergebnisse darauf hin, dass Einrichtungen, die solche Kontakte einschrÀnken oder irgendwie stÀrker regulieren, eine eher leitliniengerechte Verschreibung praktizieren.

Allerdings gibt es einige EinschrÀnkungen.

Fast alle ausgewerteten Untersuchungen waren Beobachtungsstudien, die keinen eindeutigen ursÀchlichen Zusammenhang beweisen können. Zudem stammten 82 der 93 Studien aus den USA. Die anderen 11 stammen aus Europa, eine davon aus Deutschland.

Auch die tatsĂ€chlichen gesundheitlichen Folgen fĂŒr Patientinnen und Patienten wurden in den Studien nicht untersucht. Eine Abweichung von der Leitlinie muss nicht zwangslĂ€ufig schlechter sein, wirft aber Fragen auf.

Der Review fasst zusammen, dass die Ergebnisse die Bedeutung unabhĂ€ngiger Arzneimittelinformationen und klarer Regeln fĂŒr den Umgang mit wirtschaftlichen Interessenkonflikten unterstreichen.

Tja, aber wie soll das denn möglich sein, insbesondere bei einzelnen Ärztinnen und Ärzten außerhalb grĂ¶ĂŸerer Einrichtungen? Strenge Selbstkontrolle? Ich habe Zweifel.

Quellen:

Mintzes et al. (2026), Cochrane Database of Systematic Reviews

doi.org/10.1002/


Pressemeldung Cochrane Deutschland vom 9.10.26

cochrane.de/news/


Das Bild zeigt eine bunter Mischung ausgeschĂŒtteter Tabletten in verschiedenen Formen und Farben. Es begleitet meinen Bericht zu dieser Studie als Symbolbild, da in dem verfĂŒgbaren Pressematerial keine Abbildung enthalten war, die ich hier hĂ€tte nutzen können. Ich habe das lizenzfreie Bild von freestocks heruntergeladen.
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Abwasser als Lebensraum

KlĂ€ranlagen gelten als technische Einrichtungen, doch biologisch sind sie hochkomplex und stellen im Grunde ein eigenes Ökosystem dar.

Milliarden Mikroorganismen arbeiten dort tĂ€glich daran, Schadstoffe aus Abwasser zu entfernen, damit wir wieder sauberes Wasser haben. TatsĂ€chlich sind aber lĂ€ngst nicht alle Mikroorganismen und ihre Aufgaben in diesem komplexen Ökosystem bekannt.

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Max-Planck-Instituts fĂŒr Marine Mikrobiologie hat nun gezeigt, dass spezialisierte Bakterien, die im Inneren einzelliger Wimperntierchen (Ciliaten) leben, in KlĂ€ranlagen weltweit verbreitet sind und dort Aufgaben ĂŒbernehmen, die bisher wenig Beachtung gefunden haben.

Diese endosymbiotischen Bakterien ĂŒbernehmen in ihrem Wirt zentrale Stoffwechselaufgaben und agieren Ă€hnlich wie Mitochondrien: Sie liefern Energie. Allerdings auf einen durchaus ungewöhnlichen Weg.

Die Symbionten nutzen dafĂŒr Nitrat, das bei der biologischen Abwasserreinigung aus Ammonium entsteht. Bei der sogenannten Denitrifikation reduzieren sie das Nitrat schrittweise zu gasförmigen Stickstoffverbindungen. Viele dieser Bakterien können den Prozess bis zum harmlosen Stickstoffgas (N₂) fortfĂŒhren und so zur Stickstoffentfernung beitragen.

In etwa der HĂ€lfte der weltweit untersuchten KlĂ€ranlagen ließen sich solche Partnerschaften nachweisen. Damit sind sie offenbar ein bislang ĂŒbersehener, aber funktionell relevanter Teil des Abwasser-Mikrobioms.

Doch die Studie zeigt auch eine problematische Seite. Bei der weltweit verbreiteten Art Candidatus Azoamicus parvus fehlt das Enzym, mit dem das Zwischenprodukt Lachgas zu Stickstoffgas reduziert wird.

Die Forschenden vermuten deshalb, dass diese Bakterien Lachgas freisetzen könnten, ein starkes Treibhausgas. Ausgerechnet eine Symbiose, die am Stickstoffabbau beteiligt ist, könnte somit auch zur Klimabelastung beitragen. Wie groß dieser Beitrag tatsĂ€chlich ist, bleibt allerdings noch ungeklĂ€rt.

