Posts by Michael Schmidt · 63 posts
Fast 90 % der Suchanfragen in Europa laufen über die Mutter aller Suchmaschinen. Diese Woche haben Ecosia und Qwant ihren eigenen Suchindex für Deutschland gestartet – komplett ohne Google und Microsoft im Hintergrund. Klein, aber ein wichtiges Signal für mehr digitale Unabhängigkeit in Europa.
Die EU ist schon ein ziemlich dysfunktionaler Haufen. Besonders deutlich wird das immer dann, wenn es um digitale Themen geht. Dabei war die Europäische Kommission gaaanz kurz davor, aus Versehen mal was wirklich Sinnvolles zu tun…
Die Zeit, in der wir generative KI im Agenturalltag einfach als “cooles, neues Spielzeug” ausprobieren konnten, ist vorbei. Am 2. August 2026 ist die nächste entscheidende Stufe der EU-KI-Verordnung (AI Act) in Kraft getreten - und da gibt es für Anbieter wie Anwender einiges zu beachten.
Ein Petabit pro Sekunde. Über 1.808 Kilometer. Mit einer Glasfaser, die denselben Durchmesser hat wie die, die heute schon verlegt wird.
Forscher des japanischen NICT und Sumitomo Electric haben mit einer speziellen 19-Kern-Faser einen neuen Weltrekord bei der Datenübertragung aufgestellt - 1,02 Petabit/s bei einer Kapazität von 1,86 Exabit pro Sekunde und Kilometer. Zur Einordnung: Das würde reichen, um den kompletten Netflix-Katalog in einer Sekunde zu übertragen.
Praxistauglich ist das noch nicht. Aber es zeigt, wo die Reise hingeht - gerade jetzt, wo KI-Infrastruktur und Cloud-Dienste die weltweiten Netze an ihre Grenzen bringen.
Ich habe gerade animina.de abgeschaltet. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber vutuv.de wächst rasant und ich kann nicht zwei so große Projekte gleichzeitig stemmen.
vutuv hat Priorität!
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Ich hatte auch mal so ein Projekt am Laufen. Ist gut 15 Jahre her und nicht über die Testphase hinausgekommen - weil irgendwie zu dieser Zeit alle die gleiche Idee und Riesen-Werbebudgets hatten… ;-)
Anthropic hat gerade eingeräumt, was man einem KI-Vorzeigeunternehmen kaum zutraut: Eigene Claude-Modelle sind bei internen Sicherheitstests unbemerkt in die Systeme von drei realen Firmen eingedrungen – ein Fall reicht bis in den April zurück. Entdeckt wurde es erst, nachdem OpenAI Wochen zuvor einen ähnlichen Vorfall bei Hugging Face öffentlich gemacht hatte. Kein spektakulärer Ausbruch, sondern ein simples Missverständnis über Netzwerkzugänge – und trotzdem mit realen Folgen: eine kompromittierte Datenbank, ein Schadpaket auf PyPI, 15 infizierte Systeme. Und das ist weit mehr als eine technische Randnotiz.
“Extrem unwahrscheinlich, dass Sie in fünf Jahren keinen eigenen KI-Agenten haben” - so tönte Meta-Chef Mark Zuckerberg letzte Woche. Wir erklären, was hinter dieser Ansage steckt, was sie kostet und warum sie auch für kleinere Unternehmen relevant werden könnte.
KI-Texte ranken bei Google völlig normal - wenn sie gut sind. Wenn nicht, dann eben nicht. So war es schon immer, nur wurde jetzt endlich mal eine Studie hinterhergeschoben, die genau das bestätigt.
RSS-Feeds auf vutuv?
Ich überlege, ob vutuv RSS-Feeds einlesen soll. Du abonnierst einen Feed, und dessen Einträge tauchen in Deinem vutuv Feed auf. Ein Blog, dem du folgst. Ein Podcast. Die Release-Notes eines Projekts. Die Seite deines Vereins. Meinetwegen auch die Tagesschau. Gebaut ist noch nichts, ich will erst die Wassertemperatur testen.
Technisch ist das kein Hexenwerk: Ein RSS-Feed ist eine maschinenlesbare Liste der neuesten Einträge einer Seite, und fast jede Seite bietet einen an. Die holt vutuv regelmäßig ab. Nur ansehen zu können wäre allerdings wenig. Ich möchte, dass du einen Eintrag liken und teilen kannst wie jeden anderen Beitrag, und dass ein Klick genügt, um einen eigenen Beitrag dazu zu schreiben.
Wo es rechtlich schwierig wird
Feeds sind sehr unterschiedliche Dinge. Ein Blogger freut sich über jeden Leser, ein Presseverlag hat ein eigenes Schutzrecht. Ich baue für den strengsten Fall, dann ist der Rest automatisch mit abgedeckt.
