Posts by Tobias Kremkau

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Ich kenne @doschu nicht, aber sie hat gerade ein neues Profil angelegt und sich darin als “Mentorin für Digitale Leichtigkeit” beschrieben. Finde ich spannend. Sonst hat das Digitale ja oft etwas Schweres und Problematisches.

Jetzt hoffe ich Mal, dass das nicht eine Sekte oder so was ist. 😉

Ich kenne @doschu seit über zehn Jahren als sehr engagiertes Mitglied der Coworking-Szene. Besonders schätze ich ihre herzliche Leichtigkeit im Umgang mit Menschen, mit der sie Begegnungen angenehm und unkompliziert macht. Für mich zeigt sich darin ihre rheinische Seele, die sie sich bei aller Weltläufigkeit bewahrt hat. ❤️

Replying to @tobias_kremkau

Mensch, du startest die Woche aber mit einem tiefgründigen Thema.

Gedanken dazu: Die kleinste Gemeinschaft ist eine Familie. Es gibt (leider) genügend Familien, die keinen festen Wohnort haben, weil sie z.B. auf der Flucht sind. Trotzdem bilden sie eine feste Gemeinschaft. Ein spannender Aspekt bei der Familie ist dabei, dass die Gemeinschaft dort quasi genetisch fest verdrahtet ist. Im Gegensatz zu Freunden sucht man sich die Familie ja nicht aus.

PS: Ich frage mich ja, wem die Domain gemeinschaft.de gehört. 😉

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Da sprichst du einen Punkt an, den ich bei meiner Frage nach den Prozessen bisher zu wenig berücksichtigt habe. Denn an Familien denke ich selbstverständlich nicht.

Der Soziologe Ferdinand Tönnies unterscheidet zwischen Gemeinschaft (“community”), die auf persönlicher Verbundenheit, Verwandtschaft oder geteilten Überzeugungen beruht, und Gesellschaft (“society”), in der Menschen vor allem über Interessen und den gegenseitigen Nutzen miteinander verbunden sind.

Ich frage mich deshalb häufig, ob das, was wir in Coworking-Spaces oder Projekten als „Gemeinschaft“ bezeichnen, zunächst stärker durch gemeinsame Interessen und den Nutzen der Zusammenarbeit geprägt ist. Mit Tönnies ließe sich daher fragen, welche gemeinschaftlichen und welche gesellschaftlichen Beziehungen einen solchen Ort prägen – und wie sie sich im gemeinsamen Tun entwickeln.

Gemeinschaft gesellschaft Ferdinand Tönnies
Gemeinschaft gesellschaft Ferdinand Tönnies

Letzte Woche hörte ich die Folge des Podcasts „Die sogenannte Gegenwart“ über Postliberalismus und wurde dabei auf die Arbeiten von Stefan Borg und Jon Elster aufmerksam. Aus der Debatte nahm ich eine Frage für meine tägliche Arbeit mit: Lässt sich Gemeinschaft gezielt herstellen, oder entsteht sie vor allem dadurch, dass Menschen gemeinsam etwas tun? Anschließend las ich Stefan Borgs Essay In search of the common good: The postliberal project Left and Right, in dem er unterschiedliche Vorstellungen von Gemeinschaft und Gemeinwohl untersucht.

Für meine Arbeit leite ich daraus ab: MehrWertOrte sollten Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Vorstellungen die Möglichkeit geben, gemeinsam tätig zu werden, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Eine gefestigte Gemeinschaft muss dafür nicht schon vor Beginn der Ortsentwicklung bestehen. Bereits der gemeinsame Aufbau kann Menschen verbinden. Entscheidend ist, dass ihre Bedürfnisse und ihre Möglichkeiten zur Mitgestaltung den Prozess von Anfang an prägen.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht: Braucht es zuerst eine Gemeinschaft, um einen Ort zu entwickeln – oder wächst sie gerade dadurch, dass Menschen gemeinsam anfangen?

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Replying to @tobias_kremkau

Das ist ja eine spannende Idee! Also CoWork Land. Und Wahnsinn, wie viele Standorte ihr schon habt.

PS: Du kannst dafür eine eigene Organisation in vutuv anlegen.

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Danke! Ja, ich habe bereits gesehen, dass sich auch Organisationen anlegen lassen. Gestern Abend war es dafür dann doch etwas zu spät, aber ich hole das noch nach.

Hallo Vutuv! 👋

Ich bin Tobias Kremkau, arbeite für die CoWorkLand eG und beschäftige mich vor allem mit der Frage, wie wir gutes Arbeiten und gutes Leben in ländlichen Räumen miteinander verbinden können.

Mich interessieren Coworking und neue Arbeitsorte, Regionalentwicklung, soziale Innovation und lebendige Gemeinschaften – und ganz grundsätzlich die Frage, wie wir MehrWertOrte schaffen, an denen Menschen gerne leben, arbeiten und Verantwortung übernehmen.

Berufliche Netzwerke finde ich besonders dann spannend, wenn sie tatsächlich Netzwerke sind: Orte für Austausch, neue Gedanken, Widerspruch, gegenseitige Unterstützung und unerwartete Verbindungen – und nicht nur Bühnen für Selbstvermarktung und Reichweitenoptimierung.

Deshalb bin ich neugierig auf Vutuv.

Mal sehen, welche Menschen und Ideen mir hier begegnen. Und weil ein Netzwerk vom Vernetzen lebt: Sagt gerne Hallo. 👋

coworking mehrwertorte Rural
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