Die Ergebnisse machen deutlich, wie eng Nutzen und Nebenwirkungen mikrobieller Prozesse miteinander verknĂŒpft sein können und gleichzeitig, wie erstaunlich wenig wir ĂŒber die detaillierten Prozesse bescheid wissen. Hier muss offensichtlich noch einigen an Wissen und VerstĂ€ndnis gewonnen werden, damit diese biochemischen KreislĂ€ufe am Ende auch wirklich nachhaltig genutzt werden können.

Es bleibt also noch so einiges zu erforschen!

📖 Nicolas-Asselineau et al. (2025), ISME Communications

doi.org/10.1093/


mikrobiologie biologie klÀranlage abwasser MPI
+5 Less wissenschaft nachhaltigkeit sdg wisskomm anysci
Das Bild zeigt die fluoreszenzmikroskopische Aufnahme eines etwa 20 Mikrometer großen, lĂ€nglich-ovalem Wimperntierchen (Ciliat) aus der KlĂ€ranlage Seehausen in Bremen. Der EInzeller ist violett markiert. In seinem Inneren sind zahlreiche gelb fluoreszierende Bakterien zu erkennen, die als Endosymbionten in der Zelle leben. Ein Endosymbiont ist ein Organismus, der im Inneren eines anderen Organismus oder lebt und mit seinem Wirt eine enge Lebensgemeinschaft bildet. Die tĂŒrkisblau leuchtende Farbe ist die mit DAPI angefĂ€rbte DNA. Sie zeigt somit den Zellkern des Wimperntierchens, der frei von Bakterien ist. BlaufĂ€rbungen im Hintergrund deuten außerdem auf andere Einzeller hin, die aber keine Wimperntierchen sind, sonst wĂ€ren sie violett, und auch keine dieser Bakterien enhalten, sonst wĂ€ren sie gelb gefleckt. Die Aufnahme entstand mithilfe der Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH), bei der spezifische Gensonden die Wirtszelle und ihre bakteriellen Symbionten sichtbar machen. Sie stammt aus der Publikation, die am Ende des Haupttextes verlinkt ist.
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Alpine Moore

Zwischen steilen BerghĂ€ngen und in abgelegenen TĂ€lern der Alpen liegen zahlreiche kleine Moore. Viele davon sind nur wenige Hektar groß. Dabei sind sie ökologisch ausgesprochen wertvoll.

In ihren wassergesĂ€ttigten Böden haben sich ĂŒber Jahrtausende Torfschichten gebildet, die große Mengen Kohlenstoff speichern. Zudem bieten sie spezialisierten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.

Doch wie geht es diesen Mooren heute? Weil sie verstreut und schwer zugĂ€nglich sind, fehlen vielerorts aktuelle Informationen ĂŒber ihren Zustand.

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der UniversitÀt Göttingen hat deshalb ein Verfahren entwickelt, um alpine Moore mithilfe von Satellitendaten zu erfassen.

DafĂŒr kombinierten die Forschenden Satellitendaten aus den Jahren 2019 bis 2023 mit Informationen ĂŒber das GelĂ€nde. Neben optischen Aufnahmen, die unter anderem RĂŒckschlĂŒsse auf die Vegetation ermöglichen, nutzten sie auch Radardaten, die Informationen ĂŒber die OberflĂ€chenstruktur und Feuchtigkeit liefern.

Ein Computermodell sollte anhand dieser Daten dann MoorflĂ€chen identifizieren. Anschließend verglichen die Forschenden die Ergebnisse fĂŒr 590 Moore in Österreich, Deutschland und der Schweiz mit amtlichen Moorkarten.

Dabei zeigte sich, dass das Modell viele Moore deutlich kleiner erfasste als sie bislang kartiert waren. Hochauflösende Luftbilder lieferten mögliche ErklÀrungen.

An 86 Prozent der untersuchten Standorte waren Hinweise auf Störungen erkennbar, darunter EntwĂ€sserungsgrĂ€ben, Straßen und Wege. Aich konnte an vielen Stellen eine Ausbreitung von BĂ€umen und StrĂ€uchern erkennbar werden.

Besonders diese verÀnderte Vegetation ist aufschlussreich. Denn sinkt der Wasserstand eines Moores, können typische Moorpflanzen verdrÀngt werden.