Verlinken ist erlaubt. Dass man auf einen frei zugänglichen Artikel verlinken darf, hat der Europäische Gerichtshof geklärt. Auch Überschrift plus kurzer Anriss geht: Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger nimmt „einzelne Wörter oder sehr kurze Auszüge” ausdrücklich aus.
Volltext nicht. Viele Feeds liefern den ganzen Text gleich mit. Den zu speichern wäre eine Urheberrechtsverletzung, egal wie man das Ganze nennt. vutuv liest diesen Teil gar nicht erst aus.
Bilder erst recht nicht. Fotos sind einzeln lizenziert, bei Presseseiten meist über Agenturen. Ein Foto ist kein „sehr kurzer Auszug”, sondern das ganze Werk. Deshalb wird das eine reine Textfunktion: keine Beitragsbilder, keine Logos, keine Vorschaugrafiken.
Der eigentliche Stolperstein ist ein anderer. Naheliegend wäre, für jeden Feed ein Konto anzulegen, das seine Einträge postet wie jedes Mitglied. Fühlt sich vertraut an und ist genau der Punkt, an dem es kippt. Ein Konto tagesschau, das kein Auftritt der tagesschau ist, führt in die Irre. Bei einem persönlichen Blog wäre es sogar heikler: Da sähe es aus, als wäre dieser Mensch vutuv beigetreten, ohne je davon gehört zu haben. Das ist dann Marken-, Wettbewerbs- und Persönlichkeitsrecht, und da hilft es nichts mehr, dass der Textauszug kurz war. Nebenbei: „Wir sind halt ein RSS-Reader” zu sagen löst nichts. Das Gesetz schaut darauf, was man tut, nicht darauf, wie man sich nennt.
Wie ich es lösen will
Ein Feed bekommt kein Mitgliedskonto, sondern erscheint sichtbar als Quelle. Keine runde Profilkachel, denn rund steht auf vutuv für einen Menschen, sondern eine eckige mit Anfangsbuchstaben. Kein Logo, dafür die Domain gut lesbar.
Gespeichert werden Überschrift, ein auf 300 Zeichen begrenzter Anriss und der Link. Die Überschrift ist der Link, ein Klick führt zum Original. vutuv fängt keinen Traffic ab, sondern schickt ihn hin, und die Einträge bleiben aus Suchmaschinen heraus.
Liken und Teilen bleiben möglich, weil beides nur diese kurze Vorschau weiterbewegt. Antworten wird es nicht geben, weil niemand da ist, der antworten könnte. Stattdessen öffnet „Dazu schreiben” das Schreibfeld mit dem Link darin. Dein Kommentar ist dann dein Beitrag, der Eintrag war der Anlass. Das ist auch rechtlich der sauberste Weg: eigener Gedanke, fremder Beleg.
Deine Daten
Was du liest, verrät viel über dich. Wer bestimmte politische oder religiöse Feeds abonniert, legt womöglich seine Haltung offen. Deshalb bleiben deine Abos privat: nicht auf deinem Profil, in keiner Liste, für niemanden einsehbar.
Ein Like ist etwas anderes. Das ist eine bewusste Geste nach außen, und deshalb zählt und zeigt vutuv sie wie bei jedem anderen Beitrag auch. Die Trennlinie: Was du liest, ist deine Sache. Was du gut findest, sagst du selbst.
vutuv holt jeden Feed einmal für alle Leser gemeinsam. Der Betreiber der Seite erfährt weder deine IP-Adresse noch, wie viele mitlesen. Und weil es keine Bilder gibt, lädt dein Browser nichts von dessen Servern nach.
Was meint ihr dazu?
Gedanken, Vorschläge, Kritik oder ein Like. Wenn das Echo dünn ausfällt, spare ich mir die Arbeit, und das ist auch ein Ergebnis.
Das ist doch eine prima Idee, es heißt ja nicht umsonst auch Content-Syndication. Ich stelle meine News als RSS-Feed zur Verfügung und lese auch Feeds ein, die andere produzieren, etwa T3N oder Computerwoche. Natürlich nicht die ganzen Texte, sondern einen Teaser, versehen mit einem “Weiterlesen”-Link. So hat jeder was davon. Allerdings kann es nicht schaden, wenn man mit den Leuten vorher mal redet… ;-)
Meta will KI-Fake-Profile mit einem neuen, kostenlosen Badge aussortieren: „Facebook Verified”. Der Nachweis läuft per Video-Selfie und Gesichtserkennung - einer Technik, von der sich der Konzern 2021 eigentlich verabschiedet hatte.
Was das Häkchen wirklich bedeutet und wo der Datenschutz-Haken liegt: tagworx.net/ynews.php?cid=1&nid=39033
Ein Testmodell von OpenAI ist aus seiner abgesicherten Umgebung ausgebrochen und hat eigenständig eine fremde Plattform angegriffen. Die Antwort der Tech-Branche: eine neue Sicherheitsallianz mit über 30 Unternehmen, darunter Nvidia, Microsoft und IBM.
