Post by Michael Gisiger
Der neue BIBB-Sammelband «KI in der beruflichen Bildung – wie können wir die Zukunft gestalten?» umfasst 19 Beiträge zu Lehr-Lern-Prozessen, Weiterbildung, Prüfungen, Rollenwandel, AI Literacy und organisationalem Lernen. Schon die erste Sichtung zeigt eine erfreulich nüchterne Linie: Es geht deutlich weniger um «mehr KI-Tools» als um die Frage, wie KI fachlich, didaktisch und organisatorisch verantwortlich eingesetzt werden kann.
Einige Punkte, die ich besonders interessant finde:
AI Literacy ist mehr als Tool-Kompetenz. Entscheidend sind professionelle Urteilskraft, Selbstregulation und die Fähigkeit, KI in konkreten beruflichen Situationen reflektiert einzusetzen. Rein instrumentelle «KI-Führerscheine» greifen zu kurz, wenn sie nicht in eine breitere AI Readiness der Organisation eingebettet werden.
Menschliche Expertise bleibt zentral. KI kann Materialien erzeugen, Varianten erstellen, Informationen strukturieren oder Korrekturprozesse unterstützen. Fachliche Richtigkeit, Kontextpassung, pädagogische Qualität und Verantwortung lassen sich aber nicht einfach delegieren.
Auch die Rolle des Bildungspersonals verändert sich. Beratung, Lernbegleitung, Kuratierung, Validierung und Gestaltung von Lernprozessen gewinnen an Gewicht. Gleichzeitig findet Professionalisierung heute vielfach noch informell durch eigenes Ausprobieren statt.
Besonders spannend finde ich zudem die Beiträge zu organisationalem Lernen: KI-Transformation erscheint hier weniger als reine Technologieeinführung denn als Lern- und Gestaltungsaufgabe für ganze Organisationen.
Mein erster Eindruck: ein ausgesprochen relevanter Band für alle, die sich mit beruflicher Aus- und Weiterbildung, AI Literacy und KI-Governance beschäftigen.
Download / Publikationsseite:
bibb.de/dienst/…
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