Gleichzeitig gelangt Sauerstoff in den Torf, wodurch dessen Zersetzung beschleunigt wird und gespeicherter Kohlenstoff als CO₂ freigesetzt werden kann. Aus einer Kohlenstoffsenke kann das Moor so zu einer CO₂-Quelle werden.

Die kleineren, vom Modell ermittelten MoorflÀchen belegen allerdings nicht zwangslÀufig einen tatsÀchlichen FlÀchenverlust. Auch Unterschiede zwischen den Kartierungsmethoden könnten eine Rolle spielen.

Dass die Abweichungen gerade dort besonders deutlich sind, wo sichtbare BeeintrÀchtigungen vorliegen, deutet jedoch darauf hin, dass sich der Zustand vieler Moore tatsÀchlich verÀndert hat und die bisherigen Karten diese VerÀnderungen nicht ausreichend abbilden bzw. einfach veraltet sind.

Das neue Verfahren könnte kĂŒnftig helfen, diese abgelegenen Moore besser im Blick zu halten und Schutz- und Wiederherstellungsmaßnahmen besser zu planen und untereinander zu vernetzen.

Quelle:
Schönauer et al. (2026), communications earth & environment, “Peatlands mapped across the European Alps with a harmonised multi-sensor workflow show widespread degradation”

doi.org/10.1038/


alpen biologie natur naturschutz moor
+3 Less wissenschaft wisskomm anysci
Das Foto zeigt eine alpine Moorlandschaft mit einer weitgehend offenen, von goldbraunen SauergrĂ€sern geprĂ€gten Vegetation. Im Vordergrund liegt eine kleine, flache WasserflĂ€che, deren Rand von rötlich-brauner Moorvegetation umgeben ist. Vereinzelt wachsen niedrige StrĂ€ucher auf der MoorflĂ€che, die aus der Distanz jedoch nicht genauer zu erkennen sind. Im Hintergrund geht die offene Vegetation in einen lichten Nadelbaumbestand ĂŒber, in dem einzelne gelb verfĂ€rbte LĂ€rchen zu erkennen sind. Am Horizont sind Alpengipfel zu sehen. Das Foto wurde von Simon Drollinger von der Uni Göttingen aufgenommen, der Mitautor der zitierten Studie ist.
AnySci - Wissenschaft fĂŒr Jedermann @anysci mastodon.de

Mal was anderes:

Ich möchte gerne auf den diesjÀhrigen Biologentag NRW am 14. November aufmerksam machen.

EDIT: VerlÀngerte Anmeldefrist -> bis zum 06.11.26

In diesem Jahr dreht sich alles um Viren.

Das Institut fĂŒr Virologie am UniversitĂ€tsklinikum Essen stellt dafĂŒr dankenswerterweise seine RĂ€umlichkeiten zur VerfĂŒgung und beteiligt sich auch fachlich am Programm.

Unter dem Motto „Das geht viral! Herausforderung Viren“ erwarten uns fĂŒnf spannende FachvortrĂ€ge aus ganz unterschiedlichen Bereichen der Virologie.

Wie schaffen es manche Viren, sich lebenslang in unserem Körper zu halten? Welche Rolle spielen Virusinfektionen bei der Entstehung von Krebs? Und wie lassen sich Viren sogar gezielt fĂŒr die Gentherapie nutzen? Auch Pflanzenviren sowie Influenza- und Coronaviren stehen auf dem Programm.

Die VortrÀge sind so konzipiert, dass sie auch von nicht-Experten des Faches gut verstanden werden können.

Neben den VortrĂ€gen gibt es Gelegenheit zum persönlichen Austausch. In der Mittagspause erwartet uns ein Buffet, außerdem besteht die Möglichkeit, an einer FĂŒhrung durch das Institut fĂŒr Virologie teilzunehmen. Gerade solche Einblicke in die Forschung vor Ort finde ich immer besonders interessant.

Der Biologentag wird vom VBIO-Landesverband NRW veranstaltet und richtet sich nicht nur an Biologinnen und Biologen, sondern an alle, die sich fĂŒr biologische Forschung interessieren.

Meldet euch bei Interesse bitte bis zum 2. November an unter:
vbio.de/nrw

Die Teilnahme ist kostenpflichtig, fĂŒr Studierende oder Referendare gibt es einen ermĂ€ĂŸigten Beitrag. Neben diesem Beitrag entstehen keine weiteren Kosten. Es ist fĂŒr alles gesorgt.