Google AI Max hat den Beta-Status verlassen – und über 500.000 Werbetreibende nutzen es bereits. Der Clou: Google matcht Anzeigen jetzt zunehmend nach Suchintention statt nach Keywords, unterstützt durch Gemini. Ergebnis laut Google: durchschnittlich 15 % mehr Conversions bei gleichem ROAS. Was das für Ihre Google-Ads-Strategie bedeutet – vor allem für Produktdaten, Creatives und Landingpages:
Die Schwarz-Gruppe (ja, DIE hinter Lidl und Kaufland) baut gerade an Europas Antwort auf Amazon, Microsoft und Google. Ein Tech-Campus für 5.500 Leute bei Heilbronn, ein Rechenzentrum im Spreewald für 11 Milliarden Euro – und ein Ziel, das man einem Discounter nicht unbedingt zutraut: digitaler Hyperscaler werden.
Nachtrag: Die Scheibe muss in Bratislava bestellt werden. Dauert etwa 1,5 Wochen. Man wird mich dann anrufen.
Wenn Sie ChatGPT demnächst nach dem besten Sushi im Viertel oder einem zuverlässigen Handwerker fragen, gibt’s keine generischen Ausflüchte mehr, sondern echte Bewertungen, Fotos und Kontaktdaten.
Google soll 890 Mio. € Strafe an die EU zahlen – die eigentliche Nachricht steckt aber im Detail: Brüssel wendet den Digital Markets Act erstmals ausdrücklich auf KI-Suche und KI-Assistenten an. Das riecht förmlich nach Ärger mit der US-Regierung…
KI außer Kontrolle: OpenAI-Modell hackt Hugging Face
OpenAI-Modell bricht aus Sandbox aus, hackt Hugging Face, um bei einem eigenen Test zu schummeln. Klingt nach Fiktion, ist aber offiziell bestätigt (von OpenAI selbst).
Wir haben den Vorfall aufgedröselt – inklusive der Ironie, dass kommerzielle KI-Modelle sich weigerten, bei der Aufklärung zu helfen, weil ihre eigenen Sicherheitsfilter den Angriff für echt hielten.
Europas letzte große KI-Hoffnung hat sich mit Microsoft zusammengetan. Offiziell geht’s um “AI they can control”. Inoffiziell laufen Plattform, Vertrieb und Kundenbeziehung jetzt einfach über Redmond statt über Paris. Ganz toll.
Kimi K3 aus China sorgte diese Woche für volle Server und viele Schlagzeilen. Wir haben nachgeschaut, was wirklich dahintersteckt – Ranking, Preise, und die Sache mit “open-weight” vs. “open-source”.
Warenkorbabbrecher einfach per E-Mail anstupsen? Rechtlich ist das kein Kundenservice, sondern unzulässige Werbung. Warum ohne Opt-In Abmahnungen drohen und was Online-Händler beachten müssen:
Baut ein indisches Startup gerade das „World Wide Web der KI“? CurrentAI setzt auf offene Protokolle, lokale Datenkontrolle und kulturelle Vielfalt gegen die Monopole im Silicon Valley.
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Ein Kunde erreicht seine eigene Website problemlos. Ich nicht. Browser: ERR_NAME_NOT_RESOLVED. FTP: Host does not exist. Sogar ping kapituliert.
Vier Fehldiagnosen später: ein fehlender A-Record beim Hosting-Provider, kombiniert mit lokal deaktiviertem IPv6 – und ein Kundenpanel, das im DNS-Editor schlicht “Ziel: Internetprovider” anzeigt, statt die tatsächliche IP-Adresse. Als Kunde soll man da im Zweifel selbst die Server-IP eintragen.
Die ausführliche Odyssee inkl. Vergleichstabelle “naheliegende Vermutung vs. tatsächliche Ursache” gibt’s im neuen Blogartikel.
#DNS #Netzwerktechnik #IPv6 #Webentwicklung #Hosting #TAGWORX #Troubleshooting
Als aufmerksamer Beobachter der KI-Branche (und eifriger Nutzer) kommt man kaum noch hinterher. Mit ChatGPT Work und der neuen Modellfamilie GPT-5.6 soll aus dem bekannten Chatbot ein echter Büro-Assistent werden, der Dokumente erstellt, Termine plant und ganze Arbeitsabläufe übernimmt, so der Plan von OpenAI. Klingt gut – nur zeigte sich schon in den ersten Stunden nach dem Start, dass zwischen Ankündigung und Praxistauglichkeit noch einiges an Arbeit liegt. Sam Altman selbst räumte Probleme ein, darunter Fälle von eigenständig gelöschten Daten.
Wir haben uns angeschaut, was ChatGPT Work wirklich kann, was es kostet und welche Fragen Unternehmen sich vor dem Einsatz stellen sollten.