Vielleicht sehen wir uns ja dort. Ich wĂŒrde mich freuen!

biologentag veranstaltung savethedate NRW vbio
+8 Less virologie biologie Wissenschaft lehrer students wisskomm essen anysci
Das Bild zeigt das AnkĂŒndigungsplakat fĂŒr den Biologentag NRW 2026 unter dem Motto „Das geht viral! Herausforderung Viren“. Vor einem tĂŒrkisblauen Hintergrund sind mehrere dreidimensional dargestellte Viruspartikel zu sehen. Im Vordergrund befindet sich ein besonders großes, kugelförmiges Virus mit zahlreichen FortsĂ€tzen. DarĂŒber stehen die Veranstaltungsdaten. Der Biologentag findet am Samstag, 14. November 2026, ab 9 Uhr am UniversitĂ€tsklinikum Essen statt. EIne verbindliche Anmeldung ist bis zum 2. November ĂŒber www.vbio.de/nrw möglich. Unten rechts befinden sich die Logos des VBIO und des Instituts fĂŒr Virologie Essen.
Dieses Bild zeigt die erste Seite des Veranstaltungsprogramms fĂŒr den Biologentag NRW 2026. Auf dunkelblauem Hintergrund sind die Programmpunkte in zwei Spalten dargestellt. Das Programm am Vormittag ust das Folgende:
- 09:00 Uhr – Eintreffen und Registrierung der Teilnehmenden.
- 10:00 Uhr – Grußwort und Vorstellung des VBIO durch LRSD’ a. D. Marga Radermacher, Vorsitzende des VBIO-Landesverbandes NRW, Mitglied des PrĂ€sidiums und VizeprĂ€sidentin des VBIO.
- 10:15 Uhr – Vorstellung des Instituts fĂŒr Virologie am UniversitĂ€tsklinikum Essen durch dessen Direktor Prof. Dr. Ulf Dittmer.
- 10:30 Uhr – Fachvortrag 1 „Chronische Virusinfektionen: Wie verstecken sich Viren lebenslang im Körper?“ von Prof. Dr. Ulf Dittmer, UniversitĂ€tsklinikum Essen.
- 11:15 Uhr – Pause.
- 11:30 Uhr – Fachvortrag 2 „GrĂŒne Patienten: Wie Viren Pflanzen krank machen“ von Dr. Annette Niehl, Julius KĂŒhn-Institut, Braunschweig.
- 12:15 Uhr – Fachvortrag 3 „Viren und Krebs: Wie Infektionen Tumore begĂŒnstigen“ von Prof. Dr. Dr. Ralf Bartenschlager, Abteilung fĂŒr Infektionskrankheiten, UniversitĂ€t Heidelberg.
Dieses Bild zeigt die zweite Seite des Veranstaltungsprogramms fĂŒr den Biologentag NRW 2026. Das Programm am Nachmittag ist wie folgt vorgesehen:
- 13:00 Uhr – Mittagspause mit Buffet und Gelegenheit zu FĂŒhrungen durch das Institut fĂŒr Virologie.
- 14:45 Uhr – Fachvortrag 4 „Gentherapie und Viren: Das Unheilbare heilbar machen?“ von Prof. Dr. Anja Ehrhardt, Lehrstuhl fĂŒr Virologie und Mikrobiologie, UniversitĂ€t Witten/Herdecke.
- 15:30 Uhr – Fachvortrag 5 „Influenza- und Coronaviren: Zwischen ErkĂ€ltung, Zoonose und Pandemiepotenzial“ von Prof. Dr. Stephan Ludwig, Institut fĂŒr Molekulare Virologie, UniversitĂ€t MĂŒnster.
- 16:15 Uhr – Pause.
- 16:30 Uhr – Mitgliederversammlung des VBIO. GĂ€ste sind herzlich willkommen.
- 17:30 Uhr – Verabschiedung.
Links unten befindet sich ein rotes Feld mit den Teilnahmebedingungen. Zur Deckung der Unkosten werden folgende BeitrÀge erhoben: Mitglieder 20 Euro, Nichtmitglieder 30 Euro, Referendarinnen und Referendare 15 Euro sowie Studierende 10 Euro. Es entstehen keine weiteren Kosten an dem Tag.

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